Mai 2006


Eine kleine Gruppe ornithologisch Interessierter war der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald e.V., dem Landesbund für Vogelschutz, dem Verein für Arten- und Biotopschutz in Bayern e.V. und dem Haus der Natur, Kunst Kultur und Jugend zu einer geführten Vogelstimmenwanderung am Karoli gefolgt. Unter der Leitung von Beate Seidel vom Landesbund für Vogelschutz konnten sich die sehr interessierten Teilnehmer in die unterschiedlichen Gesänge und Rufe unserer heimischen Vogelwelt einhören. Mit Hilfe einer Vogeluhr erklärte die Leiterin, dass es Nachtsänger, „Frühaufsteher“ und „Langschläfer“ in der Vogelwelt gibt (fast so wie im „richtigen“ Leben auch). Viele heimische Arten waren zu hören: Hausrotschwanz, Amsel, Singdrossel, Star, Buchfink, Meisen, Goldhähnchen, Mönchsgrasmücke, um nur einige zu nennen. Insgesamt sangen und riefen 19 Singvogelarten. Aber auch das Fehlen einiger Arten im Vergleich zu den Vorjahren wurde bemerkt: die Kleiber in der Allee, der Gartenrotschwanz in dem Gebüsch an der Allee, der Waldlaubsänger am oberen Waldsaum, der Neuntöter aus der Hecke zwischen den Feldern, die Goldammer in den Gehölzen in der Nähe der Tennisplätze. Durch die Ausholzungen rund um den Karoli gingen Deckungsmöglichkeiten für die Vögel verloren, der ehemals parkartige Charakter und auch der Schutz der Hecken vor dem Wind fehlen seither. Damit wird offenkundig, dass Eingriffe des Menschen in das sehr komplexe Ökosystem meist weitreichender sind, als sie zunächst erscheinen. Sehen konnte man die meisten der gehörten Singvogelarten nicht, erst unser Hören lässt uns erfahren, welche Reichtümer es in unserer Heimat zu bewahren gilt.


Der Naturpark Bayerischer Wald e. V. hatte zu einer gemeinsamen wald- und vogelkundlichen Abendwanderung zusammen mit dem Amt für Landwirtschaft und Forsten Straubing-Bogen eingeladen. Ca. 40 interessierte Teilnehmer und Kinder waren zu dieser Informationsveranstaltung gekommen. Als Exkursionsziel hatte man die Wald- und Feldflur in der Nähe von Elisabethszell gewählt. Der Referent Peter Zach, Revierleiter der Forstdienststelle Konzell erläuterte zunächst kurz die Waldgesellschaften des Vorderen Bayerischen Waldes und die Gefährdungen, beispielsweise durch Borkenkäferarten. Alleine bei Fichte gibt es 19 verschiedene Borkenkäferarten. Jedoch nur Kupferstecher und Buchdrucker sind letztendlich forstlich bedeutsam. Bei Entrindungsaktionen von befallenen Bäumen konnte sogar beobachtet werden, dass auch Wespen wichtige Gegenspieler sind und Borkenkäfer gerne im weißen Larvenstadium verzehren. Interessante Waldbestände mit Esche und Bergahorn konnte man auf einer Fels - Blockhalde entdecken. Darüber hinaus gab es Wissenswertes zu krautiger Waldvegetation zu erfahren. Einige Pflanzenarten wurden dabei bestimmt.

Von den etwa 30 rund um Elisabethszell vorkommenden Singvogelarten kann man am frühen Morgen derzeit etwa 20 singen hören. Am Abend ist es für die Zuhörer etwas einfacher in die Klangwelt der Singvögel einzusteigen. Es singen nicht mehr ganz so viele und nach und nach verabschiedet sich die eine oder andere Art bei beginnender Dämmerung, so dass man die einzelnen Vogelstimmen leichter unterscheiden kann. Bei den Vögeln singen nur die Männchen. Der Gesang dient dem Anlocken von Weibchen und der Revierabgrenzung.

