PM 15/2021: Mitarbeiterwechsel beim Naturpark in der Geschäftsstelle Zwiesel

Seit über 30 Jahren ist Elfriede Dirmeyer der nicht weg zu denkende, ruhende Pol in der Naturparkgeschäftsstelle. Mit dem 01.05.2021 hat sie sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Begonnen hat sie bereits im Jahr 1990, damals noch in den Räumen in Theresienthal. Über 31 Jahre hinweg kümmerte sie sich um Buchhaltung, Mitgliederverwaltung und Sekretariats-Angelegenheiten sowie um Förderabwicklung des vier Landkreise umfassenden Naturparkvereins, der von Wiesenfelden bis zum Dreiländereck und hinunter bis an die Donau reicht.

Seit 01. Januar 1997, also die letzten 24 Jahre, war sie vom Vorstand zur Schatzmeisterin bestellt worden und hatte die Aufgabe, jährlich an die 2.000 Buchungen für einen Millionenetat abzuwickeln.

Den Mitarbeitern der 89 Mitgliedsgemeinden ist sie als die „Nachmittagskraft“ bekannt, die immer zwischen 12:00 und 16:00 Uhr erreichbar war. Heinrich Schmidt bedankte sich ganz herzlich für das Jahrzehnte lange Engagement mit einem Präsent und wünschte eine schöne Zeit im Ruhestand, der nun mehr Zeit für die bisher auch schon gern getätigten Reisen lässt.

Gleichzeitig wünschte Heinrich Schmidt der vom Vorstand neu bestellen Schatzmeisterin Christiane Kuchler alles Gute in ihrem neuen Aufgabenbereich. Sie wird künftig ganztags im Naturpark anzutreffen sein, nachdem sie seit August 2007 bereits halbtags in der Geschäftsstelle im Bereich der Lohnbuchhaltung, bei Bestellungen und ebenso in der Förderabwicklung tätig war und damit bestens eingearbeitet ist.

Leider musste auf die eigentlich vorgesehenen Abschiedsfeierlichkeiten verzichtet werden.

Bild:

Naturparkvorsitzender Heinrich Schmidt (re), überreicht ein Abschiedsgeschenk an Elfriede Dirmeyer (mitte), Christiane Kuchler (li) übernimmt künftig auch das Amt der Schatzmeisterin


PM 14/2021: Wandertipp der Woche

Waldkirchen. Der Naturpark-Wandertipp der Woche führt in die Saußbachklamm nach Waldkirchen. Ein Geheimtipp ist die weithin bekannte Klamm sicher nicht. Dennoch empfehlen wir einen Besuch in der Saußbachklamm ganz besonders in diesen Tagen. Sie bietet im Frühling einfach ein zauberhaftes Naturschauspiel.

Es warten Licht-Schattenspiele durch die gerade austreibenden Buchenblätter, die die Besucherinnen und Besucher den Frühling nun richtig spüren lassen. Die Gebirgsstelzen tanzen durch die Felsen auf der Suche nach Wasserinsekten. Wasseramseln saußen mit ihren blechernen „zrik“-Rufen durch die Klamm. Am Bachrand blühen Sumpfdotterblumen im intensivsten gelb. Und nur noch wenige Tage können die wunderschönen lila Glöckchen der in Bayern besonders geschützten Wald-Soldanellen bestaunt werden. Diese besondere Art kann man zwar mehr oder weniger im ganzen Bayerischen Wald in feuchten Fichtenwäldern finden, dennoch ist sie nicht häufig und eben bald auch schon wieder verblüht.

Ausgangspunkt der Saußbachklamm-Entdeckungsreise kann entweder die Saußmühle oder der Naturpark-Pavillon östlich der Klamm bei Fischerhäusl sein. Von dort kann man entscheiden, ob man die 1,5 Kilometer von der Mühle bis zum Wehr hin oder zurück geht oder am Kanal, dem ehemaligen Marktbachgraben, entlang zurück geht. Beschildert ist diese Route als Wanderweg 1. Normalerweise ist es ja nicht so spannend den gleichen Weg, den man gekommen ist, wieder zurück zu laufen. Im Fall der Saußbachklamm ist das aber anders. Die Perspektiven von hoch und runter sind jeweils so unterschiedlich, dass es einem garantiert nicht langweilig wird.

