Im Rahmen des Bildungsprogramms 2003 des Bund Naturschutz in Bayern e.V. findet im Naturpark- Informationshaus an der B11 - Abfahrt Zwiesel - Süd (Infozentrum 3) ein Vortrag zum Thema „Photovoltaik – Anlagen – Das eigene Kraftwerk auf dem Dach“ statt. Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, 18.03.2003 um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum des neuen Nullenergiehauses. Referent ist Dipl. Ing. Hans Schild aus Landshut. Er informiert über die Technik und den Aufbau von Solarstromanlagen und über deren Fördermöglichkeiten.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zusammen mit der Kreisgruppe Regen des Bund Naturschutz in Bayern zu einem Vortrag zum Thema Raumenergie – Technik (RET) geladen. In seinem etwa zweieinhalbstündigen Vortrag versuchte Professor Gruber zu erläutern, was man unter Raumenergie – Technik zu verstehen hat. Etliche synonyme Begriffe, wie z. B. Vakuumfeldenergie, Kosmische Energie oder Nullpunktenergie meinen eigentlich das selbe. Der gebürtige Kehlheimer Josef Gruber lebte und arbeitete auf dem Bauernhof seiner Eltern und studierte danach Landwirtschaft an der TU München. In den Jahren 1961 bis 65 weilte er zu einem Zweitstudium über Statistik, Ökonometrie und Agrarökonomie in den USA. Weitere berufliche Meilensteine waren die Habilitation an der TU München, die erste Professorenstelle für Statistik und Ökonometrie an der Universität Kiel und zum Schluss der Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie an der Fernuniversität Hagen. 1997 wurde Professor Gruber zum Präsidenten der Deutschen Vereinigung für Raumenergie (DVR) gewählt. Die Kontakte von Professor Gruber reichen rund um die Welt, nicht nur zu den Amerikanern, sondern auch zur Kiewer nationalen Wirtschaftsuniversität, die ihm 1999 einen Ehrendoktor verliehen hatte. Gleich zu Beginn seines Vortrags stellte Gruber fest, dass man auf dem Gebiet der Raumenergie immer „harte Fakten“ feststellen müsste, um aus dem Bereich des „Perpetuum Mobile“ herauszukommen, da man sonst als „Spinner“ nicht ernst genommen werde. Seit 1993 widmete er sich wissenschaftlichen Konferenzen, Vorträgen und Tagungen, die sich mit der Raumenergie – Technik befassen. Im Rahmen der Abendveranstaltung tauchten immer wieder die gleichen Namen auf. Mit Harald E. Puthoff, USA, Professor Konstantin Meyl und Claudia Eberlein waren bedeutende Vertreter genannt. Sonolumineszenz - Forscher wollen, einfach gesagt mit Schall Licht erzeugen. Der Casimir - Effekt ist eine Grundlage für das Verständnis der Raumernergietechnik. Einen wichtigen Bereich stellt auch die Neutrino-Forschung dar, die im Jahr 2002 mit dem Physiknobelpreis bestätigt wurde. In Sachen Gerätetypen und Prototypen konnte die Neugierde der Naturparkhaus-Besucher nur wenig befriedigt werden. Professor Gruber beschrieb die Geräte als relativ kleine, kompakte Bauteile, die man Notfalls mit einer Hand heben kann und die eine Größe von etwa 40 mal 40 cm nicht überschreiten müssen. Es beschränkte sich alles auf Folien von Versuchsgeräten. In den USA sind seinen Angaben zufolge derzeit 146 verschiedene Geräte registriert, die aber sicherlich nicht alle funktionieren. Die Wissenschaftler haben versucht sie in zehn große Gruppen einzuteilen, wie Beispielsweise Geräte, die auf der Basis von Permanent – Magneten funktionieren oder Gerätetypen, die mit kondensierter Entladungstechnik arbeiten, aber auch Elektrolysegeräte oder auf der Basis kalter Fusionen. Sehr weit fortgeschritten in diesem Forschungsbereich sind auch die Russen. Mit dem Zerfall der Sowjetunion konnten Forscher sich nach Ablauf einer Sperrfrist von zehn Jahren auch in anderen Ländern ansiedeln. Eine große Schwierigkeit stellt heute dar, dass Forscher vielfach schon sehr misstrauisch sind und verschleiert arbeiten bzw. in Veröffentlichungen nicht alle Details auf den Tisch legen oder aber bewusst Fehlinformationen dazugeben, um sich selbst zu schützen. Prof. Gruber ist auch der Meinung, dass die militärische Forschung wesentlich weiter ist. Eine mangelnde weltweite Zusammenarbeit erschwert außerdem das Vorwärtskommen. