Mai 2021


PM 17/2021: Wandertipp der Woche

Bodenmais/Drachselsried.

Glatt geschliffene Steine im Bachbett, eine kleine tief eingeschnittene Schlucht und wildes Wasser. In den Wäldern rund um Bodenmais und Drachselsried findet sich neben der bekannten Rißlochschlucht eine weitere Stelle mit „Wildem Wasser“: der Hochfall. Neben der Ursprünglichkeit der umgebenden Wälder, mit seiner Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, ist es vor allem die formende Kraft des Wassers, die Wandernde hier beeindruckt.

Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche zum Hochfall, dem zweithöchsten Wasserfall des Bayerischen Waldes. Die Wanderung beginnt nicht wie üblich in Bodenmais, sondern am Hotel Riedelberg. Zunächst folgen wir der Markierung Rote 8 bergan. Süßlicher Duft verrät uns, dass hier Douglasien wachsen. Zwischendurch erhaschen wir einen Ausblick ins Zellertal und zur Burgruine Neunußberg. Oben auf der Scharebenstraße angekommen, queren wir diese und folgen ihr parallel auf dem Wanderweg. Nach einem leichten Abstieg überqueren wir den Moosbach, der sein Quellgebiet zwischen dem Kleinen Arber und dem Enzian auf einer Meereshöhe von etwa 1160 m hat. Von links fließen ihm das Dürrböbrachbachl und der Forellenbach zu, bevor er den imposanten Hochfall bildet. Diesen erreichen wir, indem wir rechts in den Wanderweg Rote 3 einbiegen und absteigen. Das Tosen des Wassers ist immer lauter zu vernehmen bis wir den Wasserfall erreichen.

Mit seinen sieben bis acht Metern ist der Hochfall zwar deutlich kleiner als sein großer Bruder im benachbartem Rißloch, aber er gehört zweifelsfrei zu den schönsten Flecken rund um Bodenmais und Drachselsried. Das Wasser stürzt in die Tiefe in ein fast kreisrundes Wasserbecken, in eine sogenannte „Gumpe“. Über viele, viele Jahre, ja wahrscheinlich Jahrtausende hat sich hier das Wasser in den harten Gneis hinein gemeißelt und wannenartige Rinnen so herausgeschliffen, dass die streifenartige Anordnung der Gesteinsminerale besonders deutlich wird. Die wunderschönen Schichtungen der Arbergneise kommen zur vollen Geltung. Dann fließt er unter der Holzbrücke durch um abermals ein paar Meter in die Tiefe zu stürzen.

Im Jahr 1965 wurde dieser Bereich entlang des Moosbaches zum Naturdenkmal durch das Landratsamt Regen erklärt. Das flächenhafte Naturdenkmal ist 2,82 Hektar groß und umfasst naturnahe Waldbereiche mit Schluchtwaldcharakter. Wenn es richtig stark geregnet hat und feucht ist, kann es gut sein, dass ein schwarz-gelber Lurch Ihren Wanderweg kreuzt. Dann aufgemerkt, denn nicht nur weil der Feuersalamander leicht giftige Hautsekrete absondern kann, sondern weil er inzwischen „besonders geschützt“ ist. Zahlreiche Farne, Flechten und Moose besiedeln die feuchten Felsen. Hier findet sich auch der Rippenfarn (Blechnum spicant), der auch Kraftfarn genannt wird. Dieser zeichnet sich durch zwei unterschiedliche Formen der Farnwedel aus. Die sporenlosen Wedel, an der Unterseite glatt, werden 15 bis 50 cm lang. Sie überdauern den Winter oft wintergrün als am Boden liegende Rosette. Die sporentragenden Wedel entstehen meist im Zentrum der Rosette und besitzen sehr schmale, rippenähnliche Fiederblätter. Die Sporen sind auf der Unterseite braun und in Zweierreihen zu erkennen. Achten Sie mal bei Ihrer Wanderung auf diese Unterschiede.

Vom Hochfall wandern wir zunächst kurz ansteigend, dann wieder absteigend auf dem Wanderweg Rote 3 weiter bis wir wieder die Rote 8 erreichen. Dieser Markierung folgen wir durch dichte Fichtenwälder wieder zurück bis zum Ausgangspunkt. Wer aufmerksam durch die Wälder beim Hochfall streift, der wird neben einigen Ausblicken auch Ruhe und Stille finden. Auf jeden Fall wird Ihnen der Wechsel zwischen dem rauschenden Moosbach und der Ruhe im Wald, wie auch das „Waldbad“ während Ihrer Wanderung guttun. Insgesamt ist die Runde etwa 6,7 km lang und es sind im Auf- und Abstieg jeweils 250 Höhenmeter zu bewältigen.