Die Saußbachklamm ist übrigens eines der ältesten Naturschutzgebiete Bayerns. Seit 1939 ist man dazu angehalten, besonders sensibel mit der dortigen Natur umzugehen.


PM 13/2021: Wandertipp der Woche

Lalling. Langsam aber sicher verwandelt sich der Lallinger Winkel in ein Blütenmeer. Also allerhöchste Zeit die Wanderschuhe zu schnüren und diese Ecke des Bayerischen Waldes zu erkunden! Zum Beispiel auf dem ca. 7,5 Kilometer langen Steinbruchsteig (Nr. 3). Der gut ausgeschilderte Rundweg startet am Feng-Shui-Kurpark in Lalling.

Der Frühling liegt in der Luft, lässt sich beinahe schon schmecken. Auf der kleinen Wanderung wird man von duftenden (Obst-)Blüten und gluckernden Bächen begleitet. Für die ganz Mutigen ist auch schon das Wasser im Kneippbecken der Gemeinde Lalling aufgefüllt. Wer es lieber etwas gemütlicher hat, lässt seinen Blick über sonnige Waldhänge schweifen. Schmecken, Hören, Riechen, Sehen, Fühlen – keiner unserer Sinne kommt zu kurz. Aber wie ist das eigentlich mit den Pflanzen?

Ja, auch Pflanzen nehmen Reize aus ihrer Umgebung wahr. Denkt doch mal an die Mimose, die sich bei Berührung zusammenzieht. Und nicht nur das, Pflanzen können auch mit ihrer Umwelt interagieren. So sind mittlerweile einige Pflanzenarten bekannt, die bei Parasitenbefall einen Lockstoff produzieren, der wiederum den Fressfeind des Parasiten anlockt. Das vermutlich bekannteste Beispiel ist der Wilde Tabak, der bei einem Befall durch den Tabakschwärmer Duftstoffe produziert, die wiederum Raubwanzen anlocken. Diese „Auftragsmörder“ fressen wiederum die Raupen des Tabakschwärmers. Und da gibt es auch noch die „hörenden Erbsen“. Spaß bei Seite: der Wissenschaftlerin Monica Gagliano von der University of Western Australia ist es tatsächlich gelungen nachzuweisen, dass Erbsenkeimlinge auf das Geräusch von fließendem Wasser reagieren, indem ihre Wurzeln in dessen Richtung wachsen.

Also in diesem Sinne unterschätzt unsere grünen Mitbewohner nicht! Viel Spaß bei der Frühlingswanderung, und vielleicht schauen Sie die Pflanzen am Wegrand nun mit etwas anderen Augen an! Übrigens: Auch auf Facebook und Instagram können Sie unsere Wandertipps verfolgen. Dort finden Sie weitere Impressionen der Wanderung und einen kleinen Kartenausschnitt.  


PM 12/2021: Wandertipp der Woche

Zachenberg.

Der Steinbruch einsam
Am moosgrünen Berg eine
Verwunschene Welt.

Mit diesem Haiku lässt sich der Steinbruchweg der Gemeinde Zachenberg gut beschreiben. Der 6,5 Kilometer lange Weg (mit Aussichtspunkten etwa 8 Kilometer) mit ungefähr 300 Höhenmetern führt durch einen mystischen Wald mit moosbewachsenen Felsen zu verlassenen Steinbrüchen. Beim Gasthaus Egginger (Talstraße 25, 94239 Zachenberg) im kleinen Dorf Auerbach angekommen, führt der Themenweg auf der Straße immer geradeaus, bis er nach links in den Wald abbiegt. Sogleich geht es bergauf durch den Fichtenwald. Die anfängliche Monokultur weicht nach und nach einem vielfältigen Bergmischwald. Bald erreicht man den ersten Steinbruch, den Vogl Bruch. Ein bezeichnender Name - im dichten Wald hört man Buchfinken, Tannenmeisen und den Zilpzalp um die Wette rufen. Nun führt der Weg mal steil bergauf, mal leicht bergab an Steinbrüchen und einer Lichtung vorbei bis die Muschenrieder Kapelle erreicht wird. Die steinerne Kapelle mit dem eisernen Kreuz ist ein faszinierender Anblick.