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, an öffentliche Fördergelder zu gelangen, da man immer sehr schnell im Bereich der „Spinnerei“ und „Bastelei“ landet. Gruber befasste sich im letzten Teil seiner Ausführungen mit den Technikfolgen – Abschätzungen. Seiner Meinung nach ist das Erdöl in 40 bis 50 Jahren so knapp, dass es nicht mehr erschwinglich ist. Noch brennender ist das Problem in den USA, die selbst nur noch für fünf bis sechs Jahre Erdölvorräte haben. Auch die Kohle ist in 150 bis 200 Jahren zu Ende. Als eine der schlimmsten Fehlentscheidungen der Menschheit bezeichnete Professor Gruber die Nutzung der Kernenergie. Umso mehr sei es heutzutage wichtig, die Fehler der bisherigen Wirtschaftsweise zu korrigieren. Im Rahmen seiner Technikfolgen-Abschätzung befasste er sich mit verschiedenen Szenarien, falls sich RET -Geräte durchsetzten sollten. Ganze Industriezweige würden Überflüssig, andere dagegen neu entstehen. Auch die Bereitstellung verschiedener Energieformen würde einem revolutionären Umbruch unterworfen sein. Auch die Politik bis hin zur Steuergesetzgebung ist in diesem Rahmen verstärkt gefordert. Auch zum Schluss der Diskussion blieb die Vision im Raum stehen, dass man beispielsweise mit Elektroautos von Carl Tilley oder Nikola Tesla und Wasserstoff, der über Yull Brown´s Gas direkt im Fahrzeug erzeugt wurde, Autofahren kann. Gruber wies in diesem Zusammenhang auf die Schweizer Zeitschrift Net-Journal hin, bat aber auch um Unterstützung im Verein Deutsche Vereinigung für Raumenergie oder um Unterstützung bei der geplanten Internationalen neue Energie Stiftung (INES). Wer sich näher über diese Themenbereiche informieren will, kann auch über die Internetseiten www.padrak.com oder www.k-meyl\DVR\dvr.html.de näher einsteigen.


Am Dienstag 11. März 2003 findet um 19:00 Uhr im Naturpark – Informationshaus in Zwiesel eine Veranstaltung mit dem Thema „Börsenkrach – Weltwirtschaftskrise?“, „Kommt der Zusammenbruch?“, statt. Zu dieser Gemeinschaftsveranstaltung laden Wirtschaftsforum Regen, Wirtschaftsjunioren Regen, Mittelstandsunion, Kreishandwerkerschaft Regen, Industrie- und Handelsgremium, Kreisbildungswerk Regen, VHS Regen und Rotary International ein. Angesprochen sind alle Interessierten, der Eintritt ist frei. Zu Beginn werden Dr. Otto Klinger, Dr. Paul Kestl und Landrat Heinz Wölfl ein kurzes Grußwort halten. Die Aktienmärkte jagten vor nicht all zu langer Zeit von Rekord zu Rekord. Es entstand der Eindruck, dass jeder spielend ohne Arbeit reich werden kann, bis plötzlich die Aktienmärkte von heute auf morgen in den Keller stürzten. Der gesamte Aktienmarkt und die Wirtschaft haben sich bis heute nicht erholt. Die Umverteilung des Kapitals von arm nach reich geschieht immer schneller. Für die meisten Menschen ist unser Geldsystem eine gegebene Größe, über die man sich nicht weiter Gedanken macht. Es drängen sich folglich eine Reihe von Fragen auf.  Wo ist das Geld der Kleinanleger nach dem Börsenkrach hingewandert?  Ist eine Stabile Wirtschafts- und Geldordnung in Zukunft noch möglich?  Kann es in einer endlichen Welt unendliches Wachstum geben?  Führt dies für die meisten Menschen zu Armut und Elend?  Stehen wir unmittelbar vor der bisher größten Weltwirtschaftskrise? Auf all diese Fragen versucht der Autor und Diplom Ingenieur Günter Hannich in seinem Vortrag Antworten zu geben.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2003 findet im neuen Naturpark- Informationshaus an der B11 - Abfahrt Zwiesel - Süd (Infozentrum 3) eine Veranstaltung zu Natur- und Landschaftssagen statt. Referent ist der Volkskundler Prof. Dr. Reinhard Haller aus Bodenmais. Der Abend wird vom Zwieseler Woidwinkl – Viergesang mit dazu passenden Liedern umrahmt. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 07.03.2003 um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum des neuen Nullenergiehauses. Der Hintergrund ist das neu entstandene Buch von Prof. Haller. Mehr als 200 im Volksmund erzählte Sagen hat er im Raum Frauenau in jahrelanger Arbeit zusammengetragen. Das Buch, das wegen der umfangreichen Fülle in der Fachwelt für große Bewunderung gesorgt hat, wird in diesem Zusammenhang vorgestellt.


