2014


Bereits seit vielen Jahren laden der Naturpark Bayerischer Wald und der Naturkundliche Kreis Mitte August besonders alle naturwissenschaftlich Interessierten zu gemeinsamen Exkursionen ein. Traditionell stehen dabei immer die in den Eiszeiten geformten Landschaftsbestandteile im Mittelpunkt, beispielsweise die bayerisch-böhmischen Karseen oder – wie im letzten Jahr - das Toteisfeld bei Bodenmais. Dass die sogenannten „Eiszeitrelikte“ nicht nur für Naturwissenschaftler, Erholungssuchende oder Touristiker von Bedeutung sein können, zeigte das diesjährige Exkursionsziel, die eiszeitlichen Löss-Ablagerungen bei Kumreut, die zu den fruchtbarsten Böden des Bayerischen Waldes gehören.

Bereits zu Beginn der Führung, zu der Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und Fritz Pfaffl vom Naturkundlichen Kreis rund 20 Teilnehmer begrüßen konnten, verdeutlichte Pfaffl im Großwiesener Talkessel unterhalb von Kumreut, wie diese – wegen ihrer Fruchtbarkeit auch als „Kornkammer des Bayerischen Waldes“ bezeichneten - Lössböden entstanden sind: In den Zwischen-Eiszeiten wurden von den Hochlagen besonders feiner Löss abgeweht und zum Teil an den windstillen Seiten des Großwiesener Tals wieder abgelagert. Durch den Niederschlag wurde der Löss-Staub an diesen Talhängen zu Lösslehm verdichtet. Ein Teil des besonders feinen „Erdstaubs“ wurde jedoch durch den Wind über die Talränder hinaus zum Ödhof, dem zweiten Ziel dieser Exkursion, verfrachtet und bildete dort bis zu einem Meter mächtige Lössböden.

Als Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt der Exkursion führte Pfaffl die Teilnehmer zum wohl besten Boden des ganzen Bayerischen Wald. Fritz Pfaffl: „Da der Löss hier - in einem heute mit Mais bepflanzten Feld zwischen Prombach und Auggenthal – mit einem Oberboden aus besonders fruchtbarer Schwarzerde angereicht ist, ist dieses Feld nicht nur bodenkundlich etwas besonders, sondern auch wirtschaftlich gesehen.“


Nicht nur die stillen Seiten des Großen Arbers, sondern selbst das Gipfelplateau hat – trotz den besonders in den letzten 15 Jahren stark zugenommene Verbauungen – Dank der Naturschützer noch viele Schätze „am Wegesrand“ zu bieten. Einige sind eher unscheinbar, wie z.B. der Alpen-Sauerampfer, den viele Wanderer für einen gewöhnlichen Sauerampfer halten. Ein Mitte Juli bis Ende August blühender „Naturschatz“ fällt jedoch jedem Besucher auf: Der Ungarische Enzian. In den letzten Jahren konnte er sich – Dank Landschaftspflegemaßnahmen - deutlich ausbreiten. Ziel dieser Landschaftspflegemaßnahmen ist es, durch die gezielte Mahd der Heidelbeersträucher im Gipfelbereich zu gewährleisten, dass der Ungarische Enzian besser aussamen und leichter wachsen kann, da er nicht durch Sträucher „bedrängt“ wird. Bereits jetzt, nach relativ wenigen Jahren, zeigt sich, dass diese Mühen der Naturschützer – neben einer Handvoll hauptamtlicher Naturschützer waren es bisher hauptsächlich Familien und Schulklassen – von Erfolg gekrönt sind: Die Ungarischen Enzian-Felder im Gipfelbereich gelten in den Hochsommer-Wochen als eines der schönsten Naturerlebnisse des Bayerischen Waldes.

Kürzlich luden Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, Commerzbank-Umweltpraktikantin Sara von Eitzen vom Naturpark Bayerischer Wald und Anette Lafaire, Gebietsbetreuerin vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald wieder alle großen und kleinen Arberfans dazu ein, dem „König des Bayerischen Waldes“ in einer spielerischen Landschaftspflegeaktion zu helfen. Um den Kindern – darunter auch Vier- und Fünfjährigen – den Aufstieg vom Brennesparkplatz zum Gipfel zu erleichtern, erzählten die beiden Gebietsbetreuerinnen der Gruppe nicht nur allerhand Spannendes über die Arberwelt, sondern ließen sie in Naturerlebnisspielen sogar voll und ganz in sie eintauchen.