Mit Buchfink, Singdrossel, Zilpzalp, Heckenbraunelle und Gartengrasmücke konnte man einige von ihnen unterscheiden lernen. Die Singdrossel wird von Ungeübten Personen oft als Nachtigall missgedeutet. Die Nachtigall kommt aber nur in wärmeren Lagen vor. Später Gesang, häufig noch im Dunkeln, stammt meist von der Singdrossel. Auch die Unterscheidungen Mönchsgrasmücke und Gartengrasmücke ist nicht einfach. Erst nach längerem Zuhören lassen sich beide differenzieren. Die Mönchsgrasmücke beendet ihre Strophe meist mit einem flötenden Gesang. Auch die Mönchsgrasmücke ist einer der letzten Sänger am spätem Abend. Der Sperlingskauz lässt sich in der Abenddämmerung meist ab März hören, im Mai brütet er schon. Sein Pfeifton ist um diese Jahreszeit nicht mehr vernehmbar. Erst im Herbst singt er wieder seine bekannte, nach oben ansteigende Tonleiter.

Mit einem Hinweis auf die heuer stark blühenden Buchen und die leider auf den Blockfeldern bereits verschwundenen Bergulmen rundete Peter Zach die Informationen zu den Wäldern ab. Zum Schluss bedankte sich Naturpark - Bildungsreferent Hartwig Löfflmann bei allen Teilnehmern für ihr Interesse und lud zu den weiteren Naturpark-Veranstaltungen ein. Nur wenn möglichst viele den Eigenwert der Natur erkennen und sie schützen und erhalten helfen, kann die Naturparkarbeit im Gesamten zielführend sein.


Zur Naturpark-Exkursion konnte Bildungsreferent Hartwig Löffelmann 24 interessierte Teilnehmer in Niederalteich an der Basilika begrüßen. Mit dem Natur- und Landschaftsführer Frater Ludwig Schwingenschlögl von der Abtei Niederalteich startete die Gruppe dann entlang der Hengersberger Ohe bis hin zum Ochsenwöhr und über den Donaudamm zurück zum Ausgangspunkt.

Weil die Bäume bereits dicht belaubt waren, konnte man viele Vögel nur an ihrem Gesang erkennen. Immer wieder faszinierend ist es für Teilnehmer, wenn man Gartenrotschwanz, Grünfink, Zilpzalp und Blaumeise am Gesang unterscheiden lernt. Bei näherem Hinschauen mit dem Fernglas lässt sich dann die eine oder andere Art doch auch beobachten. Einfach war es, auf den Feldern den Fasanen, und Kiebitzen zuzuschauen. Besonders interessant, gerade auch für die Kinder, waren die jungen Kiebitze auf den Ackerfurchen. Auch seltenere Arten wie Sumpfrohrsänger und Pirol waren zu beobachten. Die Krönung bildete natürlich der große Brachvogel in den Wiesen. Bedingt durch den strengen und langen Winter kamen die Zugvögel heuer erst eine Woche später aus Afrika zurück. Gerade beim Sumpfrohrsänger, der ein großer Stimmenimitator ist, kann man Vogelstimmen lernen, die es nur im tropischen Afrika gibt. Man hört dann Fragmente von Gesängen, von Vögeln die man überhaupt nicht kennt. Das Ochsenwöhr, ein Altwasser an der Donau bietet reichlich Lebensraum für unterschiedliche Lebensgemeinschaften. Umso wichtiger ist es, mit einer verträglichen Bewirtschaftung der angrenzenden Flächen und einem Erhalt dieser Lebensräume den Arten langfristig eine Überlebensperspektive zu geben.