In der Pfahl-Infostelle im „Alten Rathaus“ in Viechtach hielt Kreisheimatpflegerin Frau Cornelia Schink einen Diavortrag über die Kulturgeschichte der Pfahlregion. Die Archäologin führte die Zuhörer in die spannende Welt der Burgen, Kirchen, Kapellen, Feldkreuze, Totenbretter oder „Marterl“. Der Pfahl erhebt sich vielerorts als weißes Quarzfelsenriff in der Landschaft und eignete sich daher als Verteidigungs- und Aussichtspunkt der damaligen Landesherrn. Das Schloss Wolfstein in Freyung steht direkt auf einem Pfahlfelsen. Im 13. Jahrhundert wurde es v.a. als Schutzburg für „Handelsreisende“ auf den „Goldenen Steigen“ erbaut, die von Passau nach Böhmen führten. Auf diesen Handelswegen wurde das damals sehr wertvolle Salz – auch als das „weiße Gold des Mittelalters“ bezeichnet – transportiert. Es hatte bereits den langen Weg von den Salzbergwerken bei Salzburg, über die Salzach und den Inn nach Passau hinter sich, als es beim Schloss Wolfstein vorbei kam. Seine höchste Erhebung erreicht der Pfahl mit der Burg Weissenstein bei Regen. Die Blütezeit dieser Burg ist eng mit dem Adelsgeschlecht der „Degenberger“ verbunden. Die „Degenberger“ waren im Mittelalter berühmt für die Zucht von Turnierpferden, so dass „Weissenstein“ oft als der Schauplatz von Ritterturnieren diente. Die Burg Weissenstein wurde im Laufe ihrer bewegten Vergangenheit dreimal erobert. Im dreißigjährigen Krieg verwüsteten die „Schweden“ die Burganlage. Im österreichischen Erbfolgekrieg hinterließen die „Panduren“ von Oberst Trenck eine blutige Spur im Bayerischen Wald und brandschatzten die Burg. Heute findet man hier mit dem Museum „Das fressende Haus“, dem „Glaswald“, dem restaurierten Burgturm und einem Burglehrpfad über die „Kultur und Natur am Pfahl“ ein interessantes Natur- und Kulturzentrum. Der Pfahl diente aber nicht nur als erhabene Warte für Burgen und Schlösser, sondern zog die Menschen auch als Gebets- und Gedenkstätte an. Am Moosbacher Pfahl in der Gemeinde Prackenbach sind Heiligenfiguren in einem Felsvorsprung versteckt . Daneben befindet sich ein „Heiliges Grab“ mit einer Christusfigur, das in einen Quarzfelsen geschlagen wurde. Die „Kapelle St. Antonius“ am Antonipfahl bei Viechtach lädt mit ihrem Kreuzweg zum besinnlichen Verweilen ein. An die Verstorbenen erinnern hier „Totenbretter“. Diese „Gedenk-Totenbretter“ sind mit den Namen und Lebenszeiten des Verstorbenen versehen, oft wird auch ihr gesellschaftliches Engagement gewürdigt. Früher wurden die Toten auf Brettern im Hause ihrer Angehörigen bis zu ihrer Beerdigung aufgebart. Zur Erinnerung an die Verstorbenen wurden diese „Aufbar-Tottenbretter“ meist an alten Bäumen festgenagelt. Heute findet man diese noch vereinzelt in der Pfahlregion. Zeitzeugnisse aus der bewegten Abbaugeschichte des Pfahls findet man am „Großen Pfahl“ bei Viechtach. Der Abbau des Pfahlquarzes veränderte 100 Jahre lang das Gesicht der Landschaft. Einmalige Felspartien fielen dem Abbau zum Opfer. Die restaurierte Verladestation und „Alte Schmiede“ geben Einblicke in den ehemaligen Ablauf des Steinbruchbetriebes. Ein einmaliger Zeitzeuge ist auch das mächtige, bis zu 30 Meter hohe ehemalige Schotterwerk - die so genannte „Quetsch“, was sich aus dem Wort „quetschen“ ableitet. Hier wurde die rohen Felsenblöcke zerkleinert – von „quetschen“ kommt das Wort „Quetsch“ - und in riesigen Siebtrommeln sortiert. Die Stadt Viechtach hat im Jahr 2000 dieses „Industriedenkmal“ erworben. Damit kann es für die Nachwelt erhalten bleiben und sich in Zukunft hier ein Zentrum für Naturschutz, Umweltbildung und Naherholung bilden. Der Pfahlbeauftragter des Naturparks, Matthias Rohrbacher, dankte zum Abschluss des Diavortrages der Referentin Cornelia Schink und wies darauf hin, dass man sich in der „Pfahldauerausstellung“ im „Alten Rathaus“ in Viechtach das ganze Jahr intensiv mit diesem Thema beschäftigen kann.


