Juni 2021


PM 19/2021: Wandertipp der Woche

Langdorf. Leichte Wanderung ins idyllische Brandten und zum Schwellweiher.

Diese Woche machen wir einen kleinen Ausflug in die Umgebung um Brandten. Die Rundwanderung ist neun Kilometer lang und dauert mit nur 80 Höhenmetern circa drei Stunden. Startpunkt ist die Waldbahnhaltestelle bei Langdorf (Nebelberg), die man im Stundentakt mit dem Zug von Bodenmais oder Zwiesel erreichen kann. Dort kann auch auf dem P&R Parkplatz geparkt werden. Bis 29.06.21 läuft leider noch der Schienenersatzverkehr.

Vom Bahnhaltepunkt wandern wir nach links in Richtung Nordwesten nach Brandten. Der Wanderweg verläuft auf der Straße bis Brandten erreicht wird. Auf dem Weg begegnet uns auf einer Wiese der rosafarbene Schlangenknöterich, der im Volksmund in Anlehnung an sein Aussehen auch „Zahnbürsterl“ genannt. Bei diesem feuchtezeigenden Knöterich handelt es sich um eine wichtige Futterpflanze für die Raupen des Randring-Perlmuttfalters. Wer also bei sich zuhause im Garten oder auf eigenen Wiesen das Zahnbürsterl stehen hat, sollte den jeweiligen Bereich nur sehr selten mähen – am besten nur alle paar Jahre zur Offenhaltung der Fläche - um den seltenen Edelfalter zu schützen.

In der Mitte des Dorfes Brandten bei der Wanderkarte angekommen, zweigt links ein Weg zum Schwellweiher ab. Auf den Wiesen rund um Brandten vollführen die Rauchschwalben ihre Flugkunststücke. Bald führt der Weg in den Wald, wo man die Schwellweiher-Runde in beide Richtungen beginnen kann. Geht man nach rechts, findet man sich in einem schönen Mischwald mit dichtem Heidelbeerbewuchs wieder. Überall gibt es derzeit neues Leben. Nicht nur neue Triebe schießen hervor, wer im Wald leise ist, kann mit etwas Glück auch jungen Feldhasen und Rehkitzen begegnen. Nach etwa 1,5 Stunden erreicht man den Weiher, der idyllisch in einer Lichtung liegt. Nach einer Pause bietet sich die Option, einen kurzen oder einen etwas längeren Rückweg über Waldmann einzuschlagen. Die kurze Version führt am Rothbach entlang zurück nach Brandten. Von dort aus geht es auf dem gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt.

Auch auf Facebook und Instagram können Sie unsere Wandertipps verfolgen. Dort finden Sie weitere Impressionen der Wanderung und einen kleinen Kartenausschnitt.  

Hinweis: Die Wanderwegs-Nummerierung hat sich bei Langdorf geändert. Brandten und der Schwellweiher sind aber namentlich ausgeschildert und leicht zu finden.


PM 18/2021: Chance der Holunderorchis auf eine Rückkehr in den Landkreis Regen

Kollnburg. Mit dem Ziel, die Chancen für eine Rückkehr des Holunderknabenkrautes auf artenreichen Bergwiesen im Landkreis Regen auszuloten, haben sich Mitarbeiter des Naturparks Bayerischer Wald mit Ernst Obermeier, dem Beauftragten zum Schutz der Art, in der Gemeinde Kollnburg getroffen.

Der Reichtum an Arten auf den steilen, meist schwer zugänglichen Wiesen an den Nordhängen der Vorwaldberge ist enorm. Wo einst auch die stark gefährdete Holunderorchis vorkam, sind heute immer noch verschiedene, teils selten Arten anzutreffen. Sie alle eint der Bedarf einer düngerlosen Bewirtschaftung mit spätem Schnittzeitpunkt. Dadurch kann der aktuelle Bestand an Arten auf vielen wertvollen Flächen gesichert werden.

Viele dieser Flächen sind im bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm oder werden durch gezielte Landschaftspflegemaßnahmen entwickelt. Dies finanziert sich v.a. mit der Naturparkförderung aus dem LNPR - Förderprogramm des Bayer. Umweltministerium.  Eigentümer, Landwirte, der Landkreis Regen und der Naturpark Bayerischer Wald sind hier gemeinsam tätig. Matthias Rohrbacher, Projektbetreuer Landschaftspflege vom Naturpark, organsiert die Pflege dieser wertvollen Bergwiesen: „Mit der guten Zusammenarbeit von allen Beteiligten haben wir bereits vieles für die Flora und Fauna erreicht.“

Die letzten Vorkommen des Holunderknabenkrauts beschränken sich im Naturpark Bayerischer Wald auf wenige, teilweise isolierte Vorkommen in den Landkreisen Deggendorf und Straubing. Auf Flächen im Landkreis Regen auf denen diese Art einst vorkam, ist sie durch fehlende oder nicht angepasste Bewirtschaftung bereits seit Jahrzehnten verschwunden. Die im Volksmund auf Grund der roten und hellgelben Blütenvarianten als Adam und Eva bezeichnete Orchidee,  hat im Vorderen Bayerischen Wald einen ihrer letzten Verbreitungsschwerpunkte in Bayern.

Mit Ernst Obermeier vom Büro FNL wurden nun ehemalige Wuchsorte in der Gemeinde Kollnburg besichtigt und die grundsätzliche Geeignetheit der Flächen besprochen. Der Experte ist im Einsatz für das Holunderknabenkraut unterwegs, um Flächen zu beurteilen, notwendige Pflegeeingriffe festzulegen und Hilfsmaßnahmen umzusetzen. Viele der in Frage kommenden Flächen wurden bereits in den letzten Jahren durch Beseitigung von beschattenden Bäumen und Nährstoffentzug optimiert. Der dadurch erreichte Zustand weist laut dem Experten bereits für die Holunderorchis grundsätzlich geeignete Standorteigenschaften auf. Trotzdem bedarf es weiterer Pflegemaßnahmen um die Flächen wieder zu einem idealen Wuchsort zu entwickeln. Alle Anwesenden blicken positiv in die Zukunft und schließen eine baldige Rückkehr der seltenen Orchideenarten nicht aus.