Im Anschluss geht es mit dem Steinbruchweg bergab, bis man auf eine Forststraße trifft. Von der fehlenden Markierung nicht irritieren lassen und bei der kommenden Kreuzung den Weg nach rechts einschlagen. Bald schon geht’s auf einen kleinen Pfad nach links zu drei weiteren Steinbrüchen – den Hartl Bruch, Rosenlehner Bruch und Wagner Bruch. Verlassene Steinbrüche wie diese dienen mittlerweile einigen bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. So sind die Felswände gute Brutplätze für Uhu, Wander- und Turmfalke. Die Abraumhalden der Steinbruchsohle dagegen bieten ideale Standortbedingungen für Pionierpflanzen und in den Spalten verstecken sich Reptilien wie die Zauneidechse. Auch gibt es in der Sohle oft nährstoffarme Stillgewässer, in denen sich diverse Amphibien- und Libellenarten wohlfühlen.

Unweit von den Steinbrüchen befindet sich ein schöner Rastplatz mit einem Tisch und toller Aussicht, auf dem sich wiederum vom Hunger bedrohte Wanderer wohlfühlen werden. Nach der Pause zurück auf dem Weg erreicht man schnell einen Parkplatz. Von dort aus den Forstweg nach links nehmen, der an einem kleinen Bach vorbei schließlich zurück nach Auerbach führt. Am Wegesrand kann man hierbei einige Frühblüher wie Huflattich, Buschwindröschen, wechselblättriges Milzkraut und am Bachlauf Weiße Pestwurz sowie Sumpfdotterblumen ausmachen, an denen sich die Insekten erfreuen.

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PM 11/2021: Wandertipp der Woche

Bodenmais. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche in das bekannte Bodenmais zur etwas versteckten Gottesgab. Der Silberberg ist das Wahrzeichen von Bodenmais. Der markante Felsgipfel, wegen seines Doppelgipfels auch „Bischofshaube“ genannt, thront gleichsam über dem Markt, der sich zu seinen Füßen hin ausbreitet. Die Geschichte von Bodenmais ist untrennbar mit der Geschichte des Bergbaus am Silberberg verbunden. In den über 20 Kilometer langen Stollengängen, beherbergt er über 60 verschiedene Mineralien. Und noch etwas verbirgt der Silberberg ganz tief in seinen Stollen: Fledermäuse, die hier eines der größten Winterquartiere Mitteleuropas haben.

Mit 18 verschiedenen Fledermausarten gehört der Silberberg zu den artenreichsten Gebieten im gesamten Bayerischen Wald. Er ist ein wichtiges Balzgebiet und auch Winterquartier. Da es im Bayerischen Wald kaum natürliche Höhlen gibt, werden hauptsächlich aufgelassene Bergwerkstollen von den Fledermäusen für ihren Winterschlaf genutzt. Die Winterquartiere müssen feucht und kühl, aber frostfrei sein. Während des Winterschlafs sind alle Körperfunktionen der Fledermäuse auf ein Minimum reduziert und der Energieverbrauch äußerst gering. Beispielsweise benötigen sie dann nur einen Atemzug pro 90 Minuten. Diese noch mehr spannende Informationen über Fledermäuse lassen sich entlang des kleinen Fledermaus-Lehrpfad des Naturparks Bayerischer Wald rund um den Silberberg erfahren.