Zur ersten Naturpark-Veranstaltung im Jahr 2003 kamen wieder Teilnehmer aus beiden Ländern in den Grenzbahnhof. Der Ingenieur und Hobbyfotograf Bauer-Falkner aus Hauzenberg verstand es, mit seinen zwei Überblend-Projektoren und vier Boxen den Veranstaltungsraum des Grenzbahnhof in ein erstklassiges Kino zu verwandeln. Mit den besten aus einigen tausend Dias zeichnete er musikalisch hinterlegt und mit Gedichten gespickt den Jahreszyklus im Bayerischen Wald und Böhmerwald. Bauer-Falkner ist immer noch seiner alten Spiegelreflexkamera treu geblieben und fängt Landschaftsfotos, aber auch kulturelle Ereignisse und Flurdenkmäler ein. In 19 Sequenzen malte er ein lebendiges Bild vom „grünen Dach Europas“. Der Grenzkamm zieht ihn in den Bann, ebenso die Stadt des Granits – Hauzenberg. Ob das Zauberland an den Schachten oder typische Bayerwaldwasserfälle, es gibt stets passende Bildsequenzen und Zeitreihen. Sonnenuntergänge und Fernblicke über Nebelmeere im Waldland lieferten ebenfalls einiges an Stimmungen. Vielen Betrachtern wurde eigentlich wieder klar, dass man nicht unbedingt in ferne Länder reisen muss, um atemberaubende Naturschönheiten und Stimmungen zu erleben, man muss eigentlich nur nach draußen gehen, jede Jahreszeit und jedes Wetter – auch das scheinbar weniger gute - hat seine eigene Stimmung, die ein Erleben wert ist. Was Bauer-Falkner in jahrelangen Wanderungen mit seiner Kamera eingefangen hat, läuft in einer Diaschau in gut einer Stunde ab. Dem Zuschauer wurde dabei gar nicht bewusst das er in entspannter Atmosphäre einige hundert Dias sieht. Hubert Bauer-Falkner hat mittlerweile mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Diaschauen in seinem Repertoire. Wer sich näher dafür interessiert, kann mittlerweile auch Begleithefte dazu von ihm erhalten.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. widmete seine erste Veranstaltung im Jahr 2003 im neuen Naturpark-Informationshaus in Zwiesel der Ilz. Am 22. März 2002 wurde in einer feierlichen Proklamation in Grafenau im Beisein von Umweltminister Dr. Werner Schnappauf die Ilz zur Flusslandschaft der Jahre 2002/2003 ausgerufen. Die Ilz stellt eine der letzten Wildflusslandschaften der Bundesrepublik dar. Im Naturpark-Informationshaus wurde nun die Sonderausstellung des Wasserwirtschaftsamtes Passau zur Ilz präsentiert und in einem Diavortrag Leben und Kultur entlang des Flusses näher beleuchtet. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte durch den Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Passau, Herrn Wetzstein. In seiner kurzen Einführungsrede ging er auf die fünf Leitsätze ein, die alle Verantwortlichen sich zum Thema Ilz gesetzt hatten. Die fünf Leitsätze geben vor, dass die Wasserqualität so verbessert werden soll, dass man wieder baden kann. Im Unterlauf der Ilz soll wieder die Gewässergüteklasse „gering Belastet“ erreicht werden. Darüber hinaus soll das Gewässersystem der Ilz wieder für alle Lebewesen durchgängig werden. Außerdem sollen bedrohte Tierarten wie Flussperlmuschel, Steinkrebs und Huchen erhalten werden. Insgesamt soll die Ilzregion als Lebens- und Erholungsraum aufgewertet werden. Auf