Eine kleine Gruppe ornithologisch Interessierter war der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald e.V., dem Landesbund für Vogelschutz, dem Verein für Arten- und Biotopschutz in Bayern e.V. und dem Haus der Natur, Kunst Kultur und Jugend zu einer geführten Vogelstimmenwanderung am Karoli gefolgt. Unter der Leitung von Beate Seidel vom Landesbund für Vogelschutz konnten sich die sehr interessierten Teilnehmer in die unterschiedlichen Gesänge und Rufe unserer heimischen Vogelwelt einhören. Mit Hilfe einer Vogeluhr erklärte die Leiterin, dass es Nachtsänger, „Frühaufsteher“ und „Langschläfer“ in der Vogelwelt gibt (fast so wie im „richtigen“ Leben auch). Viele heimische Arten waren zu hören: Hausrotschwanz, Amsel, Singdrossel, Star, Buchfink, Meisen, Goldhähnchen, Mönchsgrasmücke, um nur einige zu nennen. Insgesamt sangen und riefen 19 Singvogelarten. Aber auch das Fehlen einiger Arten im Vergleich zu den Vorjahren wurde bemerkt: die Kleiber in der Allee, der Gartenrotschwanz in dem Gebüsch an der Allee, der Waldlaubsänger am oberen Waldsaum, der Neuntöter aus der Hecke zwischen den Feldern, die Goldammer in den Gehölzen in der Nähe der Tennisplätze. Durch die Ausholzungen rund um den Karoli gingen Deckungsmöglichkeiten für die Vögel verloren, der ehemals parkartige Charakter und auch der Schutz der Hecken vor dem Wind fehlen seither. Damit wird offenkundig, dass Eingriffe des Menschen in das sehr komplexe Ökosystem meist weitreichender sind, als sie zunächst erscheinen. Sehen konnte man die meisten der gehörten Singvogelarten nicht, erst unser Hören lässt uns erfahren, welche Reichtümer es in unserer Heimat zu bewahren gilt.

Zurück