Wir starten die Wanderung an der Talstation des Silberbergs und folgen zunächst der steilen Teerstraße zur Mittelstation. An dieser wählen wir nicht den direkten Aufstieg zum Silberberg, sondern gehen daran vorbei. Hier war einmal der sogenannte Bremsberg. Mit etwas Klettergeschick und Furchtlosigkeit kann man ein paar Meter in den Stollen „Hochort- ausgebranntes Ort“ hineinklettern, aber Vorsicht ist dabei geboten. Wir setzen unseren Weg auf einem Kiesweg fort und biegen erst beim zweiten Abzweig nach links in den bequemen Weg auf den Silberberg. Dieser führt uns zu einer Stelle mit viel roter Erde, die uns das Eisenerz anzeigt. Hier gibt es wieder für mutige einen kleinen, versteckten Durchschlupf, wo vielleicht Eiskristalle einem noch in Winterwelt verzaubern. Oder man wählt alternativ den kurzen steilen Anstieg, der zur Gottesgab ausgeschildert ist. Hier beim größten Übertageabbau lädt ein Aussichtssteg zum Besuch ein. Dieser wurde in Zusammenarbeit von Markt Bodenmais und Naturpark Bayerischer Wald vor Kurzem erneuert und bietet einen beeindruckenden Einblick in die Gottesgab. Das Farbenspiel aus blauen, gelben, weißen, brauen und roten Farben ist besonders eindrucksvoll. Im Bereich der Gottesgabe gibt es zudem Wissenswertes zum Monitoring am Silberberg und ein paar Rätselfragen zur Franzi Fledermaus.

Wir steigen die paar Meter wieder zurück und folgen wieder dem Wanderweg Nummer 1 der nochmals etwas nach Norden ausholt und dann zum Gipfel des Silberbergs führt. Vom Gipfel können wir einen tollen Rundumblick auf Bodenmais, Kronberg und Harlachberg, das Arbermassiv und bis zum Rachel genießen. Unmittelbar unterhalb des Silberberggipfels informieren drei größere Infotafeln über das Gebiet, das Bergwerk und die Fledermäuse. Für den kurzen Abstieg nehmen wir wieder den Wanderweg Nummer 1, gehen oberhalb der Skipiste in den Wald, halten uns links bergab und folgen dem Wanderweg Nummer 10 bevor wir wieder die Talstation erreichen. Insgesamt ist die Runde etwa 3 km kurz und es sind im Auf- und Abstieg jeweils 200 Höhenmeter zu bewältigen.


PM 10/2021: Wandertipp der Woche

Zenting. Heute führt der Naturpark-Wandertipp nach Ranfels. Dessen gleichnamige Burg sich oberhalb des idyllischen Tals der Großen Ohe auf den Felsen schmiegt. Es erwarten Sie sechs abwechslungsreiche Kilometer zum Wohlfühlen.

Gestartet wird von dem Wanderparkplatz in der Ortsmitte von Ranfels. Auch eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich (Haltestelle: Ranfels, Zenting).

Bevor es Richtung Tal geht, lohnt sich ein kleiner Abstecher Richtung Burg und Kirchenanlage. Entlang des Burg-Rundwegs finden sich tolle Ausblicke und bei dem richtigen Wetter sonnenbeschienene Bänke unterhalb der Burgmauern und Felsen. Hat man sich erst einmal satt gesehen geht es entlang der Nr.24 Richtung Ranfelsmühle. Von dem kurzen Straßenabschnitt sollte man sich keinesfalls entmutigen lassen. Ist man nämlich erst einmal im Tal der Großen Ohe angekommen geht es durch das einladende Tal entlang der Nr. 24 und 29 nach Neuhof. Während sich rechterhand die Große Ohe durch die Wiesen schlängelt, erheben sich linkerhand im lichten Buchenwald verschieden große Felsen.  Nach Neuhof verlassen wir kurzzeitig den markierten Wanderweg und biegen nach rechts Richtung Hauermühle ab. Nach ca. 200 m biegt ein Feldweg nach rechts ab (noch vor der Brücke), diesem folgen wir und kommen so auf den Wanderweg Nr. 68. Nach der Querung der Großen Ohe und einem leichten Anstieg geht es auf der Nr.63 wieder talabwärts Richtung Ranfels. Schon bald lassen sich die Spuren eines pelzigen Burgherrn namens Bieber am Wegrand entdecken. Ab Ranfelsmühle ist der Rückweg nach Ranfels auf der linken Seite der Ohe zusätzlich mit der blau weißen Goldsteig Markierung gekennzeichnet.

