Mobil mit Strom

Leidenschaftliches Plädoyer für die E-Mobilität zum Auftakt der Klimawochen im Landkreis Regen

Viechtach. Einen anregenden und mitreißenden Vortrag hörten etwa 90 Zuhörer am Dienstagabend im Pfarrsaal. Zur Eröffnung der Ausstellung „Klimafaktor Mensch“ im Rahmen der „Klimawochen im Landkreis Regen“ gewährte Referent Kurt Sigl hochinteressante Einblicke in seinem Einsatz für zukunftsfähige Mobilität und seine Antwort auf die Frage „Wie werden wir uns morgen fortbewegen?“

Nach einem einleitenden Musikstück des Jazz-Pianisten Sven Ochsenbauer und der Begrüßung durch den „Hausherrn“ Stadtpfarrer Dr. Werner Konrad sowie Dr. Wolfgang Schlüter, den Initiator der Veranstaltung, sprach Erich Muhr als stellvertretender Landrat ein Grußwort, in dem er die Aktivitäten des Landkreises hinsichtlich Klimaschutz und Energieeffizienz aufzählte; unter anderem soll 2017 das landkreisweite Energieeffizienznetzwerk starten. Auch Bürgermeister Franz Wittmann wies auf städtische Klimaschutzbestrebungen hin, etwa die Umstellung auf LED-Beleuchtung und die Fortbildung eines Angestellten zum Energiemanager.

Dr. Werner Wahliß vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Leihgeber der Ausstellung zitierte die Enzyklika „Laudato si“, in der Papst Franziskus den Klimawandel ausdrücklich als globales, also auch als kirchliches Thema bezeichnet. Wahliß konnte sich am Valentinstag auch ein passendes Zitat von Karl Valentin in leicht abgeänderter Form nicht verkneifen: „Alle reden vom Klimawandel, aber keiner tut etwas dagegen.“

Hauptreferent Kurt Sigl, der Präsident des Bundesverbandes E-Mobilität, ging von Anfang an in die Vollen. Der Ingolstädter, eigentlich von Beruf Schreinermeister und jahrelang als Fahrsicherheitstrainer bei Audi beschäftigt, erzählte von seinem Werdegang hin zum unkonventionellen Verfechter eines Umdenkens in Energie- und Mobilitätsfragen. Sein Schlüsselerlebnis sei gewesen, als er 2009 bei einem USA-Urlaub geräuschlose Elektro-Motorräder in den kalifornischen Dünen sah. Seine Neugier war geweckt, zurück in Deutschland ging er daran, Elektro-Motorrad-Fahrtraining anzubieten. Obwohl es damals bereits auf dem Papier einen „nationalen Entwicklungsplan“ zur E-Mobilität gab, musste er einen langwierigen „Marsch durch die Instanzen“ antreten, bevor er sein Vorhaben umsetzen konnte. Sigls Entschluss stand fest: „Ich gründe einen Bundesverband E-Mobilität.“ Dieser entstand dann wirklich mit sieben Gründungsmitgliedern und dem Ziel, rechtliche Rahmenbedingungen für E-Mobilität unter Nutzung erneuerbarer Energien zu schaffen. Inzwischen ist der Verband unter seinem findigen Vorsitzenden zu stattlicher Größe angewachsen.

Leidenschaftlich wandte sich Sigl mit seiner Zukunftsvision an das Viechtacher Publikum: „E-Mobilität ist facettenreich. Sie beginnt beim Pedelec, E-Bike, E-Roller und E-Motorrad, geht weiter beim E-Auto, beim Lkw, beim ÖPNV, ja bis hin zur Schifffahrt und zum Flugzeug.“ Eindringlich warnte Sigl davor, eine Entwicklung zu verschlafen, in der Deutschland schon überholt worden sei.