Nach einer kurzen Gipfelrast und einer ausführlichen Einführung durch Dr. Isabelle Auer darüber, was bei der Landschaftspflegeaktion zu beachten sei, erhielten die Teilnehmer die offizielle Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde Regen, ausnahmsweise und nur für diese Aktion im Rahmen des Naturpark-Jahresprogramms die Wege zu verlassen, um rund um die Standorte des Ungarischen Enzians die Heidelbeeren abzuschneiden. Nach etwa einer Stunde intensiver Arbeit, die jedoch allen sichtlich Spaß machte und in der die kleinen Helfer auch viele anerkennende Worte der vorbeigehenden Gipfelbesucher bekamen, konnten die Gebietsbetreuerinnen den zwölf Teilnehmern als Dankeschön und Erinnerung die Arberverdienstmedaille verleihen, mit der der Naturpark Bayerischer Wald all diejenigen ehrt, die sich für den Schutz des Arbergebiets einsetzen.


 Gründlanderhaltung durch Traktoren mit Mähwerk oder durch Ziegen? Die landschaftspflegerischen Qualitäten von Tieren macht sich der geprüfte Natur- und Landschaftspfleger und Bio-Landwirt Ludwig Scherm zunutze: Auf einigen Flächen, die mit landwirtschaftlichen Maschinen nicht oder nur schwer zu bewirtschaften sind, setzt er Ziegen und Esel dazu ein, das Grünland offenzuhalten. Die Ziegen beißen Gehölze zurück und die Esel knabbern das Gras kurz. Seit kurzem geht der Landwirt sogar noch einen Schritt weiter und untersucht pionierhaft auf Probeflächen, inwieweit sich auch seine Bio-Schweine zur Landschaftspflege eignen.

Einer bunt gemischten Gruppe aus Erwachsenen und Kindern zeigte Ludwig Scherm kürzlich seine Weidetiere und die dazugehörigen Weideflächen. Während die Erwachsenen über die Rentabilität eines solchen Beweidungsprojektes diskutierten, waren die Kinder vor allem von den Ziegen und Eseln fasziniert. Es war den Teilnehmenden nämlich exklusiv erlaubt, über die Umzäunungen zu klettern und hautnah Kontakt zu den Weidetieren aufzubauen. Auch die kleine Wanderung von Weide zu Weide war spannend gestaltet: Sie führte recht abenteuerlich über einige Gräben und Wasserlöcher, vorbei an malerisch überschwemmtem Grünland. Für die Überschwemmung dieses Grünlands war der Biber verantwortlich. Und im Grunde war er auch die Ursache für die Suche nach alternativen Landschaftspflegekonzepten um Höllmannsried in der Gemeinde Kirchberg im Wald. Durch die Überschwemmungen, die sein Damm- und Burgenbau verursachten, wurde eine rentable landwirtschaftliche Nutzung der betroffenen Flächen nahezu unmöglich. Im Zuge der Entwicklung eines Landschaftspflegekonzeptes wurde festgestellt, dass auf einigen Flächen eine maschinelle Bearbeitung nur schwerlich durchzuführen ist. Für hanglagiges, unwegsames Gelände, das schwer zugänglich, häufig überschwemmt oder stark bebuscht war, wurden also Alternativen benötigt. Die Lösung hieß: Beweidung. Daher kaufte die Untere Naturschutzbehörde, wo es möglich war, die Flächen auf und sorgte dafür, dass sie extensiv bewirschaftet wurden, aber dennoch den Charakter offener Grünflächen behielten. Ludwig Scherm erklärte sich bereit, seine Tiere auf den Flächen grasen zu lassen. Und so erhielten die Teilnehmer durch Ludwig Scherm viele interessante Informationen zu alternativen Landschaftspflegekonzepten. Bei bestem Sommerwetter kamen alle auf ihre Kosten und konnten viele lebendige und praktische Eindrücke von der Landschaftspflege mitnehmen.