insgesamt 24 Informationstafeln, die in Zusammenarbeit von Wasserwirtschaftsamt Passau und der Fischereifachberatung Niederbayern erstellt wurden, sind diese Themen dargestellt. Wetzstein sprach insbesondere die Nachrüstung von Kläranlagen aber auch die verstärkte Bedeutung der Vorhersage und des Schutzes vor Hochwässern an. Im Jahr 2002 hatte die Ilz ihr höchstes Hochwasser seit 50 Jahren erreicht, mit einem Höchststand von 10, 82 Metern. Im Anschluss an den kurzen Ausstellungsrundgang informierte Fridolin Apfelbacher aus Spiegelau in seinem abwechslungsreichen Diavortrag zur Ilz. Der „Hobby-Naturforscher“ ist die Ilz, seinen Angaben nach, schon mindestens fünf mal auf und abwärts gegangen. Beginnend von der Ohequelle am Rachelgipfel bis zur Mündung der Ilz in Passau spannte sich sein Bogen. Apfelbacher hatte in seinem Vortrag viele naturkundliche Informationen, aber auch sehr viele historische Bilder, wie z.B. alte Ansichten oder alte Postkarten mit eingebaut. Die Reiseschilderung überbrückte mehr als 1100 Höhenmeter vom zweithöchsten Gipfel des Bayerischen Waldes bis hinunter an die Donau. Die Zuflüsse der Ilz und die Ilz selbst wurden zum einen durch die Holztrift stark verändert, zum anderen durch die Glasindustrie beeinträchtigt. Sehr interessante Flussabschnitte sind beispielsweise die Steinklamm bei Spiegelau, wo die Ilz in einem Gefälle von 18-22% mineralogisch einiges zu Bieten hat. Die Sage, dass beim Durchschreiten der Klamm bei Nacht eine Berührung durch eine kalte Hand auf der Schulter erfolgt existiert bis heute noch. Die urwaldähnliche Bestockung und möglicherweise sogar die Beobachtung eines Feuersalamanders stellen Höhepunkte dar. Die kleine und die große Ohe vereinigen sich bei der Ettlmühle in der Nähe von Eberhartsreuth. Ab dort existiert der Name Ilz. Die Pflanzenvielfalt entlang des Flusslaufs ist enorm. Von 27 gefährdeten Pflanzenarten sind 19 vom Aussterben bedroht. Obwohl derzeit das Indische Springkraut und der Schlitzblättrige Sonnenhut mit ihrer Massenvermehrung ein großes Problem darstellen, gibt es noch vereinzelt Orchideenwiesen, die den Wanderer erfreuen. Interessant sind im Unterlauf auch die Unterwasserwiesen. Quellmoos und Wasserhahnenfuß bilden diesen Bewuchs am Gewässerboden. Die Sonderausstellung zur Ilz ist im Naturpark-Informationshaus nun bis 10. März 2003 zu den üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr zu sehen. Als weitere Aktion fand am Dienstag, 28. Januar im Hotel zur Post in Schönberg eine Auftaktveranstaltung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. zu weiteren Vorträgen entlang der Ilz statt. Fridolin Apfelbacher präsentierte dort ebenfalls seine Diaschau, um damit auch für die Belange der Ilz zu werben. Die Honorare für die Veranstaltungen spendet er selbstlos der PNP - Fluthilfe. Das Jahr hindurch wird er in weiteren Ilzgemeinden bis hin nach Passau bei öffentlichen Vorträgen oder auch bei Vereinen zu Gast sein. Etwa hundert interessierte Besucher konnten mit den Veranstaltungen am vergangenen Freitag im Naturpark-Informationshaus und am Dienstag in Schönberg bereits erreicht werden. Je mehr Leute angesprochen und für die Belange der Ilz sensibilisiert werden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die für gesteckten Ziele für die Flusslandschaft des Jahres 2003 erreicht werden.