Lange Zeit habe die Autoindustrie hierzulande kein Interesse an Elektromobilität gehabt, und auch das Umdenken in der Bevölkerung erfordere Zeit: „Am Anfang fand man Pedelec-Nutzer bekloppt und E-Bikes nur interessant für alte Leute!“ Heute seien diese Fahrräder die Vorboten einer neuen Zeit. Global schreite die Entwicklung auf dem Gebiet der Elektromobilität rasend schnell voran. So sei im bolivianischen La Paz eine Elektro-Seilbahn geplant, die Millionen von Menschen oberhalb der Stadt befördern soll.

Sigl warb für kompromisslosere Denkansätze im Zeitalter rapide wachsender Mega-Citys: „Verkehre müssen vernetzt werden, die Autoindustrie muss sich mit Informationstechnologie-Giganten liieren!“ Wenn heute die Autoindustrie 85 Millionen Autos pro Jahr produziere, würden es gemessen am Anstieg der Weltbevölkerung 2050 hochgerechnet 250 Millionen Autos jährlich sein: „Das geht nicht mit fossiler Energie!“

Ganz konkret auch für deutsche Städte, wo Privatautos oft eher ein Ballast seien, forderte er: „Mehr Attraktivität für E-Roller, Roller-Sharing, Radschnellwege für E-Bikes!“ Harsche Kritik äußerte Sigl gegenüber dem Verband deutscher Autoindustrie: „Die haben die E-Mobilität blockiert. Deutschland ist Schlusslicht.“ So sei etwa der amerikanische E-Autohersteller Tesla dem deutschen Stand der Technik nach seiner Einschätzung um sechs bis sieben Jahre voraus. In der Region sei zwar mit dem E-Wald-Projekt ein schönes „Schaufenster“ für die neue zukunftsweisende Technologie geschaffen worden, aber deutschlandweit müsste mehr geschehen.

Dem Normalbürger empfahl Sigl den Umstieg auf E-Mobilität, die Rückbesinnung auf ressourcenschonende Fortbewegung, auch das Zufußgehen. „Wir sollen unser eigenes Fahrverhalten analysieren. Was brauche ich wirklich?“ Das Festhalten an alten Denkmustern sei dabei hinderlich: „Wer sich nicht verändert, bleibt stehen“, man solle auf allen Gebieten die neuen Technologien nicht behindern, sondern fördern: „Man muss etwas zum Positiven ändern, statt es totzuquatschen!“ Dazu gehöre nicht nur die radikale Abkehr von fossiler Energiegewinnung hin zu den erneuerbaren Energien, sondern auch der erste Schritt jedes Einzelnen: „Fangen Sie mit Pedelec an!“

Veranstaltet werden die „Klimawochen im Landkreis Regen“ durch den Landkreis Regen, den Arbeitskreis Energie und Verkehr, die Umweltstation Viechtach, den Naturpark Bayerischer Wald.be 


Spurensuche im winterlichen Hochwald

Naturpark und LBV organisierten Vortrag und Exkursion zum Auerhuhn

Bodenmais. Ganz gespannt lauscht Moritz in der ersten Reihe im Veranstaltungsraum des Alten Rathauses in Bodenmais dem Vortrag zum Auerhuhn. Der Zwölfjährige verfolgt interessiert die informativen Ausführungen vom Auerhuhn-Experten Klaus Urban. Und ist schon gespannt darauf, die Welt des großen Vogels zwei Tage darauf hoch oben in den Arberwäldern kennenzulernen.

45 Zuhörer im Rathaus-Dachboden ließen sich am Freitagabend von Klaus Urban die faszinierende Welt des größten heimischen Waldvogels erläutern. Gleich zu Beginn sprach er von einem „Wir“, das Forstwirtschaft, Naturschutz, Gemeinden und Behörden sowie Verbände und alle Erholungssuchende umfasst. Denn nur zusammen kann die weiterhin vom Aussterben bedrohte Tierart im Bayerischen Wald erhalten werden.