Während der Wanderung lohnt es sich den ein oder anderen Blick in das Wasser zu werfen. Die Döbel ziehen wieder munter ihre Kreise in der Goßen Ohe und Froschleich ist an jeder Ecke zu entdecken. Auch in etwas tieferen Fahrspuren findet sich der Laich. Trocknet dieses temporäre „Gewässer“ während der Laichentwicklung nicht aus, ist es eine gute Kinderstube für so manch eine Kaulquappe. Denn in diesen flachen Gewässern erwärmt sich das Wasser schneller, wodurch sich die Tiere auch schneller entwickeln können. Zudem gibt es keine Fressfeinde wie Libellenlarven oder Fische die im benachbarten Teich ganz heißhungrig auf den Laich und die Kaulquappen warten. In intakten Flusssystemen bilden sich immer wieder neue Gewässer zum Beispiel durch Überschwemmungen im Frühjahr. Diese neuen temporären Gewässer in den Flussauen gehören zu den ursprünglichen Laichhabitaten vieler Amphibien. Hier haben die kleinen Kaulquappen aufgrund der fehlenden „Bewohner“, sprich keine Fische oder Libellenlarven, gute Chancen sich zu entwickeln.  Aufgrund der Begradigung der Flüsse finden sich immer weniger so natürlich entstandenen temporäre Gewässer. Heutzutage finden einige Amphibien auch in Fahrspuren ein geeignetes Ersatzhabitat für die Laichablage.


PM 09/2021: Wandertipp der Woche

Geiersthal. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche in die Gemeinde Geiersthal, in den Ortsteil Altnussberg. Die circa acht Kilometer lange Runde startet am Burgparkplatz an der Hofbei-Kapelle und führt abschnittsweise über den Flusswanderweg am Schwarzen Regen. Danach verläuft der Weg hinauf zur Burgruine Altnussberg am höchsten Punkt der Rundtour und schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt. Auf dem mittelschweren Rundweg werden in circa drei Stunden Gehzeit Anstiege von etwa 260 Höhenmetern absolviert.

Zunächst führt der Weg vom Burgparkplatz auf Forstwegen entlang des Wanderwegs mit der roten Nummer 3 bergab in Richtung Schwarzer Regen und Gumpenried. Vorbei an eindrucksvollen Baumriesen, sonnigen Lichtungen und rauschenden Bachläufen geht es teilweise steil hinab ins Regental. An waldfreien Stellen ergeben sich dabei wunderschöne Blicke auf den noch schneebedeckten Gipfel des Großen Arber.

Nach Erreichen des Schwarzen Regen am Holzunterstand des „Nostalgie Haltepunkts Nußberg Schönau“, folgt man der Flusswanderwegs-Beschilderung nach links in Richtung Gstadt. Begleitet von den Schienen der Waldbahn können am rauschenden Fluss mit etwas Glück unter anderem ruhende Gänsesäger und Wasseramsel auf den Felsen im Wasser beobachtet werden. Entlang des meist flachen, sonnigen Wegs sind einige Frühblüher dank der letzten warmen Tage bereits in voller Pracht zu bestaunen und werden von summenden Insekten verschiedener Arten aufgesucht.

Auf Höhe des Haltepunktes Gstadt führt der Flusswanderweg weg vom Schwarzen Regen hinauf in Richtung Rannersdorf. Auf dem etwas steileren Anstieg sind auf nördlicher Seite des Flusses der Turm der Burgruine Neunussberg und der malerische Ort Schönau zu entdecken. Eine dort aufgestellte Bank lädt zur Rast und zum Verweilen ein.

Nach Erreichen der Straße auf Höhe Rannersdorf wird der Flusswanderweg verlassen und die Runde führt nach links entlang der ruhigen Nebenstraße in Richtung Seigersdorf. Auf dieser Strecke sind die Nordseiten und die grünen Gipfel der Vorwaldberge um Predigstuhl, Pröller und Käsplatte zu entdecken. Ab Seigersdorf folgt die Runde dem Wanderweg mit der roten Nummer 2 über Oberleiten und einen letzten etwas steileren Anstieg in Richtung der Burgruine Altnussberg. An der Burgruine angekommen ergeben sich traumhafte Aussichten auf Geiersthal sowie auf die Vorwaldberge um Vogelsang und Dreitannenriegel. Die letzten Meter führen dann etwas steiler bergab zurück zum Ausgangspunkt.