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2003 findet im neuen Naturpark - Informationhaus an der B11 Abfahrt Zwiesel - Süd (Infozentrum 3) ein Diavortrag von Fridolin Apfelbacher über die Flusslandschaft des Jahres 2003, die Ilz, statt. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 24.01.2003 um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum des neuen Nullenergiehauses. Gleichzeitig wird durch Baudirektor Gerhard Wetzstein, dem Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Passau, die Sonderausstellung des Wasserwirtschaftsamtes zur Ilz – Flusslandschaft der Jahre 2002/2003 eröffnet. Diese Sonderausstellung wird dann bis zum 10. März im Naturpark-Informationshaus zu den üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr zu sehen sein. Die Sonderausstellung und der anschließende Diavortrag sollen die Schönheiten einer der letzten Wildflusslandschaften der Bundesrepublik aufzeigen. Mit Ausgewählten Bildern zeigt Fridolin Apfelbacher den Flusslauf von seinen Quellen am Rachel bis hin zur Mündung in der Dreiflüssestadt Passau. Neben den naturkundlichen Gegebenheiten beleuchtet er auch Leben und Wirken von Menschen entlang der „schwarzen Perle“, der Ilz. Am Dienstag, 28.01.2003 um 19:30 Uhr wird dann Fridolin Apfelbacher in Schönberg, Landkreis Freyung-Grafenau, im Hotel zur Post den gleichen Diavortrag noch einmal abhalten. Dieser dient dann als Auftaktveranstaltung für eine Reihe weiterer Vorträge entlang der Ilz in verschiedenen Gemeinden im Laufe des Jahres bis nach Passau hinunter. Das von den Veranstaltern gezahlte bzw. gespendete Honorar spendet Apfelbacher selbstlos der PNP-Fluthilfe. An alle Interessierten ergeht herzliche Einladung, der Eintritt ist frei.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2003 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. im Infozentrum Grenzbahnhof Eisenstein einen Diavortrag in Überblendtechnik mit Huber Bauer-Falkner aus Hauzenberg an. Der begeisterte Hobbyfotograf Bauer-Falkner ist mit seinen Diaschauen seit Jahren im Bayerischen Wald unterwegs. Treffpunkt ist am Freitag, 17.01.2003 um 19:30 Uhr im Infozentrum Grenzbahnhof in Eisenstein. Die Anreise zur Veranstaltung ist aus Richtung Plattling bequem mit der Walbahn möglich (Ankunft 19:23). Auch die Rückfahrt mit der letzten Waldbahn um 21:34 ist gut möglich. Für Leute, die mit dem PKW anreisen müssen, bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. ab 19:00 Uhr einen Service über die untere Stauumfahrung bei der Kläranlage. Mit der Diaschau „Das Jahr im Woid“ liefert Hubert Bauer-Falkner Landschaftseindrücke aus dem Bayerischen Wald und dem Böhmerwald in Wort und Bild. Die Überblendprojektion auf Großleinwand ist untermalt mit Kurzkommentaren und musikalischen Impressionen. Seine 19 Abschnitte über eine beeindruckende Region zeigen Landschaftstypisches, Kulturhistorisches, sowie den Zyklus der Jahreszeiten. Die Veranstaltung ist zweisprachig, es ist keine Anmeldung erforderlich.


