Licht an – Sterne aus

Das Sternbild der Plejaden ist ein offener Sternhaufen, der auch mit bloßem Auge gesehen werden kann, vorausgesetzt ohne Lichtverschmutzung © Bayerwald Sternwarte


Wann haben Sie zuletzt über einen mit Sternen übersäten Nachthimmel gestaunt?

Die Betrachtung des Sternhimmels gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit. Früher war die Beschäftigung mit dem Sternhimmel notwendig zur Bestimmung der Zeit und zur Erstellung von Kalendern. Die Entdeckung neuer Länder und Kontinente wäre ohne Sternkunde nicht möglich gewesen. Astronomen haben zuerst den ansteigenden Lichtsmog erkannt, da ihre Arbeit zunehmend erschwert wurde. Um entfernte Sterne, Planentensysteme und Galaxien beobachten zu können, müssen sie städtische Observatorien an Außenstellen, weit entfernt von den Lichtglocken der Städte, errichten oder auf Weltraumteleskope zurückgreifen.

Auch heute stellt die Astronomie einen wichtigen Teil der physikalischen Grundlagenforschung dar. Kommunikation, Navigation und unser Wissen vom Kosmos, dies alles wäre letztlich ohne die Astronomie nicht möglich gewesen. Die Hobbyastronomie bietet für viele junge Menschen einen ersten begeisternden Zugang zu den Naturwissenschaften.

In einer klaren Nacht, ohne Lichtverschmutzung, ist der Anblick des Universums für jeden einzelnen von uns ein faszinierender und erhabener Blick. Kaum jemand, der für eine Weile innehält, bleibt unberührt von der Fülle der Sternenpracht und wird nicht nach deren und seinem eignen Ursprung fragen.

„Vom Wert des Dunklen Himmels“

Die Andromedagalaxie ist unsere Nachbargalaxie. Sie ist nur 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt © Bayerwald Sternwarte

Licht löst überwiegend positive Assoziationen aus. Als Sinnbild für Fortschritt, Wohlstand und eine aufregende, glitzernde Großstadtkultur wurde das elektrische Licht seit seiner Etablierung in den 1880er Jahren geradezu zum Symbol der Moderne. Die Revolution der Beleuchtungssysteme führte mit der Möglichkeit zur Nachtarbeit oder des nächtlichen Straßenlebens zu einem tiefgreifenden Wandel unserer Arbeits- und Lebensweisen.

Immer noch wird Licht grundsätzlich positiv bewertet. Könnte sich dies aber ändern, wenn „Dunkelheit“ zu einem knappen Gut wird? Denn ist ein mit Sternen übersäter Nachthimmel nicht ein Gut von unschätzbarem Wert? Ist ein „WENIGER“ an Licht, nicht eigentlich „MEHR“?

 
Über unseren Städten lassen sich aufgrund der Lichtverschmutzung nur wenige Sterne beobachten © Fotograf Kassel / pixelio

Einfluss der Lichtverschmutzung auf die Sternenbeobachtung nach der Bortle Skala © International Dark Sky Association