September 2003


Am Freitag, den 3.Oktober findet eine naturkundliche Wanderung in die Wildbachklamm „Buchberger Leite“ statt. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr unter der Brücke der B12 am Saußbach-Stausee in Freyung. Die Naturpark-Bildungsveranstaltung dauert je nach Witterung ca. 3 Stunden. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt Sie herzlich zu dieser gemeinsamen Wanderung ein. Wissenswertes zu Trift und Wasserkraft, die geheimnisvollen Felsriegel des Pfahls oder Interessantes zur Tier- und Pflanzenwelt – diese Themen kann man dabei kennen lernen. Die Bildungsveranstaltung wird vom Pfahlbeauftragtem des Naturparks, Matthias Rohrbacher, geführt. Der „Buchberger Leite“ wurde erst vor wenigen Wochen das Gütesiegel „Bayerns schönste Geotope“ verliehen. Die Wildbachklamm ist damit in die „Bestenliste“ der 100 schönsten erdgeschichtlichen Besonderheiten Bayerns aufgenommen. Ein Naturpark-Themenwanderweg zwischen Freyung und Ringelai lädt zum Erleben und Erkunden dieser einzigartigen Schluchtlandschaft ein. Infotafeln und –pflöcke sowie eine Begleitbroschüre weisen den Besucher auf Wissenswertes und Interessantes hin.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2003 findet im neuen Naturpark- Informationshaus an der B11 - Abfahrt Zwiesel - Süd (Infozentrum 3) Ein Vortrag über Gelblicht statt. Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, 30.09.2003 um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum des neuen Nullenergiehauses. Die Referenten sind Herr Hansjörg Gaim über den biologischen Hintergrund und Herr Jörg Waldmüller über die technischen Möglichkeiten bei Leuchtmitteln und beim Lampendesign. Das Problem besteht darin, dass viele Straßenbeleuchtungen Nachtfalter magisch anziehen, die Tier dann aber Massenweise zu Tode kommen. Ganze Populationen sind dadurch gefährdet. Veranstalter sind der AGENDA – Arbeitskreis Zwiesel und der Arbeitskreis Umwelt und Energie zusammen mit dem Naturpark Bayerischer Wald e.V..


Fledermäuse sind neben den Flughunden die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Sie heißen zwar Mäuse, haben aber mit ihnen sonst nichts weiter zu tun. Da die Arme und Finger zur Fortbewegung mit Flughäuten versehen sind, können sie sich hauptsächlich nur mit den Füßen kopfüber hängend ausruhen. Nachts jagen sie Insekten. Ihre Ultraschallrufe und das reflektierende Echo helfen dabei. Natürlicher Feind ist neben der Hauskatze die stark gefährdete Schleiereule. Der ganze Landkreis Straubing - Bogen bietet den Tieren gute Lebensbedingungen. Von 20 in ganz Bayern vorkommenden Fledermaus-Arten leben hier noch 17. Bei diesen Vorkommen handelt es sich aber nur um Restbestände. Besonders der Einsatz von Pestiziden und die vielen anderen Änderungen in der Landwirtschaft der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts waren Ursache für den Rückgang auf 10 % des ehemaligen Bestandes. Alle Arten sind auch heute noch in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Es wird noch lange dauern, bis von einer Erholung der Vorkommen gesprochen werden kann. Fledermausweibchen bekommen nämlich in der Regel nur ein Junges pro Jahr. Auch die letzte Informationsveranstaltung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. im Landkreis Straubing - Bogen beschäftigte sich mit dem Thema „Fledermäuse“. Als sie um 19.30 Uhr an der katholischen Kirche in Bogen begann, fing es schon an zu dämmern. Weit über 30 Teilnehmer zählte Claus-B. Weber von der Geschäftsstelle in Zwiesel, darunter sehr viele junge Leute und Kinder. Es war kühl und noch eine Stunde vorher hatte es geregnet. Alles in allem recht ungünstige Voraussetzungen für die Beobachtung von Fledermäusen. Denn bei derartigem Wetter fliegen kaum Insekten. Deshalb hatte die Referentin und Fledermausexpertin Susanne Morgenroth auch vier verschiedene Tiere, die von ihr zuhause gesund gepflegt werden, als Anschauungsobjekte mitgebracht: einen Großen Abendsegler, eine Zweifarbfledermaus, eine Nordfledermaus und eine Zwergfledermaus. Allen Besuchern wurde dann Wissenswertes über Fledermäuse vermittelt. Besonders die bis an den Polarkreis vorkommende Nordfledermaus ist im Bayerischen Wald recht häufig. Hingegen viel seltener ist die Breitflügelfledermaus, von der eine große Kolonie unter dem Dach der gegenüberliegenden Bäckerei lebt. Eine Rarität, die erhalten werden muss! In der Zwischenzeit war es ganz dunkel geworden. Nun begann endlich die angekündigte Nachtwanderung. Die Kinder, natürlich hell begeistert, stürmten gleich los. Mit Taschenlampe und Fledermausdetektor wurde zuerst der Bogenbach angesteuert. - Leider Fehlanzeige. Ein Fledermausdetektor ist ein Gerät, mit dem die Rufe der Tiere für den Menschen erst hörbar gemacht werden. Ein leises Knattern im Detektor ist das Anzeichen für die Anwesenheit von Fledermäusen. In Wirklichkeit ist es vergleichbar mit dem Geräusch eines Presslufthammers, der aber vom Menschen nicht gehört werden kann, da die Frequenz der Fledermausrufe weit unter der menschlichen Hörschwelle liegt. Am nahen Donaualtarm wimmelte es nur so von jagenden Fledermäusen. Gut, dass die beiden Fledermausdetektoren der Exkursionsleiter in Betrieb waren und die Orientierungsrufe vieler Zwergfledermäuse gehört werden konnten. Denn zu sehen waren die Jäger in dem schummerigen Licht der Taschenlampen nur ganz ganz schlecht. Auch Wasserfledermäuse und Große Abendsegler gab es dazwischen. Die kleinen Fledermäuse fliegen dabei knapp über der Wasseroberfläche, die großen, wie der Abendsegler, etwa 5 m hoch. Das nächste Ziel lag an einem Waldweg am Fuß des Bogenbergs. Bei trocknerem und wärmerem Wetter gibt es hier ein lohnenswertes Jagdrevier für Fledermäuse. Gerade vertikale Strukturen bilden ausgezeichnete Leitlinien an denen sich die Tiere orientieren können. Wegen der ungünstigen Witterung war aber leider nichts zu entdecken. Gegen 21.30 Uhr erreichten alle wieder den Ausgangspunkt der Rundwanderung und erhielten noch die Fledermausbroschüre des Naturpark Bayerischer Wald e.V. „Kleine Schatten in der Nacht“, die auch beim Landratsamt ausliegt. Damit endete die Veranstaltung. Im Landkreis kümmert sich ein ehrenamtlicher Fledermaus-Betreuer-Ring um die Tiere. (Wir berichteten darüber am 10.06.02.) In jedem Jahr treffen sich die Verantwortlichen zu Fortbildungsveranstaltungen. Dabei werden Erfahrungen ausgetauscht, Bestimmungsübungen durchgeführt und neuste Erkenntnisse gesammelt. Interessierte können daran gerne teilnehmen und ihr Fledermauswissen vertiefen. Auskünfte erteilt der Naturpark Bayerischer Wald e.V. in Zwiesel (Tel. 09922/802480) oder das Landratsamt in Straubing (Tel: 09421/973290)