 


Das Auerhuhn – der bedrohte Wappenvogel des Naturparks Bayerischer Wald – fasziniert nicht nur Vogelkundler und Naturwissenschaftler, sondern viele Naturbegeisterte – sowohl Einheimische, als auch Gäste. Kürzlich folgten daher 40 Wanderer der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald und der Touristinfo Drachselsried, auf einer Wanderung von der Schareben zur Heugstatt gemeinsam mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer die Lebensweise und vor allem den Lebensraum des größten heimischen Waldvogels kennenzulernen. Dank eines Wiederansiedlungsprojektes der „Schutzgemeinschaft Auerhuhn“ lebt heute in den alten, lichten Nadelholzwälder, wie man sie in den Kammlagen des Arbergebiets, des Nationalparks und des Künischen Gebirges findet, eine Population, die gerade groß genug ist, um die Art zu erhalten. Daher ist es wichtig, dass Forst und Naturschutz besonders hier eng zusammenarbeiten: Beispielsweise entschloss man sich – trotz der Borkenkäfergefahr – die im Januar 2007 durch den Orkan Kyrill entstandene Windwürfe erst nach dem Flügge-Werden der Auerhahnjungen Mitte Juli aufzuarbeiten, um ein Zusammenbrechen des Bestandes zu verhindern. „Auch die Besucherlenkung und vor allem die Öffentlichkeitsarbeitsarbeit“, so die Gebietsbetreuerin, „spielt – neben der Forschung - im Auerhuhnschutz eine besonders wichtige Rolle. Nur, wenn die Natursportler wissen, warum sie sich an bestimmte Regeln halten müssen, wird Naturschutz nicht als Gängelei, sondern als gemeinsame Aufgabe aller Naturliebhaber empfunden.“

Daher erklärte die Gebietsbetreuerin – selbst eine begeisterte Schneeschuhgeherin - den Exkursionsteilnehmern nicht nur, weswegen zwischen dem 01. November und 30. Juni im Auerwildschutzgebiet ein striktes Wegegebot herrscht oder weswegen hier Hunde angeleint werden müssen, sondern auch, weswegen es besonders wichtig war, dass der Naturschutz in Zusammenarbeit mit dem Forst, den betroffenen Gemeinden und dem DAV in den letzten Jahren naturverträgliche Schneeschuh- und Skitourenrouten konzipierten.


Naturpark Bayer. Wald stellt mit Grenzbahnhof größtes Projekt aller Zeiten vor

Zur 47. Jahreshauptversammlung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. konnte der 1. Vorsitzende Heinrich Schmidt im Gasthaus zur Säge in Auerbach im Landkreis Deggendorf Mitglieder, Gemeindevertreter und Ehrengäste begrüßen. In seinem Rückblick stellte er die Aufgaben, mit Blick auf die vielen neuen Bürgermeister nach der Kommunalwahl, etwas ausführlicher vor. Ein besonderer Dank ging an die ausscheidenden Vorstands- und Ausschussmitglieder. Ein herausragendes Ereignis war die Eröffnung der NaturparkWelten im Grenzbahnhof Bayer. Eisenstein durch Umweltminister Dr. Marcel Huber am 10.07.2014. Bisher wurden 7 Millionen Euro in Bausanierung und Museumsbau gesteckt, der Kostenrahmen konnte nahezu eingehalten werden. Insgesamt 14 Förderstellen und Geldgeber darunter die Europäische Union mit dem Programm INTERREG IV, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, das Bayerische Umweltministerium mit der Abwicklung des Konjunkturpaketes II und der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien trugen zum Gelingen bei.