PM 08/2021: Naturpark Wandertipp der Woche

Ringelai. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche in die schöne Ohetalgemeinde Ringelai. Die 7,5 km lange Runde führt vom Ortszentrum von Ringelai auf den höchsten Punkt der Gemeinde, dem Geistlichen Stein auf 731 Metern. Im Aufstieg sind dabei mehr als 300 Höhenmeter zu bewältigen. Damit wird die Ausdauer im Frühling gleich auf die Probe gestellt. Der Weg ist mit den grünen Naturparkschildern und der Nummer 2 von der Gemeinde hervorragend ausgeschildert und der Markierung ist leicht zu folgen.

Rund um den Geistlichen Stein erwartet die Wanderer ein im Moment herrlich lebendiger Mischwald. Entlang des Weges rascheln die Mäuse durch das Laub auf der Suche nach Bucheckern. Die Bussarde balzen mit lauten Schreien über dem Kronendach. Buntspechte trommeln auf morsche Holzstämme und den ganzen Tag über findet ein Konzert der Singvögel des Waldes statt. Zitronenfalter schwirren um die ersten Blüten und sonnen sich erstaunlich gut getarnt im alten Laub. An jeder Ecke verkünden die Bewohner des Waldes in diesen Tagen: Der Winter ist vorbei. Es wird Frühling!

Gerade jetzt ist es also eine großartige Zeit, um in unsere Laubwälder einzutauchen. Viele für Buchenwälder typischen Pflanzenarten nutzen die kurze Zeit zwischen dem Ende des Winters und dem Austrieb der Laubbäume, in der die Sonne fast ungehindert den Waldboden erreicht. Jetzt schießen Bingelkraut & Co aus dem Boden. Einige, wie das Lungenkraut oder die Weiße Pestwurz blühen schon bevor sie überhaupt die Blätter entwickelt haben. Ziel dieser wahren Frühblüher ist es, schnell zu sein. Im Moment ist jede Blüte noch eine absolute Rarität, auf die sich die wenigen schon aktiven Insekten stürzen. In der kurzen sonnigen Zeit am Grund der Laubwälder können die Kräuter die Photosynthese nun auf das Maximum hochfahren. Alles wird in kürzester Zeit erledigt: Blühen, Samen ausbilden und Energie für die dunkle Zeit des Jahres in die Wurzeln verlagern.

Auch wir Wanderer können nun selbst im Wald Sonne tanken. Durch die kahlen Baumkronen hindurch ergeben sich zudem ganz ungewohnte Fernblicke, rund um den Geistlichen Stein bei klarer Sicht sogar bis in die Alpen. Was es mit dem geistlichen Stein auf sich hat, wird nicht verraten. Am sprichwörtlichen Höhepunkt der Tour wird das Geheimnis allerdings auf einer Infotafel gelüftet.

Noch zwei Tipps: Der Anstieg ist gleichmäßiger, wenn man die Runde gegen den Uhrzeigersinn wandert. Und festes Schuhwerk ist im Moment notwendig. Der Waldboden ist noch sehr feucht und durch die Waldarbeiten teilweise auch etwas matschig.


PM 07/2021: Naturpark organisiert Auflichtung der Gehölze in Moosbach

Prackenbach. Unter Federführung des Naturparks Bayerischer Wald wurde im Februar eine Auflichtung der Gehölzbestände am Moosbacher Pfahl durchgeführt. Ziel war dabei der Erhalt der typischen sonnigen Lebensräume für schützenswerte Tiere und Pflanzen entlang der markanten Pfahl-Felsen. Die Maßnahmen wurden durch Fördermittel des Naturparks und durch Eigenmittel des Landkreises Regen finanziert.