Urban stellte zunächst den gesetzlichen Schutzstatus und die Schutzgebiete vor. Hier erläuterte er, wie es zur Ausweisung des Vogelschutzgebietes „Großer und Kleiner Arber mit Schwarzeck“ im Rahmen der europaweiten Initiative Natura 2000 kam. Für die Erstellung des dazugehörigen Managementplanes kartierte Urban von 2007 bis 2011 die Arberregion. Aufgrund der großen Windwurfflächen durch den Sturm Kyrill im Jahr 2007 hat sich der Lebensraum fürs Auerhuhn enorm verbessert. Lichte Wälder, aufgestellte Wurzelteller, reiches Heidelbeervorkommen sorgten dafür, dass sich der Bestand erholen konnte.

Die Forschungsergebnisse aus dem gesamten Böhmerwald mit tschechischer und oberösterreichischer Seite ergaben eine Auerhuhn-Population von gerade mal etwa 500 Individuen. Dies liegt an der Grenze für eine überlebensfähige Population, in der der genetische Austausch noch ausreichend gegeben ist. Eine weitere Beeinträchtigung oder Verinselung der bereits isolierten Population muss also unbedingt vermieden werden. „Beim Schutz des Tetrao urogallus ist speziell Homo sapiens, vor allem in der Ausprägung als Freizeitnutzer, gefragt“, stellte Urban klar. Während die Erholungssuchenden oft auch noch in der Nacht unterwegs sein möchten, will das Auerhuhn Fettreserven sparen, sich möglichst wenig bewegen, erst recht nicht in eiskalten Nächten.

Klaus Urban appellierte an alle Freizeitnutzer, das Querfeldein-Gehen im Lebensraum des Auerhuhns stets zu unterlassen. Diesem Appell schlossen sich Rosemarie Wagenstaller vom LBV und der Gebietsbetreuer für die Arberregion, Johannes Matt, an. In der für die Tiere harten Winter- und Aufzuchtszeit soll das Wegegebot vom 1. November bis 30. Juni eine Entlastung bringen.

Voller Motivation steht Moritz am Sonntagmorgen abmarschbereit mit Schneeschuhen, Wanderstöcken und Rucksack auf der Schareben. Er will noch mehr zum Thema Auerhuhn erfahren

und vor allem Lebensraum und Überlebensstrategie vor Ort kennenlernen. Der Einladung vom Gebietsbetreuer Johannes Matt zu einer Tour von Schareben über markierte Wanderwege über Heugstatt zum Enzian sind 20 Schneeschuhgeher gefolgt.

Mit wachsamen Augen entdeckt Moritz vom Weg aus eine Schneehöhle. Das Auerhuhn gräbt sich eine solche Schneehöhle, um im Schnee vor den eisigen Temperaturen am Arbermassiv geschützt zu sein und möglichst keine Energie zu verbrauchen. Hier sieht Moritz auch Fraßspuren an den Heidelbeersträuchern und Fichten. Während Johannes Matt die historische Entwicklung des Auerhuhns erläutert, findet Moritz hinter einer Fichte sogar Auerhuhnspuren und Losung. Ganz stolz präsentiert er seinen Fund.


Zwischen Heugstatt und dem 1285 Meter hohen Enzian konnten die Wanderer die Lebensraumansprüche des Auerhuhns eindrucksvoll beobachten. Auf engsten Raum benötigt es Altholzbestände, lichte Waldbereiche, hohe Heidelbeervegetation, Totholzinseln, Wurzelteller – und dies alles in einem möglichst kleinräumigen verzahnten Mosaik. Und zudem große ungestörte Ruhebereiche.


Für Moritz war es seine allererste Schneeschuhtour, so dass er sich Schnitzel mit Pommes und den Apfelstrudel auf der Schareben wirklich verdient hatte. Die Veranstaltung klang bei Kaffee und Kuchen aus. Und sie endete mit der Aussage von Moritz, dass er sich für den Schutz des Auerhuhns einsetzen und mal Naturforscher werden will. bb 


Start der Klimawochen

Ausstellung „Klimafaktor Mensch“ im Pfarrsaal

Viechtach. Die „Klimawochen im Landkreis Regen“ starten am Dienstag, 14. Februar, im Pfarrsaal der katholischen Kirche in Viechtach. Es wird die Ausstellung „Klimafaktor Mensch“ gezeigt. Begleitend gibt es Vortragsabende mit renommierten Referenten. Eine Podiumsdiskussion mit regionalen Vertretern beendet am 7. März die Klimawochen.