Die Agenda 21 - Arbeitsgruppe Energie und Verkehr des Landkreises Regen und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatten eine große Anzahl öffentlicher Vertreter, Landwirte aber auch sonstige Interessierte zu einem Grasverwertungssymposium in das Naturpark-Informationshaus Zwiesel eingeladen. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft und dem Anfall größerer Gras- und Schnittgutmengen, die schwer verwertbar sind, stellt sich immer mehr die Frage einer Grasverwertung, die nicht durch den Rindermagen geht. Parallel dazu kann damit auch ein Beitrag zur Bereitstellung regenerativer Energien und damit zum Ressourcen- bzw. Klimaschutz geleistet werden. Drei hochkarätige Referenten lieferten ganz unterschiedliche Ansätze und stellten ihre innovativen Verfahren zur Energie- und Rohstofferzeugung aus Biomasse bzw. Gras dar. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Paul Kestel, der in seiner Begrüßung auf das Phänomen Biosphäre hinwies. In einem dünnen Film rund um die Erde arbeitet eine „gigantische Fabrik“ mit Sonnenlicht, in der alljährlich 290 Milliarden Tonnen CO2 eingebunden werden. Das Recycling der Biosphäre, so Dr. Paul Kestel, arbeitet perfekt bis zum letzten Gramm. In ihren Grußworten unterstrichen Heinrich Schmidt für den Landkreis Regen und Helmut Baumgartl als Naturparkvorsitzender und Hausherr die Wichtigkeit derartigen Ansätzen konsequent nachzugehen. Zunächst stellte Dipl. Ing. Stefan Grass aus Dübendorf in der Schweiz sein 2B AB-Grasraffinerieverfahren vor. In Schaffhausen am Bodensee verarbeitet eine „Fabrik“ 5.000 Tonnen Trockensubstanz im Jahr, das entspricht etwa einer Fläche von 500 bis 600 Hektar. Das Ziel besteht darin Gras in seine Bestandteile zu zerlegen und Rohfasern und Proteine zu nutzen und in die Entsprechenden Märkte einzuführen. Das Gras wird zunächst fraktioniert, dann gewaschen und von Verunreinigungen befreit. Danach wird es einer Biogasanlage zugeführt. Feuchtes Gras hat normalerweise einen Trockensubstanzanteil von etwa 17 bis 20 Prozent. Um eine ganzjährige Wirtschaftlichkeit zu erreichen, wird für den Winterbetrieb siliertes Gras verwendet. Geplant ist, die Anlage im Zwei-Schicht-Betrieb zu fahren. Der Zellaufschluss von Gras soll unter Erhaltung der Faserlängen erfolgen. Dazu wird das Gras in der Nassphase aufgeschert. Aus Zellsäften und Flüssigkeiten werden die Proteine gewonnen. Die Fasern werden für Dämmstoffe verwendet. Die Produktpalette reicht hierbei vom Einblasdämmstoff, wie beispielsweise Zellulosedämmstoff aus Recycling - Altpapier, bis hin zum Vlies, das in der Kunststoffverarbeitung gebraucht wird. Es ist auch möglich die Substanzen als Granulat abzugeben. Die Preise liegen ebenfalls in einer Größenordnung wie bei den Zellulosedämmstoffen. Mit dem aus der Biogasanlage erhaltenem Gas wird in einem Blockheizkraftwerk Wärme und Strom erzeugt. Die Wärme ist zum einen für die Fasertrocknung notwendig, zum anderen für den Anlagenstrom. Generell wird nur erprobte Anlagentechnik eingesetzt. Stefan Grass stellte neue Verbundprodukte wie z.B. einen Werkzeugkoffer vor, der aus 30 Prozent Grasfaser und 70 Prozent Polypropylen besteht. Das Produkt ist relativ leicht, zwar nicht ganz so schlagfest enthält aber 30 Prozent nachwachsenden Rohstoff. Zur Verwunderung der Zuhörer brachte Stefan Grass das auf einer konventionellen Papiermaschine hergestellte „Graspapier“ mit. Hierbei wird also nicht Zellulose aus Schwachholz gewonnen sondern aus Gras. Die grünliche Farbe hat man bewusst erhalten. Denkbar ist es auch Straßenmähgut einzusetzen. Der Aufwand bei der Qualitätsprüfung steigt allerdings, wenn der Rohstoff häufiger gewechselt wird. Stefan Grass stellte seine Machbarkeitsstudie für die Fabrik vor und auch die entsprechende Finanzierung für Schaffhausen. In der Schweiz, die man sozusagen als „Agrarinsel“ bezeichnen könnte, liegt der Strompreis mit der dortigen Einspeisevergütung für regenerative Energien relativ hoch. Dadurch wird das nach Trockensubstanz bezahlte Gras relativ hoch vergütet. Der Graspreis liegt aber im Rahmen dessen, was dort auch anderweitig dafür bezahlt wird. Der zweite Referent Dr. Hubertus Winkler aus Straubing