Der Naturpark Bayerischer Wald e. V. hatte zu einer gemeinsamen wald- und vogelkundlichen Abendwanderung zusammen mit dem Amt für Landwirtschaft und Forsten Straubing-Bogen eingeladen. Ca. 40 interessierte Teilnehmer und Kinder waren zu dieser Informationsveranstaltung gekommen. Als Exkursionsziel hatte man die Wald- und Feldflur in der Nähe von Elisabethszell gewählt. Der Referent Peter Zach, Revierleiter der Forstdienststelle Konzell erläuterte zunächst kurz die Waldgesellschaften des Vorderen Bayerischen Waldes und die Gefährdungen, beispielsweise durch Borkenkäferarten. Alleine bei Fichte gibt es 19 verschiedene Borkenkäferarten. Jedoch nur Kupferstecher und Buchdrucker sind letztendlich forstlich bedeutsam. Bei Entrindungsaktionen von befallenen Bäumen konnte sogar beobachtet werden, dass auch Wespen wichtige Gegenspieler sind und Borkenkäfer gerne im weißen Larvenstadium verzehren. Interessante Waldbestände mit Esche und Bergahorn konnte man auf einer Fels - Blockhalde entdecken. Darüber hinaus gab es Wissenswertes zu krautiger Waldvegetation zu erfahren. Einige Pflanzenarten wurden dabei bestimmt.

Von den etwa 30 rund um Elisabethszell vorkommenden Singvogelarten kann man am frühen Morgen derzeit etwa 20 singen hören. Am Abend ist es für die Zuhörer etwas einfacher in die Klangwelt der Singvögel einzusteigen. Es singen nicht mehr ganz so viele und nach und nach verabschiedet sich die eine oder andere Art bei beginnender Dämmerung, so dass man die einzelnen Vogelstimmen leichter unterscheiden kann. Bei den Vögeln singen nur die Männchen. Der Gesang dient dem Anlocken von Weibchen und der Revierabgrenzung.

Mit Buchfink, Singdrossel, Zilpzalp, Heckenbraunelle und Gartengrasmücke konnte man einige von ihnen unterscheiden lernen. Die Singdrossel wird von Ungeübten Personen oft als Nachtigall missgedeutet. Die Nachtigall kommt aber nur in wärmeren Lagen vor. Später Gesang, häufig noch im Dunkeln, stammt meist von der Singdrossel. Auch die Unterscheidungen Mönchsgrasmücke und Gartengrasmücke ist nicht einfach. Erst nach längerem Zuhören lassen sich beide differenzieren. Die Mönchsgrasmücke beendet ihre Strophe meist mit einem flötenden Gesang. Auch die Mönchsgrasmücke ist einer der letzten Sänger am spätem Abend. Der Sperlingskauz lässt sich in der Abenddämmerung meist ab März hören, im Mai brütet er schon. Sein Pfeifton ist um diese Jahreszeit nicht mehr vernehmbar. Erst im Herbst singt er wieder seine bekannte, nach oben ansteigende Tonleiter.

Mit einem Hinweis auf die heuer stark blühenden Buchen und die leider auf den Blockfeldern bereits verschwundenen Bergulmen rundete Peter Zach die Informationen zu den Wäldern ab. Zum Schluss bedankte sich Naturpark - Bildungsreferent Hartwig Löfflmann bei allen Teilnehmern für ihr Interesse und lud zu den weiteren Naturpark-Veranstaltungen ein. Nur wenn möglichst viele den Eigenwert der Natur erkennen und sie schützen und erhalten helfen, kann die Naturparkarbeit im Gesamten zielführend sein.

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