Die Wanderausstellung „Klimafaktor Mensch“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt befasst sich mit dem Klimawandel und seinen Folgen: Wirbelstürme, Hitzerekorde und verheerende Fluten. Welche Folgen schon jetzt in Bayern spürbar sind und wie die nahe Zukunft unserer Heimat aussehen könnte, erfährt der Besucher in der Ausstellung. Auch zeigt die Ausstellung, was Ernährung, Konsum, Energie und Mobilität mit dem Klima zu tun haben. Sie gibt Tipps und Hinweise, wie ein klimafreundlicher Alltag aussehen kann.

Bereits ab 17 Uhr kann die Ausstellung am Dienstag, 14. Februar besichtigt werden. Die offizielle Eröffnung beginnt organisatorisch bedingt erst um 19.30 Uhr, zu der Hausherr Stadtpfarrer Dr. Werner Konrad und Arbeitskreisleiter Dr. Wolfgang Schlüter die Besucher begrüßen. Jazzpianist Sven Ochsenbauer begleitet den Abend musikalisch. Grußworte werden stellvertretender Landrat Erich Muhr und Viechtachs Bürgermeister Franz Wittmann sprechen. Dr. Werner Wahliß vom Landesamt für Umwelt, unter dessen Leitung die Ausstellung entstanden ist, wird in die Ausstellung einführen.

Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands für E-Mobilität, wird den Eröffnungsvortrag halten und über das Thema „Elektromobilität - Wie werden wir uns morgen bewegen?“ referieren. Mit Sigl konnte ein Fachmann gewonnen werden, der als Verbandschef zukunftsfähige Verkehrspolitik entscheidend mitbestimmt. Er wird die Szenarien zukünftiger Mobilität aufzeigen und nicht nur das Spektrum der e-Mobilität darlegen, sondern auch auf den politischen Prozess eingehen. „Der Elektromobilität gehört die Zukunft“, ist Sigl überzeugt, warnt aber davor, dass wir in Deutschland statt eine Vorreiterrolle einzunehmen, Gefahr laufen, den Technologiewandel zu verschlafen. Passend zum Thema zeigt die E-Wald GmbH ihre neusten E-Autos.

Weitere Abendveranstaltungen finden am Donnerstag, 23. Februar, und am Donnerstag, 2. März, Beginn jeweils um 19.30 Uhr im Pfarrsaal statt. Am 23. Februar spricht Dr. Claus Bässler von der Nationalparkverwaltung über „Sichtbare Folgen des Klimawandels im Nationalpark“ und am 2. März spricht Jörg Sommer, Vorstandvorsitzender der Deutschen Umweltstiftung, zum Thema „Warum wir den Klimawandel verhindern müssen, wie wir es können und wie eine klimafreundliche Welt aussieht“.

Den Abschluss der Klimawochen bildet eine Podiumsdiskussion am Dienstag, 7. März, 19.30 Uhr zum Thema „Klimaschutz - und was machen wir?“ Diskussionsteilnehmer sind Landrat Michael Adam, Stadtpfarrer Dr. Werner Konrad, Leiter des TFZ Straubing Dr. Bernhard Widmann, Naturparkvorsitzender Heinrich Schmidt.

Die Ausstellung ist mittwochs und freitags zwischen 15 Uhr und 17 Uhr öffentlich zugänglich. Vor den Veranstaltungen ist sie jeweils ab 17 Uhr geöffnet. Zu anderen Zeiten kann ein Termin telefonisch unter  09942/ 3657 vereinbart werden. Für Gruppen und Schulklassen werden auf Anfrage Führungen auch vormittags angeboten. vbb 


Winterliche Wanderung

Geschichte und Geschichten aus dem Bayerwald am Sonntag

Arnbruck. Bei einem Rungang durch die Natur können Wanderer in die Geschichte und Geschichten des Bayerischen Waldes eintauchen. Unter der Leitung von Arbergebietsbetreuer Johannes Matt bietet der Naturpark Bayerischer Wald am Sonntag, 19. Februar, eine Winterwanderung an. Die Veranstaltung findet gemeinsam mit der Tourist-Info Arnbruck statt und startet um 10 Uhr am Gasthof „Zur Poschinger Hütte“.