stellte sein allothermes Wasserdampfvergasungverfahren von Biomasse vor. Unter allotherm versteht man, dass im Gegensatz zur Luftvergasung die Reaktionswärme über Wärmetauscher eingebracht wird. Es ist ein relativ unempfindliches Verfahren für verschiedenste Biomassen. Auch für Dr. Winkler galt, möglichst einfache Verfahren mit hoher Zuverlässigkeit, die praxiserprobt sind, einzusetzen. Die Brennstoffzelle stellte sich dabei derzeit als viel zu teuer heraus. Die treibende Reaktion seines Verfahrens ist die Reaktion von heißem Kohlenstoff mit Wasser zu Kohlendioxid und Wasserstoff. Die Besonderheit seines Verfahrens besteht darin, dass in einem Wirbelschichtverfahren heißer Sand in einem Behälter wie in einem Kochtopf auf 800°C aufgeheizt wird. Bei etwa sechs Tonnen Sand können hier nach Zugabe der entsprechenden Biomasse etwa 6 MWh elektrischer Strom erzeugt werden. Alle allothermen Verfahren brauchen hohe Wärmestromdichten in den Apparaten. Die Vorteile dieses Verfahrens sind gleichmäßige Temperatur in der Wirbelschicht, geringe Temperaturdifferenzen und hinreichende Temperaturen in einer Größenordnung von 750° C bis 850°C zum kracken von toxischen Stoffen wie z.B. Dioxinen und Furanen. Dazu kommt, dass keine Neugenerierung von Dioxinen Furanen stattfindet. In Brandenburg wird derzeit für 15 Mio. Euro eine entsprechende Pilotanlage gebaut. Der 22 Meter hohe Reformer wird zunächst mit Holzhackschnitzeln betrieben und soll 40.000 Tonnen Trockensubstanz verfeuern. Ein kontinuierlicher Betrieb ist ab 2004 vorgesehen. Die Leistung liegt bei 6 MWh. Wenn sich die Anlage im Praxisbetrieb bewährt und eingearbeitet hat, soll auf andere Biomassen wie z.B. Biotonne oder Grüngutschnitt umgestellt werden. Ein weiteres Verfahren stellte der gelernte Landwirt Ludwig Schiedermeier mit seiner Trockenfermenter - Biogasanlage vor. Schiedermeier hatte seinen 50 Hektar Rinderbetrieb aufgegeben und mit der Kompostierung unter anderem der Biotonne im Nachbarlandkreis Cham begonnen. Zusammen mit Fachleuten aus der Landwirtschaft aus Triesdorf hatte er dann den Bau einer Trockenfermenter - Biogasanlage weiterbetrieben, die weniger arbeitsintensiv als das Nassverfahren. In Gebäuden, die einer Garage ähneln, installiert Schiedermeier seine Technik, die ebenfalls nur handelsübliche Komponenten und Steuerungen umfasst. Im Fermenter selbst sind keine technischen Anlagen, damit dieser störungsarm arbeiten kann. Das garagenähnliche Gebäude wird mit einem Frontlader alle zwei bis vier Wochen beladen, Luftdicht verschlossen, mit den entsprechenden, selbst herangezogenen Bakterienstämmen geimpft und in einem entsprechend feuchten Milieu gehalten. Es werden mehrere Fermenter im Wechsel betrieben. Das Biogas wird entsprechend in Blockheizkraftwerken verheizt oder abgegeben. Bei der DLG-Prämierung im Jahr 2001 wurde Schiedermeier, der schon zahlreiche Patente laufen hat dafür mit der Silbermedallie ausgezeichnet. Nach Entnahme aus dem Trockenfermenter ist das Material um 20 bis 30 Prozent weniger geworden, wesentlich geruchsärmer, wird danach aber in den ganz normalen Kompostierkreislauf zurückgebracht. Wer mit Biotonnenabfällen arbeitet, darf dies natürlich nicht auf landwirtschaftliche Flächen ausbringen. Es ist aber auch möglich parallel zu fahren und nebenher Grasverwertung zu betreiben, um die Anlage entsprechend Auszulasten bei nur einer Investition. Schiedermeier vertreibt diesen Anlagentyp mittlerweile. Sein Wunsch wäre, das erzeugte Gas in das Erdgasnetz einschieben zu können, weil es damit viel wirtschaftlicher wäre, als eine Abfüllung in Gasflaschen. Je nach Wiesentyp lassen sich zwischen 60 und 130 Kubikmeter Methangas aus einer Tonne Trockensubstanz gewinnen. Nach kurzer Fragerunde und Diskussion bedankte sich der Moderator Dr. Paul Kestel bei den drei Referenten und sprach an die Zuhörer und Vertreter des ZAW einen entsprechenden „Weihnachtswunsch“ aus. Eine derartige Anlage soll in unserer Region entstehen, und dafür wird sich der Energiearbeitskreis einsetzen, dass hier immer wieder nachgehakt wird. Weitergehende Informationen über die drei genannten Verfahren, so Dr. Paul Kestel, kann man sich aus dem Internet holen.