Nach den Grußworten von Bürgermeister Straßer und Landratsstellvertreter Erl liefert Geschäftsführer Hartwig Löfflmann den Geschäftsbericht. Er stellte Haushaltsnachweisung und Haushaltsplan vor. Beides wurde einstimmig gebilligt. Erl bezeichnete den Grenzbahnhof als wahres Juwel und dankte nochmals für den Einsatz zum Erhalt dieses einmaligen Baudenkmals.Es entstand das Europäische Fledermauszentrum, eine Ausstellung zum König Arber, ein für den Bayerischen Wald einmaliges Skimuseum und unter dem Motto „Höchste Eisenbahn“ gibt es vielfältige Informationen über den Grenzbahnhof und den Bahnbau durch das Grenzgebirge auf der kürzesten Verbindung von München nach Prag. Eine durch ehrenamtliche Helfer im Bau befindliche Modelleisenbahnanlage rundet das Ganze ab. Hier werden noch Helfer gesucht. Wer den Naturparkverein unterstützen will, kann für 11.- € im Jahr auch Mitglied im Verein werden.Unter der Wahlleitung von Landratsstellvertreter Peter Erl wurde für die nächsten drei Jahre einstimmig ein neuer Vorstand gewählt. Es sind dies Heinrich Schmidt als 1. Vorsitzender, Heinrich Lobmeier als 2. Vorsitzender und neu Ferdinand Brandl der Bürgermeister der Gemeinde Hunding als 3. Vorsitzender.Schmidt bat in seinem Schlusswort die verantwortlichen Politiker um Unterstützung bei der Schaffung einer besseren Ausstattung für Naturparke in Bayern. Nur so kann man Projekte realisieren und ländliche Strukturen stärken.


Ursprüngliche Natur fasziniert heute mehr denn je. Sie bietet einen Kontrast zum oft hektischen Alltag und lehrt uns das Staunen, selbst, wenn es sich nicht um fremde, ferne Landschaftsräume, sondern um die Natur „vor der Haustür“ handelt. Viele Orte im Bayerischen Wald erkennen immer mehr auch das touristische Potential, dass eine besonders ursprüngliche Natur bieten kann. Ein Stück „echten Urwalds“, also ein Gebiet, in dem in vielen Bereichen nie Forstwirtschaft betrieben wurde, ist das Naturschutzgebiet und Naturwaldreservat „Rißloch“ mit seinen höchsten Wasserfällen des Bayerischen Waldes. Kürzlich folgten 16 Wanderer, darunter sowohl einheimische Arberkenner als auch Gäste, der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald, gemeinsam mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer die Rißlochschlucht auf den Spuren des „Kreislauf des Lebens“ und der „Kraft der Natur“ zu durchwandern.

Welche Kraft das „Lebenselixier“ Wasser hat, wurde den Teilnehmern – trotz der zu Zeit eher geringen Wasserführung des Rißbachs - bereits zu Beginn des Rundgangs bewusst: Glatt geschliffene Felsen im Bachbett, aber auch die Steilheit und Tiefe der Schlucht zeigen besonders eindrucksvoll, dass zwar eine Schwachstelle in der Erdkruste dafür entscheidend war, dass die Schlucht ausgerechnet an dieser Stelle entstehen konnte, dass es jedoch das Wasser und nicht andere Naturkräfte waren, die dieses Gebiet entscheidend prägten.

Da in der feuchten Schlucht Verwitterungsprozesse besonders schnell ablaufen, lässt sich in diesem Naturwaldreservat der „Kreislauf des Lebens“ eindrucksvoll beobachten, wie die Gebietsbetreuerin an einigen „Baumbeispielen“ verdeutlichte: Noch vor wenigen Jahren war ein etwa zwei Meter hohe Totholzstamm bei Rißlochführungen ein besonders beliebter Ort, um etwas über die naturschutzfachliche Bedeutung von totholzreichen Mischwäldern zu erzählen. Innere Fäulnis führte dazu, dass der Stamm vor einiger Zeit umkippte und nun immer schneller zu Holzmehl verrottet, das wiederum Grundlage für neues Leben ist. Besonders beeindruckte die Teilnehmer jedoch ein über einem Felsen schräg aufliegender Totholzstamm, auf dem sich bereits Fichtenkeimlinge angesiedelt haben. Da diese Keimlinge bei ausreichender Größe mit ihren Wurzeln festen Boden erreichen wollen, ihr „Keimbett“ durch die Schrägauflage des Stammes auf dem Felsen jedoch quasi in der „Luft hängt“, bleibt abzuwarten, wie die Natur in ein paar Jahren dieses Problem lösen wird. Die Natur ist also und bleibt spannend, besonders, wenn man sie – wie im „Naturwaldreservat Rißloch“ sich weitestgehend selbst überlässt.