Von dort geht es entlang des Schussbaches zum Rauchloch und über den Kühberg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Neben einer Einführung in die Geschichte des Bayerischen Waldes werden auch kurze Geschichten erzählt.

Anschließend besteht die Möglichkeit zur Einkehr in der Poschinger Hütte. Die Wanderung dauert rund vier Stunden. Der Veranstalter weist darauf hin, festes Schuhwerk anzuziehen und Proviant mitzunehmen. Anmeldungen nimmt bis 17. Februar die Tourist-Info Arnbruck ( 09945/941016) entgegen.vbb 


Dem Auerhuhn auf der Spur

Bodenmais. Morgen, Sonntag, bietet der Naturpark Bayerischer Wald eine geführte Schneeschuhwanderung zum Thema „Auerhuhn“ an. Um 10 Uhr geht es von Schareben zur Heugstatt und zum Enzian. Unter dem Titel „Das Auerhuhn – Wia überlebt des an Winta?“ veranschaulichen Auerhuhn-Experte Klaus Urban und Arbergebietsbetreuer Johannes Matt die Thematik. Die Teilnahme ist kostenlos.bb


Schlemmersonntag in den NaturparkWelten

Bay. Eisenstein. Der Naturpark lädt am Sonntag, 12. Februar, ab 11 Uhr zu einem Schlemmersonntag in das Historische Naturpark-Wirtshaus im Grenzbahnhof ein. Einheimische, die nicht die Vergünstigung von Gästekarten nutzen können, erhalten mit der Mittagstischrechnung den ermäßigten Eintritt von 5 Euro. Die NaturparkWelten bieten abwechslungsreiche Informationen zu Fledermäusen, dem König Arber, zum Skimuseum (Bild) und über die Eisenbahn zwischen Platting und Klattau. Zuddm kann man die im Aufbau befindliche Modelleisenbahn bewundern. Neu ist der Ausstellungsteil zum Thema „Grenze – Kalter Krieg“. Dort wird die Geschichte nach dem 2. Weltkrieg bis zur „Samtenen Revolution“ in der Tschechoslowakei aufgerollt. Die An- und Abreise ist bequem stündlich mit der Waldbahn möglich. löf 


Klimawochen im Landkreis Regen

Ausstellung „Klimafaktor Mensch“ und Vorträge

Viechtach. „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung, der sich die Menschheit stellen muss“, sagt Dr. Wolfgang Schlüter, Leiter des Agenda-21-Arbeitskreises „Energie und Verkehr“. Er wird allzu gerne verdrängt, wenn auch Folgen sich schon deutlich zeigen. Es gibt immer noch Leute, die wissenschaftlich begründete Fakten zum Klimawandel als „Lüge“ abtun. Aufklärung und Handeln seien daher unabdingbar, wolle man den nachfolgenden Generationen eine lebensfreundliche Umwelt hinterlassen.

Die „Klimawochen im Landkreis Regen“ sollen dazu einen Beitrag leisten. Vom 14. Februar bis 7. März wird im Pfarrsaal der Katholischen Kirchengemeinde Viechtach die Ausstellung „Klimafaktor Mensch“ gezeigt. Die Wanderausstellung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt befasst sich mit dem Klimawandel und seinen Folgen: Wirbelstürme, Hitzerekorde, verheerende Fluten u.v.m.

Welche Folgen schon jetzt in Bayern spürbar sind und wie die nahe Zukunft der Heimat aussehen könnte, erfährt der Besucher in der Ausstellung. Auch zeigt die Ausstellung, was Ernährung, Konsum, Energie und Mobilität mit dem Klima zu tun haben. Sie gibt Tipps und Hinweise, wie ein klimafreundlicher Alltag aussehen kann. Für Gruppen und Schulklassen werden auf Anfrage ( 09942/3657) Führungen angeboten.