Die Wildbachklamm „Buchberger Leite“ war das Ziel einer Naturpark-Fortbildung für Touristiker, Vermieter, Naturführer und Lehrer. Matthias Rohrbacher, der Pfahl - Gebietsbetreuer des Naturpark Bayerischer Wald e.V., konnte bei strahlendem Wetter etwa 35 Naturliebhaber aus Nah und Fern begrüßen. Von Freyung nach Ringelai wanderten die Teilnehmer am acht Kilometer langen Themenwanderweg, der mit Info - Tafeln und einer zwanzigseitigen Begleitbroschüre ausgestattet ist. Urwaldreste überdauern in moos- und farnreichen Schluchtwälder. Der „Pfahl“ – eine deutschlandweit einmalige Bruchlinie im Grundgebirge des Bayerischen Waldes – zeigt sich hier in den dunklen Felsformationen des teilweise verquarzten Pfahlschiefers. Die steilen Felsriegel zwingen die geröllreiche „Wolfsteiner Ohe“ in ihr tief eingeschnürtes Bett. Der im Frühjahr durch die Schneeschmelze in den Hochlagen besonders wasserreiche Wildbach beeindruckt durch das lebendige und tosende Wasserspiel. Ein Teil des Wassers wird in Rohrleitungen, Kanälen und in den blanken Fels gehauenen, kilometerlangen Stollen den Turbinen zugeführt, um die Kraft des Wassers in Strom umzuwandeln. Alte Triftmauern am Ufer zeugen von der Jahrhunderte langen Zeit der Holztrift durch die „Buchberger Leite“. Referent Matthias Rohrbacher berichtete bei der geführten Wanderung über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt am Bach, an den Felsen und in der Schlucht: Schwarz-gelb gestreifte Feuersalamander, scheue Fischotter, nachtaktive Fledermäuse oder seltene Vögel wie die Wasseramsel oder der Schwarzspecht finden hier ihren Lebensraum.

Der Reichtum an Wasser und Luftfeuchte lässt auch eine Vielzahl von Moosen und Farnen gedeihen. Der seltene Tüpfelfarn wächst in vielen Felsritzen oder Astgabeln alter Bäume, wo Moose einen modrig-humosen Untergrund geschaffen haben. Mächtige Edellaubhölzer wie Eschen, Ahorne und Linden überdauern in den felsblockreichen, steilen Schluchtwäldern. Selbst die durch das „Ulmensterben“ selten gewordenen Bergulme findet sich mit einigen stattlichen Exemplaren. Beeindruckt waren die Exkursionsteilnehmer auch über die vielen Blütenpflanzen, die entlang des Themenwanderweges zu dieser Jahreszeit zu finden sind. Echtes Lungenkraut, Milzkraut, Berg-Soldanelle oder weiße Pestwurz prägen das Blütenspiel.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte im Rahmen seines Bildungsprogramms 2006 zu einem Weidenbaukurs nach Waldkirchen eingeladen. Das Gestalten mit Weidenelementen wird in den letzten Jahren immer beliebter. Egal ob im Außenbereich von Kindergärten und öffentlichen Einrichtungen oder aber in Privatgärten, gerne will man heutzutage mit Naturmaterialien kreativ sein.

Etwa zehn Teilnehmer hatten sich zu der Veranstaltung auf der Wiese neben der „Pension Auerhahn“ eingefunden. Nach einer allgemeinen Einführung ging es dann mit Spaten, Sägen und Gartenscheren zu Werke. Zum Flechten der Weidenelemente sind aber nicht alle Weidenarten gleich gut geeignet. Nicht verwendbar sind Öhrchenweiden, Saalweiden und Bruchweiden. Gut arbeiten kann man dagegen mit Purpurweiden und Grauweiden.

Aus ökologischen Gründen wurde das Weidenmaterial in der näheren Umgebung gewonnen.

Zunächst wurden Gerüste aus Haselnussstecken gebaut, an denen sich dann die Weiden gut anbinden lassen. Nachdem ein Bodengraben etwa spatentief ausgestochen wurde und mit Eisenstangen Löcher zur Vertiefung angelegt wurden, begann die eigentliche Arbeit.

Otto Lendner gab zwischendurch immer wieder Informationen, zum Beispiel zur Jahrtausende alten Kulturgeschichte der Weide, bis hin zur Korbflechterei oder zum heutigen Bauen von Weideniglus und Weidentipis. Mit zahlreichen Beispielen aus anderen, bereits vorangegangenen Objekten, konnte den Teilnehmern immer wieder das Ziel aufgezeigt werden, das man bis zum Ende des Nachmittags anvisierte.

Zum Schluss wurden die kleinen Gräben wieder zugeschüttet, gut gestampft und die gesetzten Weidenstangen und Weidenstecklinge gut bewässert.

Die Weidenelemente des Naturparks wurden bereits im Vorgriff auf die Gartenschau 2007 angelegt. Sie sollen heuer erstmals ergrünen und im Jahr 2007 noch fester zusammenwachsen. Im Rahmen der Anlage sollen dann auch noch die Informationstafeln zum Bauen mit Weidenelementen und über den richtigen Umgang beim Bau und bei der Pflege aufgestellt werden.