Das Gefühl, auf einem Berggipfel zu stehen, zählt für viele Menschen zum Schönsten, was es gibt. Besonders intensiv ist dieses Gefühl entweder, wenn es sich um einen hohen oder besonders „formschönen“ Berg handelt, wenn man sich mit diesem „Gipfelsieg“ einen lang gehegten Traum erfüllt oder wenn man dabei miterleben darf, wie intensiv kleine Kinder ihren ersten „Gipfelsieg“ erleben.

Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald lud daher kürzlich besonders Familien zu einer Naturerlebniswanderung vom Brennes zum Arbergipfel ein. Mehrere Spiele, die den Teilnehmern einen „anderen Blickwinkel“ auf die Arberwelt ermöglichten, erleichterten besonders den jüngsten Teilnehmern, darunter beispielsweise dem erst zweijährigen Richard, den Aufstieg über die rund 400 Höhenmetern. Dass man bei diesen Naturerlebnisspielen auch viel über sich selbst erfahren kann, zeigte besonders das Spiel „Blinde Raupe“, bei dem der Führende – also der sehende „Raupenkopf“ – seine „blinde Schlange“ – die Geführten, die ihre Augen geschlossen halten – durch teilweise etwas schwieriges Gelände leitet. Gleichzeitig wird die Umgebung bei diesem Spiel durch das verstärkte Angewiesensein auf den Hör- und Tastsinn anders, meist intensiver erfahren. Wie gut ihr Orientierungsinn ist, konnten die Teilnehmer beim folgenden Spiel „Baumfreund“ testen, bei dem ein Sehender seinen „blinden“ Partner zu einem Baum führt, den der „Blinde“ im Anschluss wiederfinden muss.

Auf diese Weise abgelenkt, reichte die Gruppe nach ungefähr drei Stunden ihr Ziel, das Arbergipfelkreuz, „das“, wie Dr. Isabelle Auer betonte, „ höchstgelegene Gipfelkreuz Deutschlands außerhalb der Alpen, da der höchste Mittelgebirgsberg Deutschlands, der Feldberg, kein Gipfelkreuz hat.“ – Ein Gipfelsieg, von dem vor allem die kleinsten Bergsteiger der Gruppe und ihre Eltern noch lange zehren werden.


Nach einer vierjährigen Sanierungsphase eröffnten Umweltminister Dr. Marcel Huber und Naturparkvorsitzender Heinrich Schmidt im Beisein des tschechischen Umweltministers Richard Brabec am 10. Juli die NaturparkWelten im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. Auf insgesamt fünf Etagen kann man nun viel Interessantes zum Waldbahnbau, zur Geschichte des Skilaufs, zum Arber selbst und zur geheimnisvollen Welt der Fledermäuse entdecken und erleben. Außerdem kann man wie bisher Informationen über die Nationalparke Šumava und Bayerischer Wald, das Landschaftsschutzgebiet Šumava und den Naturpark Bayerischer Wald erhalten. Der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber betonte in seiner Eröffnungsansprache die Wichtigkeit der Umweltbildung und dankte dem Naturpark Bayer. Wald für sein Engagement bei der Sanierung des historischen Grenzbahnhofes und bei der Sanierung des Europäischen Fledermauszentrums. Während sich dem Besucher im Europäischen Fledermauszentrum die unbekannte Welt der „Kleinen Schatten in der Nacht“ eröffnet, begegnet er in der Interaktiven Arberausstellung einem Naturraum, der zwar bekannt ist, dessen Vielfalt sich jedoch nur dem erschließt, der sich für den „König des Bayerischen Waldes“ Zeit lässt. Der Skisport ist es, der das Eisensteiner Tal bekannt machte. Einst winterliches Hilfsmittel für Förster und andere, die sich im tiefverschneiten Wald fortbewegen mussten, entwickelte sich Skifahren bald zu einer der beliebtesten Sportarten überhaupt. Das Skimuseum geht dieser rasanten Entwicklung auf den Grund und stellt Bayerwald-Persönlichkeiten vor, die den internationalen Skisport prägten und prägen. Voraussetzung für die Entdeckung des Bayerischen Waldes war schnelle und kostengünstige Erreichbarkeit. Einst erbaut an der kürzesten Eisenbahnverbindung zwischen München und Prag, war der Grenzbahnhof lange Zeit verbindendes Element zwischen den Völkern. Andererseits spürte man hier auch die Auswirkungen des Eisernen Vorhangs besonders deutlich, da diese unüberwindbar erscheinende Grenze auch den Grenzbahnhof teilte. Im Dachgeschoss der NaturparkWelten entsteht derzeit eine 90 Quadratmeter große „Modelleisenbahnanlage im Maßstab H0. Zum Aufbau werden noch Freiwillige gesucht, die mitarbeiten wollen. Geöffnet sind die NaturparkWelten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 9:30 Uhr – 16:30 Uhr. Der Eintritt kostet 7 € (ermäßigt 5 €)