Im Rahmen der Klimawochen werden drei Vorträge von sachkundigen und renommierten Referenten geboten. Eine Podiumsdiskussion mit regionalen Vertretern beendet die Klimawochen. Die Klimawochen werden federführend vom Arbeitskreis Energie und Verkehr gemeinsam mit der Umweltstation Viechtach vom Naturpark Bayerischer Wald, dem Landesamt für Umwelt, dem Ausschuss „Mission, Entwicklung, Bewahrung der Schöpfung“ des Pfarrgemeinderats Viechtach, dem Arbeitskreis Umwelt (AKU) und der Katholischen Erwachsenen Bildung (KEB) veranstaltet.

Am Dienstag, 14. Februar, wird die Ausstellung eröffnet. Ab 17 Uhr kann sie besichtigt werden. Begleitend zeigt die E-Wald GmbH ihre neuesten E-Autos und an Infoständen kann man sich über ÖPNV-Angebote erkundigen. Die offizielle Eröffnung beginnt um 19.30 Uhr. Jazzpianist Sven Ochsenbauer wird den Abend musikalisch begleiten. Grußworte werden Erich Muhr, stellvertretender Landrat und Franz Wittmann, Bürgermeister sprechen.

Dr. Werner Wahliß vom Landesamt für Umwelt wird in seinem Grußwort auch in die Ausstellung einführen. Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands e-Mobilität, Berlin, wird den Eröffnungsvortrag halten und über das Thema „Elektromobilität – Wie werden wir uns morgen bewegen“ referieren. Mit Kurt Sigl konnte ein Fachmann gewonnen werden, der als Verbandschef zukunftsfähige Verkehrspolitik entscheidend mitbestimmt. Er wird die Szenarien zukünftiger Mobilität aufzeigen und nicht nur das Spektrum der e-Mobiltiät darlegen, sondern auch auf den politischen Prozess eingehen.

Am Donnerstag, 23. Februar, um 19.30 Uhr spricht Dr. Claus Bässler von der Nationalparkverwaltung über „Sichtbare Folgen des Klimawandels im Nationalpark“. Der Referent setzt sich wissenschaftlich mit den Folgen auseinander und bringt den Klimawandel mit der Vorverschiebung der Vegetationsperiode und den Reaktionen auf die Pilz-, Tier- und Pflanzenwelt in der Region in Verbindung.

Am Donnerstag, 2. März, 19.30 Uhr spricht Jörg Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Umweltstiftung Berlin: „Warum wir den Klimawandel verhindern müssen, wie wir es können und wie eine klimafreundliche Welt aussieht“. In seinem Vortrag wird er das Klimaschutzabkommen von Paris erläutern und darlegen, wo die Stärken liegen, welche Risiken es birgt und welche Herausforderungen auf die Weltgemeinschaft zukommen.

Den Abschluss der Klimawochen bildet eine Podiumsdiskussion am Dienstag, 7. März, 19.30 Uhr zum Thema „Klimaschutz – und was machen wir?“ Diskussionsteilnehmer sind Michael Adam (Landrat Regen), Dr. Werner Konrad (Stadtpfarrer Viechtach), Dr. Bernhard Widmann (Leiter TFZ-Straubing), Heinrich Schmidt (Vorsitzender Naturpark Bayerischer Wald). Die Moderation übernimmt die Journalistin Manuela Lang. Die Podiumsdiskussion soll zeigen, was zum Klimaschutz in der Region bereits getan wird, welche Maßnahmen getroffen werden müssen und was jeder einzelne selbst dazu beitragen kann.vbb 


Programm für Urlauber in den NaturparkWelten

Fledermäuse und mehr im Grenzbahnhof

Bayer. Eisenstein. Der Naturpark Bayerischer Wald bietet jeden Donnerstag im Februar und in den Faschingsferien am Donnerstag, 3. März, ein Kinderprogramm in den NaturparkWelten an.

