Januar 2015


Naturpark Bayer. Wald e.V. präsentiert den zweiten Bauabschnitt – Öffnungszeiten neu        

Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hat am 10. Juli 2014 den neu sanierten Grenzbahnhof mit den Ausstellungen und Museen unter dem Titel „NaturparkWelten“ eröffnet. In der zweiten Jahreshälfte 2014 wurde dann fieberhaft am Bauabschnitt 2, nämlich der Sanierung des Mittelbaus mit dem historischen Wartesaal erster Klasse gearbeitet. Dort entstanden ein Museums-Cafe, ein Kellerlokal in dem derzeit eine Fotoausstellung über Andalusien vom P-Seminar des Gymnasiums Zwiesel präsentiert wird und einige Funktionsräume.

Nun sind auch der Küchenbereich und der historische Wartesaal erster Klasse fertig gestellt. Eine größere Eröffnungsveranstaltung ist für den Samstag, 14. März 2015 ab 13.30 Uhr vorgesehen. Dann wird Skiprominenz, zu Autogrammstunden anwesend sein, auch der Rally Weltmeister Walter Röhrl, der selber auch Skilehrer ist, wird kommen. An diesem Tag wird es einen Tag der offenen Tür bei freiem Eintritt geben.

Gefördert wurde die Sanierung des Mittelbaus mit dem historischen Wartesaal 1. Klasse mit Mitteln des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, der Bayerischen Landesstiftung, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern, dem Bezirk Niederbayern, der Gallinger Max Stiftung, dem Landkreis Regen und der Gemeinde Bayer. Eisenstein.

Das Museum-Cafe ist aber für die Besucher der Museen- und Ausstellungen bereits ab sofort zugänglich. Wer die Wintertage zu einem Kurzausflug oder Tagesausflug nutzt, kann bereits in den Räumlichkeiten „Atmosphäre schnuppern“ und sich verwöhnen lassen. Geöffnet ist das Museums-Cafe zeitgleich mit den Ausstellungen in den NaturparkWelten. Die Öffnungszeiten werden in der Bahnhofstraße ein Stück weit harmonisiert. Künftig bleibt neben dem Montag auch der Dienstag geschlossen. Geöffnet ist von Mittwoch - Sonntag, an Feiertagen und in den Ferienzeiten Bayern und Tschechien immer von 09.30 Uhr – 16.30 Uhr. Für die Bahnreisenden gibt es auch Kleinigkeiten zum Mitnehmen.


Das Wetter meinte es ganz gut mit den Teilnehmern der Winterwanderung des Naturparks Bayerischer Wald e.V. im Ilztal. Leichte Minusgrade und wenig Schnee lockten doch an die zwanzig Teilnehmer, die mehr über das Iltzal im Winter erfahren wollten. Die Wasseramsel ließ sich im vorbeifliegen hören. Bei einer solchen Ansammlung am Ufer wollte sie lieber nicht in direkter Sichtweite auf Nahrungssuche gehen, sondern zog es vor etwas entfernt auf einem Stein zu landen. Mit dem Fernglas war sie aber gut zu beobachten. Gänsesäger und Eisvogel konnten neben andern Tieren nur mündlich als Dauerbewohner des Ilztales vorgestellt werden.

Auf einigen größeren Steinen in der Ilz sind bei Schneebedeckung oft seltsame Schleifspuren zu sehen, Enten oder Biber wurde von den Teilnehmern gemunkelt. Naturpark-Gebietsbetreuer Stefan Poost erklärte den Wanderern, dass es sich sehr wahrscheinlich um den Fischotter als Verursacher dieser Spuren handelt. Der verspielte Wassermarder rutscht gerne über solche Felsen ins Wasser. Etwas weiter unterhalb konnten dann auf einem Stein in Ufernähe neben Spuren auch die Hinterlassenschaften des Fischotters gefunden und dieser nun eindeutig auch ohne Schnee als echter Ilzbewohner bestätigt werden.

Aufgrund des wenigen Neuschnees und der vielen Wanderer am Wochenende waren in unmittelbarer Nähe des Ilztalwanderweges neben zahlreichen Hundespuren nur wenige Spuren von Wildtieren zu sehen. „Die Wildtiere gehen lieber parallel zum Wanderweg, etwas höher in den Ilzleiten entlang“, so der Gebietsbetreuer. Aber nicht nur die heimischen Tierarten wurden den Teilnehmern vorgestellt, sondern auch die Bemühungen zur Wiederansiedlung der Sibirischen Schwertlilie auf den wenigen Wiesen im Talgrund der Ilz. Vielleicht erfreut diese schöne Pflanze in ein paar Jahren wieder an vielen Stellen die Wanderer im Ilztal. Dass man diese seltenen Pflanzen im Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ nicht pflücken oder ausgraben darf, war für die Teilnehmer selbstverständlich. Nach gut zweistündiger Wanderung waren die Spurensucher wieder zurück an der Schrottenbaummühle.


Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer führte 20 Teilnehmer einer Naturparkführung in die NaturparkWelten ein

Der Arber ist nur ein Thema der im letzten Juli eröffneten vier Ausstellungen und Museen in den NaturparkWelten im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. Doch er ist quasi das Verbindende. Alle Ausstellungen – sei es das Europäische Fledermauszentrum, das Skimuseum oder das Museum „Eisenbahn und Mobilität“ - haben irgendwie auch den Arber zum Thema. Jede von ihnen vertieft eine Facette des „Königs des Bayerischen Waldes“. So spannend, informativ und selbsterklärend jede der NaturparkWelten-Ausstellungen auch ist: Besonders interessant sind auch die Geschichten und Ideen, die sich hinter den Ausstellungen verbergen. Zum 20jährigen Jubiläum der „Gebietsbetreuung Arberregion“ lud daher Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald kürzlich alle Naturparkfreunde ein, auf einem gemeinsamen Rundgang durch die NaturparkWelten mehr über die Entstehung der Museen – speziell natürlich über die der interaktiven Arberausstellung - zu erfahren.

Bereits seit dem Jahr 2000 beherbergt die ehemalige Empfangshalle des Grenzbahnhofes Bayerisch Eisenstein das Bayerisch-Böhmische Informationszentrum für Natur- und Nationalparke. Kernstück der Ausstellung sind hier vor allem der historische Grenzstein, der heute noch daran erinnert, dass einst der Eiserne Vorhang die Eingangshalle des Grenzbahnhofs teilte, und ein Geländemodell des Grünen Dachs Europas. Im Jahr 2006, als die Deutsche Bahn viele ihrer Bahnhöfe verkaufte, entschloss sich der Naturparkverein, den deutschen Teil des Grenzbahnhofs zu kaufen, damit er auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich sein konnte. Die Renovierungsarbeiten erwiesen sich jedoch als schwierig: Feuchtigkeit im Kellergewölbe und marodes Gebälk erforderten eine Sanierung von Grund auf. Dass diese Renovierung ein Erfolg war, konnten die Teilnehmer bereits auf dem Weg zu den neuen Ausstellungen der NaturparkWelten erkennen: Das neu eröffnete Museums-Cafe im historischen Warteraum Erster Klasse lässt heute wieder den Charme vergangener Tage aufleben.

Einblicke in die Arberwelt – in ihre Flora und Fauna, in ihre Geologie und Schutzgebiete soll die interaktive Arberausstellung geben. Sie soll zum Nachdenken anregen, den Besuchern zeigen, dass der Berg uns Menschen viel geben kann, wenn wir Rücksicht auf ihn nehmen. Die Themenbereiche „Mensch und Berg“ und „Naturschutz und Naturnutz“ stellen, so Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, daher die Kernbereiche der Arberausstellung dar: Interviews mit prominenteren Bergexperten, wie dem Natur- und Tierfilmer Jürgen Eichinger oder dem BR-Moderator Michael Pause, aber auch mit weniger prominenten Arberkennern zeigen nicht nur, was der Arber uns Menschen psychologisch geben kann, sondern geben auch Denkanstöße, wie man mit dem Arber zukünftig umgehen könnte. Denkanstöße von Seiten der Gebietsbetreuerin soll das „Fernrohr in die Zukunft“ geben, in dem den Besuchern Bilder verschiedener Zukunftsvisionen präsentiert werden. Die Gebietsbetreuerin: „Ziel war es, dem Gast nicht mit erhobenen Zeigefinger zu sagen, wie es nach Meinung des Naturschutzes aussehen sollte, sondern im zu helfen, die verschiedenen Visionen für sich abzuwägen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.“ Welches Wissen, welche „heimlichen Naturschätze“, welche Geschichte das Gebiet rund um den Großen Arber birgt, erfuhren die Teilnehmer auf dem anschließenden Rundgang durch das Europäische Fledermauszentrum, das Skimuseum und das Museum „Eisenbahn und Mobilität“.