Viele der heimischen Fledermausarten sind in ihrem Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die ersten Urfledermäuse gab es schon vor ca. 60 Millionen Jahren. Auch das Ilztal, die Leitenwälder und Bauwerke sind Lebensraum für verschiedenste Fledermausarten. Die Stadt Passau und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. laden für Sonntag, den 06.07.2014 zu einer geführten Fledermauswanderung im Naturschutzgebiet „Halser Ilzschleifen“ ein. Treffpunkt ist um 21:00 Uhr am Parkplatz am Hofbauerngut. Zusammen mit der Fledermausexpertin Susanne Morgenroth und dem Ilzgebietsbetreuer Stefan Poost erkunden die Teilnehmer das Fledermaus-vorkommen im Bereich von Gebäuden und über dem Wasser. Auf der ca. 2 Stunden dauernden Führung erfahren Sie mehr über die Biologie und Lebensweise der dämmerungs- und nachtaktiven Fledermäuse. Sie können mittels Technik den Ultraschallrufen lauschen und über die jeweilige Frequenz auch die unterschiedlichen Arten heraushören. Lassen Sie sich inspirieren von den kleinen Schatten der Nacht, die seit Millionen Jahren als nützliche Insektenvertilger mit außerordentlicher Technik ausgestattet sich, die Nacht zum Tage machen. Die Veranstaltung findet nur bei gutem Wetter statt. Bei Regen entfällt sie. Eine gute Taschenlampe und der nächtlichen Temperatur angepasste Kleidung wird empfohlen.


Die Umweltstation Viechtach am Großen Pfahl bietet eine praktische Fortbildung über die Ökologie und Pflege von Streuobstbeständen an. „Alte und junge Streuobstbäume schützen und nützen“ lautet der Titel der Veranstaltung, die vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und dem Naturpark Bayerischer Wald angeboten wird. Dabei kann man umfassende Informationen und Tipps zum Sommerschnitt an Obstbäumen erhalten. Praktische Beispiele an jungen und alten Bäumen runden das Angebot ab. Referent ist Kreisfachberater Klaus Eder vom Landratsamt Regen. Treffpunkt ist am Freitag, den 4. Juli um 15:00 Uhr am Schaubienenstand beim Großen Pfahl unterhalb der Straße von Viechtach nach Tresdorf. Alle Interessierten sind zu dieser kostenlosen, ca. zweieinhalbstündigen Veranstaltung herzlich eingeladen. Pfleglich genutzte Streuobstwiesen mit altem Baumbestand bereichern nicht nur das Landschaftsbild, sondern sind auch wertvolle Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten. Durch richtige Pflege und Nutzung können die alten Baumbestände länger erhalten werden und liefern Obst für unterschiedlichste Verwendung. Auch junge Bäume bedürfen der Pflege und Erziehung, um sich ertragreich und ökologisch wertvoll zu entwickeln. Dies kann beispielsweise durch einen fachgerechten Sommerschnitt gefördert werden.