Wandertipp der Woche:

PM 16/2021: Wandertipp der Woche

Perasdorf. Es müssen nicht immer die bekannten, hohen Gipfel sein, auch die lieblichen Täler des Vorwaldes bieten für Wandernde ruhige Wege mit faszinierenden Naturerlebnissen. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche durch das Gebiet der Gemeinden Perasdorf und Neukirchen. Die circa zehneinhalb Kilometer lange Runde startet an der Pfarrkirche St. Laurentius in der Ortsmitte von Perasdorf und führt durch das Tal des kühlen, rauschenden Bogenbachs. Dabei verläuft der Weg über die Ortschaften Ober- und Untermühlbach, bevor er schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt führt. Auf dem mittelschweren Rundweg werden in circa drei Stunden Gehzeit Anstiege von etwa 280 Höhenmetern absolviert.

Zunächst führt der Weg auf der ruhigen Nebenstraße, dem mit der blauen Raute markierten Baierweg folgend, bis Hintersollach. Auf diesem Abschnitt ergeben sich bereits beeindruckende Blicke in die Donauebene, bei passender Wetterlage sogar bis zu den Alpen. Nach dem Gasthaus Steininger verläuft der Wanderweg links entlang einer Gehölzgruppe. Wird der Rundweg gegen den Uhrzeigersinn absolviert, wie hier beschrieben, biegt der Weg kurz darauf rechts auf schmalem Pfad durch die Gehölzgruppe ab und kreuzt die Straße nach Obermühlbach.

Danach folgt man weiter der Markierung des Baierwegs in Richtung Oberrottensdorf. Nach kurzem durchquert der Wanderweg bereits das Tal des kühlen und klaren Bogenbachs, an dessen Ufern sich aktuell eindrucksvoll die gelben Blüten der Sumpfdotterblume zeigen. Nach Überschreiten des Baches, führt der Weg auf einer geteerten Straße steil den Hang hinauf mit weiten Blicken über das Bogenbachtal. Nach einem einzelnen Gehöft, oberhalb von Oberrottensdorf, zweigt der Rundweg stark links ab und folgt nun der roten Markierung Nummer 19. Zunächst auf schmalen Pfaden, dann auf breiteren Forstwegen geht es durch abwechslungsreiche Wälder hinunter bis Obermühlbach. Nach Verlassen des Waldes ergeben sich herrliche Blicke auf die verstreuten Gehöfte am Buchaberg und Schellenberg.

Nach Erreichen der Ortschaft Obermühlbach folgt die vorgeschlagene Runde der roten Markierung Nummer 18 nach Untermühlbach. Hier bietet sich jedoch auch die Möglichkeit bereits den Rückweg nach der Überquerung des Bogenbachs auf dem Weg E8, dem grünen Dreieck folgend, anzutreten. Damit wird die Länge der Runde etwa halbiert.

Der Weg Richtung Untermühlbach führt zunächst auf der ruhigen Nebenstraße bis Radmoos. Dort führt er nach links über einen Feldweg wieder hinunter an den Bogenbach. Nach Überquerung des Bogenbachs bei der Anger-Mühle mit dem historischen Wasserrad, zweigt der Rundweg links ab und führt auf einer geteerten Straße zurück bis Obermühlbach. Begleitet wird dieser Abschnitt von einzelnen Anwesen mit regionaltypischen, alten Streuobstbeständen die aktuell in voller Blütenpracht zu bewundern sind.

Kurz vor Erreichen des Bogenbachs bei Obermühlbach, zweigt die Runde nach einer Maschinenhalle stark rechts ab und führt kurz etwas steiler bergauf. Vorbei an einer beeindruckenden Buche mit Spechthöhlen und Pilzkonsolen, folgt man bis Hintersollach der Markierung grünes Dreieck. Dabei geht es auf Forstwegen und schmalen Pfaden durch kühle, lichte Wälder. Am Gasthaus Steininger angekommen, gelangt man schließlich auf gleichem Weg zurück zum Ausgangspunkt.


