Mai 2020


Zwiesel. Nur wenige Geräusche verbinden wir so innig mit dem Sommer, wie das eines laufenden Zwei-Takt-Motors eines Rasenmähers in der Nachbarschaft. Doch wie gegenwartsnah ist der perfekt getrimmte, englische Rasen noch zu Zeiten von Petitionen wie „Rettet die Bienen“?
Tatsächlich gibt es dazu bereits wissenschaftliche Studien, wie etwa die des Landwirtschaftsministeriums der USA (USDA forest service), welche sich mit den Auswirkungen des Rasentrimmens auf die Insektenvielfalt beschäftigen. Für den Naturpark Bayerischer Wald war das Ergebnis wenig überraschend: Je regelmäßiger gemäht wird, umso weniger wertvoll ist der Lebensraum für Insekten. Ein Rasen, der wöchentlich gemäht wird, ist praktisch wertlos, andererseits kann durch ein Mähintervall von zwei Wochen die Artenvielfalt bereits deutlich erhöht werden. Für eine große Bienen- und Blumenvielfalt sollte man mindestens drei Wochen keinen Rasen mähen.
Rasenmäher werden wohl auch in Zukunft noch zu unserem Alltag gehören. Wichtig, so der Naturpark, sei aber, wie oft gemäht werde. Wer also ohnehin wenig Lust auf Rasen mähen habe, der müsse sich nicht unbedingt einen Rasenmähroboter kaufen. In der heutigen Zeit könne man ganz bequem die Artenvielfalt als Ausrede für „ungepflegte“ Gärten nutzen und einfach Gras drüber wachsen lassen.  − bbz/Foto: NP


St. Englmar. Im ca. 5 km  langen Rundweg ist man eingeladen die Landschaft um St. Englmar auf Infotafeln und mit spielerischen Erlebnispunkten näher kennen zu lernen. Hier findet man weite Wälder, wilde Felsengipfel, lichte Wacholderheiden und sonnige Bergwiesen. Die Infotafeln enthalten unter anderem Hinweise zu Luchs und Auerhahn, informieren über die Wichtigkeit naturnaher Bergmischwälder und erklären den geologischen Aufbau des Vorwaldgebirges. Dank Frageklappen, einer Baumwippe und einer Sprunggrube ist die leichte Wanderung ideal für Kinder und lädt zur spielerischen Naturerfahrung ein. Am Naturlehrpfad befinden sich drei Felsengipfel mit über 1000 m Höhe. Diese liegen nur ca. einen Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Der Predigtstuhl ermöglicht einen Panoramablick in Richtung Norden und der Knoglgipfel in Richtung Süden zum Bogenberg. Die Tour starten kann man beispielsweise vom Parkplatz Kletterwald bei St. Englmar aus. Sobald es die Corona-bedingten Einschränkungen zulassen, sind auch wieder regelmäßige Führungen rund um das Wilde Waldgebirge geplant.


Lindberg. Der Gemeinderat hat beschlossen, das gemeinsame Projekt von Naturpark und Nationalpark Bayerischer Wald zur Einrichtung eines „Sternenparks“ (Dark Sky Reserve) und die Bewerbung zur offiziellen Anerkennung durch die IDA (International Dark Sky Association) zu unterstützen. Um die Anerkennung zu bekommen und damit werben zu können, muss die öffentliche Beleuchtung umgerüstet werden. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich laut einer Aufstellung des Bayernwerks auf rund 150 000 Euro brutto. Die Kosten sollen auf die Haushaltsjahre 2021, 2022 und 2023 verteilt werden. Die Zustimmung der Gemeinde Lindberg gilt nur, wenn sich genügend Nachbargemeinden an dem Projekt beteiligen und so eine Zertifizierung zum „Sternenpark“ durch die IDA zustande kommt. − chr