Beginn ist am morgigen Donnerstag, 9. Februar, um 14.30 Uhr im Fledermauszentrum des Grenzbahnhofes. Kinder erfahren dabei viel Interessantes über Fledermäuse, können Fragen zu den „Schatten der Nacht“ beantworten und Geschichten hören sowie Spiele machen. Für Erwachsene gibt es ab 15 Uhr eine Feuerzangenbowle im Naturpark-Wirtshaus.

Die Anreise zur Veranstaltung ist aus Richtung Plattling bequem mit der Waldbahn möglich (Ankunft: 14.13 Uhr). Auch für die Rückfahrt bietet sich die Waldbahn an.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten sind eingeladen, natürlich auch Einheimische. Der Eintritt ist frei.löf 


Fortbildung für Vermieter im Grenzbahnhof

Bayer. Eisenstein. Der Naturpark Bayerischer Wald bietet am morgigen Mittwoch wieder eine Fortbildung für Touristiker und Vermieter in den NaturparkWelten im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein an. Die Veranstaltung beginnt um 13.30 Uhr und dauert etwa zwei Stunden. Die Teilnehmer können sich dabei über die für ihre Gäste sicherlich interessanten Ausstellungen – Europäisches Fledermauszentrum, interaktive Ausstellung zum „König Arber“, einziges ostbayerisches Skimuseum, Ausstellung zur Geschichte der Bahnstrecke von Plattling nach Klattau, Informationen zu den Großschutzgebieten beiderseits der Grenze – informieren. Die Anreise ist im Stundentakt mit der Waldbahn möglich.löf 


Wie überlebt das Auerhuhn den Winter?

Vortrag am Freitag in Bodenmais – Am Samstag Schneeschuh-Tour zum Enzian

Bodenmais/Arnbruck. Gleich zwei Veranstaltungen widmen sich nächstes Wochenende Fragen zum Auerhuhn. Wo kommt es noch vor? Welche Lebensraumansprüche hat es? Wie lebt die vom Aussterben bedrohte Art im Winter? Welchen Schutz braucht sie? Der Kenner Klaus Urban führt am Freitag, 10. Februar, um 19.30 Uhr im Alten Rathaus Bodenmais mit einem Bildervortrag in die Lebenswelt des Auerhuhns ein. Seit vielen Jahren kartiert er sie vom Allgäu bis in den Bayerischen Wald. Er kennt das Auerhuhn wie nahezu kein Zweiter und auch die Problematik, die mit dessen Schutz verbunden ist.

Bei der zweiten Veranstaltung zeigen Urban und der Gebietsbetreuer für die Arberregion Johannes Matt bei einer Schneeschuhtour den Lebensraum des Auerhuhns vor Ort. Bei der Exkursion werden nicht nur die Überlebensstrategien veranschaulicht, sondern auch die Auswirkungen von Freizeitaktivitäten wie das Schneeschuh- und Skitourengehen, sowie vieles mehr erläutert.

Mit dem Skibus geht es von Arnbruck über Drachselsried nach Schareben. Von dort führt die Schneeschuhtour zur Heugstatt und zum Enzian und zurück nach Schareben. Die fünf- bis sechsstündige Tour geht über ausschließlich markierte Wanderwege und setzt gute Kondition voraus. Treffpunkt ist am Sonntag, 12. Februar um 9.15 Uhr auf dem Dorfplatz Arnbruck, der Skibus fährt dort um 9.20 Uhr los, um 9.26 Uhr vom Dorfplatz Drachselsried. Schneeschuhe sind selbst mitzubringen. Zudem bitte an festes Schuhwerk und ausreichend Verpflegung denken. Anmeldung bis Freitag, 12 Uhr beim Naturpark Bayerischer Wald, 09922 /80 24 80. Beide Veranstaltungen werden von der Tourist-Info Bodenmais, der Kreisgruppe Regen des Landesbunds für Vogelschutz und dem Naturpark Bayerischer Wald e.V. organisiert.bb