Der Moosbacher Pfahl ist eines der schönsten Gebiete entlang des über 150 Kilometer langen, geradlinig verlaufenden Quarzriffs des Pfahls. Dieser ist die wichtigste geologische Besonderheit im Naturpark Bayerischer Wald. Der in der Gemarkung Moosbach verlaufende Abschnitt zeichnet sich durch die vorkommenden Lebensraumtypen mit schützenswerten Lebensgemeinschaften von Pflanzen, Tieren und Flechten aus. Die Flächen entlang der exponierten, weißen Quarzfelsen sind deshalb in großen Teilen Naturschutzgebiet und zugleich Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH).

Der häufig zur Naherholung genutzte Bereich verdankt seinen hohen Wert für die heimische Natur vor allem der sorgsamen und kleinteiligen Nutzung unserer Vorfahren. Während Flächen um den Pfahl herum über die letzten Jahrhunderte gerodet und in Wiesen oder Äcker umgewandelt wurden, blieben die Flächen direkt an den Felsbereichen davon ausgenommen. Jedoch wusste die Bevölkerung auch diese abschüssigen, steinigen Flächen für ihre Zwecke zu gebrauchen. Als Weideflächen für Ziegen und zur Brennholzgewinnung fanden diese Bereiche früher Verwendung. Dadurch wurden besondere Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen.

Seit Aufgabe der traditionellen Beweidung sowie Mahd der Pfahlfelsen und -heiden hat der Anteil an Gehölzen auf den Flächen natürlicherweise stark zugenommen. Die wertvollen Lebensräume am Quarzriff drohten durch Beschattung zu verschwinden. Ohne Landschaftspflege würden die lichten Felsbereiche, Heiden und Magerwiesen mit wertvollen Arten innerhalb weniger Jahre durch Sträucher und Bäume überwachsen werden.

Der in der Landschaftspflege tätige Franz Wenzl aus Moosbach übernahm diesen Winter die wichtige Aufgabe, in südlicher Richtung den Felsen vorgelagerte Gehölze aufzulichten. „Als Landwirt kann ich einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, die heimatliche Natur langfristig zu erhalten und zu pflegen“, äußert sich Wenzl über seine Arbeiten am Pfahl. Wichtig ist dem Landwirt dabei auch Bewusstsein in der Bevölkerung dafür zu schaffen, dass eine angepasste Bewirtschaftung wesentlich zum Erhalt wertvoller Bestandteile der Kulturlandschaft, wie der am Moosbacher Pfahl, beiträgt. Bei der Pflegemaßnahme hat er Sträucher und kleine Bäume abgeschnitten und anschließend abtransportiert. Somit wurde das Feldgehölz behutsam aufgelichtet. Wertvolle Bäume wie alte Eichen und Vogelbeeren, blieben dabei grundsätzlich stehen. Matthias Rohrbacher, Naturpark Projektbetreuer für Landschaftspflege, hat die Maßnahmen organisiert und angeleitet: „Neben dem Auflichten der randlichen Feldgehölze ist eine regelmäßige Mahd der Heiden und Magerwiesen am Pfahl besonders wichtig“. Der Naturpark Mitarbeiter bedankte sich dabei auch bei Peter Fischer aus Voggenzell, der regelmäßig im Spätsommer und Herbst diese Mahden und Nachentbuschungen am Moosbacher Pfahl durchführt.

Für den 1. Vorsitzenden des Naturparks Bayerischer Wald, Heinrich Schmidt, ist das Naturschutzgebiet Moosbacher Pfahl bereits seit Jahrzehnten ein besonderes Anliegen. In den 1990er Jahren hat er die ersten Auflichtungen und Felsfreistellungen am Pfahl organisiert. Besonders wichtig ist ihm dabei auch immer die Information der örtlichen Bevölkerung über die schützenswerten Lebensräume und die notwendige Pflege. „Viele Leute sind gerne bereit, etwas zu schützen oder sich dafür einzubringen, wenn sie Zusammenhänge erklärt bekommen und besser verstehen“, so Heinrich Schmidt.

