Die Wildbachklamm „Buchberger Leite“ war das Ziel einer Naturpark-Fortbildung für Touristiker, Vermieter, Naturführer und Lehrer. Matthias Rohrbacher, der Pfahl - Gebietsbetreuer des Naturpark Bayerischer Wald e.V., konnte bei strahlendem Wetter etwa 35 Naturliebhaber aus Nah und Fern begrüßen. Von Freyung nach Ringelai wanderten die Teilnehmer am acht Kilometer langen Themenwanderweg, der mit Info - Tafeln und einer zwanzigseitigen Begleitbroschüre ausgestattet ist. Urwaldreste überdauern in moos- und farnreichen Schluchtwälder. Der „Pfahl“ – eine deutschlandweit einmalige Bruchlinie im Grundgebirge des Bayerischen Waldes – zeigt sich hier in den dunklen Felsformationen des teilweise verquarzten Pfahlschiefers. Die steilen Felsriegel zwingen die geröllreiche „Wolfsteiner Ohe“ in ihr tief eingeschnürtes Bett. Der im Frühjahr durch die Schneeschmelze in den Hochlagen besonders wasserreiche Wildbach beeindruckt durch das lebendige und tosende Wasserspiel. Ein Teil des Wassers wird in Rohrleitungen, Kanälen und in den blanken Fels gehauenen, kilometerlangen Stollen den Turbinen zugeführt, um die Kraft des Wassers in Strom umzuwandeln. Alte Triftmauern am Ufer zeugen von der Jahrhunderte langen Zeit der Holztrift durch die „Buchberger Leite“. Referent Matthias Rohrbacher berichtete bei der geführten Wanderung über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt am Bach, an den Felsen und in der Schlucht: Schwarz-gelb gestreifte Feuersalamander, scheue Fischotter, nachtaktive Fledermäuse oder seltene Vögel wie die Wasseramsel oder der Schwarzspecht finden hier ihren Lebensraum.

Der Reichtum an Wasser und Luftfeuchte lässt auch eine Vielzahl von Moosen und Farnen gedeihen. Der seltene Tüpfelfarn wächst in vielen Felsritzen oder Astgabeln alter Bäume, wo Moose einen modrig-humosen Untergrund geschaffen haben. Mächtige Edellaubhölzer wie Eschen, Ahorne und Linden überdauern in den felsblockreichen, steilen Schluchtwäldern. Selbst die durch das „Ulmensterben“ selten gewordenen Bergulme findet sich mit einigen stattlichen Exemplaren. Beeindruckt waren die Exkursionsteilnehmer auch über die vielen Blütenpflanzen, die entlang des Themenwanderweges zu dieser Jahreszeit zu finden sind. Echtes Lungenkraut, Milzkraut, Berg-Soldanelle oder weiße Pestwurz prägen das Blütenspiel.

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