PM 15/2021: Mitarbeiterwechsel beim Naturpark in der Geschäftsstelle Zwiesel

Seit über 30 Jahren ist Elfriede Dirmeyer der nicht weg zu denkende, ruhende Pol in der Naturparkgeschäftsstelle. Mit dem 01.05.2021 hat sie sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Begonnen hat sie bereits im Jahr 1990, damals noch in den Räumen in Theresienthal. Über 31 Jahre hinweg kümmerte sie sich um Buchhaltung, Mitgliederverwaltung und Sekretariats-Angelegenheiten sowie um Förderabwicklung des vier Landkreise umfassenden Naturparkvereins, der von Wiesenfelden bis zum Dreiländereck und hinunter bis an die Donau reicht.

Seit 01. Januar 1997, also die letzten 24 Jahre, war sie vom Vorstand zur Schatzmeisterin bestellt worden und hatte die Aufgabe, jährlich an die 2.000 Buchungen für einen Millionenetat abzuwickeln.

Den Mitarbeitern der 89 Mitgliedsgemeinden ist sie als die „Nachmittagskraft“ bekannt, die immer zwischen 12:00 und 16:00 Uhr erreichbar war. Heinrich Schmidt bedankte sich ganz herzlich für das Jahrzehnte lange Engagement mit einem Präsent und wünschte eine schöne Zeit im Ruhestand, der nun mehr Zeit für die bisher auch schon gern getätigten Reisen lässt.

Gleichzeitig wünschte Heinrich Schmidt der vom Vorstand neu bestellen Schatzmeisterin Christiane Kuchler alles Gute in ihrem neuen Aufgabenbereich. Sie wird künftig ganztags im Naturpark anzutreffen sein, nachdem sie seit August 2007 bereits halbtags in der Geschäftsstelle im Bereich der Lohnbuchhaltung, bei Bestellungen und ebenso in der Förderabwicklung tätig war und damit bestens eingearbeitet ist.

Leider musste auf die eigentlich vorgesehenen Abschiedsfeierlichkeiten verzichtet werden.

Bild:

Naturparkvorsitzender Heinrich Schmidt (re), überreicht ein Abschiedsgeschenk an Elfriede Dirmeyer (mitte), Christiane Kuchler (li) übernimmt künftig auch das Amt der Schatzmeisterin


PM 14/2021: Wandertipp der Woche

Waldkirchen. Der Naturpark-Wandertipp der Woche führt in die Saußbachklamm nach Waldkirchen. Ein Geheimtipp ist die weithin bekannte Klamm sicher nicht. Dennoch empfehlen wir einen Besuch in der Saußbachklamm ganz besonders in diesen Tagen. Sie bietet im Frühling einfach ein zauberhaftes Naturschauspiel.

Es warten Licht-Schattenspiele durch die gerade austreibenden Buchenblätter, die die Besucherinnen und Besucher den Frühling nun richtig spüren lassen. Die Gebirgsstelzen tanzen durch die Felsen auf der Suche nach Wasserinsekten. Wasseramseln saußen mit ihren blechernen „zrik“-Rufen durch die Klamm. Am Bachrand blühen Sumpfdotterblumen im intensivsten gelb. Und nur noch wenige Tage können die wunderschönen lila Glöckchen der in Bayern besonders geschützten Wald-Soldanellen bestaunt werden. Diese besondere Art kann man zwar mehr oder weniger im ganzen Bayerischen Wald in feuchten Fichtenwäldern finden, dennoch ist sie nicht häufig und eben bald auch schon wieder verblüht.

Ausgangspunkt der Saußbachklamm-Entdeckungsreise kann entweder die Saußmühle oder der Naturpark-Pavillon östlich der Klamm bei Fischerhäusl sein. Von dort kann man entscheiden, ob man die 1,5 Kilometer von der Mühle bis zum Wehr hin oder zurück geht oder am Kanal, dem ehemaligen Marktbachgraben, entlang zurück geht. Beschildert ist diese Route als Wanderweg 1. Normalerweise ist es ja nicht so spannend den gleichen Weg, den man gekommen ist, wieder zurück zu laufen. Im Fall der Saußbachklamm ist das aber anders. Die Perspektiven von hoch und runter sind jeweils so unterschiedlich, dass es einem garantiert nicht langweilig wird.

Die Saußbachklamm ist übrigens eines der ältesten Naturschutzgebiete Bayerns. Seit 1939 ist man dazu angehalten, besonders sensibel mit der dortigen Natur umzugehen.