Foto: Gemeinsame Besichtigung der Landschaftspflegeflächen am Moosbacher Pfahl mit den Verantwortlichen des Naturparks (Mitte: Projektbetreuer Landschaftspflege, Matthias Rohrbacher, rechts: 1. Naturparkvorsitzender, Heinrich Schmidt) und dem Landwirt Franz Wenzl (links). (Foto: Lukas Maier, Naturpark Bayerischer Wald)


PM 06/2021: Naturpark organisiert Tümpelentlandung

Schöllnach. Die Natur in der Marktgemeinde Schöllnach zeigt sich besonders vielfältig: Steile Bergwiesen am Ölberg beim Brotjacklriegel präsentieren im Frühjahr ihre Blütenpracht. Sumpfige Flachmoore und weiten Bachwiesen finden sich versteckt im Talgrund in der Hügellandschaft südlich von Schöllnach. Ein besonderes Kleinod ist das  „Riedener Himmelreich“ mit kleinen Bächen, flachen Tümpeln, urigen Wäldern und artenreichen Mähwiesen. Die ehemals verbrachten Wiesen wurden in den letzten Jahren entbuscht und werden heute wieder meist sehr spät im Sommer und Herbst gemäht. Sehr zur Freude von Flora und Fauna, die in diesem Natura 2000 Gebiet ihren Lebensraum finden. Seltene Schmetterlinge wie der Wiesenknopfameisenbläuling oder rare Blumen wie Knabenkräuter sind hier beheimatet. Diese Landschaftspflege-maßnahmen werden vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. organisiert, der hier gemeinsam mit dem Markt Schöllnach, dem Landkreis Deggendorf und den Naturschutzbehörden aktiv ist. Der Naturparkvorsitzende Heinrich Schmidt freut sich über diese gelungene Zusammenarbeit: „Im Jahr 2020 konnten alleine in der Marktgemeinde Schöllnach Landschaftspflegemaßnahmen von mehr als 40.000 Euro umgesetzt werden, die der Naturpark organisiert hat. Und aktuell sind auch schon wieder neue Flächen dazugekommen“, betont Heinrich Schmidt und lädt alle Interessierte ein: „In einigen Führungen in diesem Jahr wird Naturpark Rangerin und Biologin Lea Stier diese Gebiete noch intensiver vorstellen.“  

In diesem Winter wurden im Riedener Himmelreich alte zugewachsene Tümpel wieder entlandet und das Aushubmaterial abtransportiert. Der Landwirt Xaver Weiß hat dies  gemeinsam mit dem Baggerbetrieb Christian Schreiner durchgeführt: „Von diesen Naturschutzprojekten können auch örtliche Landwirte profitieren und die heimatliche Landschaft wird gepflegt“, sagt Landwirt Xaver Weiß, der bereits seit Jahrzehnten in der Landschaftspflege tätig ist. Die kleinen Tümpel dienen Amphibien wie der sehr seltenen Gelbbauchunke als Laichplätze. Gerade die kleine Unke mit dem knallgelben Bauch braucht diese ganz flachen und gut besonnten Laichtümpel. Aber auch Reptilien und Vögel nutzen dies als Jagdrevier und Insekten wie Prachtlibellen haben hier ihre Kinderstube. „Dies ist einer von vielen kleinen Bausteinen, um vielfältige Lebensnischen in der heimatlichen Natur zu entwickeln“, freut sich Matthias Rohrbacher, der als Naturpark Projektbetreuer diese Landschaftspflegemaßnahmen organisiert: „Damit kann auch der Biotopverbund und der landschaftliche Erholungswert mit vielen großen und kleinen Naturschätzen verbessert  werden.“

Seit über 30 Jahren organisiert der Naturpark hier in dieser Region die Landschaftspflege und Naturschutzaufgaben. Darüber hinaus werden auch Erholungs- und Besucherlenkungsmaßnahmen unterstützt und gefördert. Dieses breite Dienstleistungsangebot für die Gemeinden soll in Zukunft noch stärker forciert werden.

Bild: Naturpark mit Text (Personen von links nach rechts): Matthias Rohrbacher, Naturpark Projektbetreuer und Heinrich Schmidt, 1. Naturparkvorsitzender und Landwirt Xaver Weiß bei der Entlandung eines Flachtümpels  im Riedener Himmelreich