PM 09/2021: Wandertipp der Woche

Geiersthal. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche in die Gemeinde Geiersthal, in den Ortsteil Altnussberg. Die circa acht Kilometer lange Runde startet am Burgparkplatz an der Hofbei-Kapelle und führt abschnittsweise über den Flusswanderweg am Schwarzen Regen. Danach verläuft der Weg hinauf zur Burgruine Altnussberg am höchsten Punkt der Rundtour und schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt. Auf dem mittelschweren Rundweg werden in circa drei Stunden Gehzeit Anstiege von etwa 260 Höhenmetern absolviert.

Zunächst führt der Weg vom Burgparkplatz auf Forstwegen entlang des Wanderwegs mit der roten Nummer 3 bergab in Richtung Schwarzer Regen und Gumpenried. Vorbei an eindrucksvollen Baumriesen, sonnigen Lichtungen und rauschenden Bachläufen geht es teilweise steil hinab ins Regental. An waldfreien Stellen ergeben sich dabei wunderschöne Blicke auf den noch schneebedeckten Gipfel des Großen Arber.

Nach Erreichen des Schwarzen Regen am Holzunterstand des „Nostalgie Haltepunkts Nußberg Schönau“, folgt man der Flusswanderwegs-Beschilderung nach links in Richtung Gstadt. Begleitet von den Schienen der Waldbahn können am rauschenden Fluss mit etwas Glück unter anderem ruhende Gänsesäger und Wasseramsel auf den Felsen im Wasser beobachtet werden. Entlang des meist flachen, sonnigen Wegs sind einige Frühblüher dank der letzten warmen Tage bereits in voller Pracht zu bestaunen und werden von summenden Insekten verschiedener Arten aufgesucht.

Auf Höhe des Haltepunktes Gstadt führt der Flusswanderweg weg vom Schwarzen Regen hinauf in Richtung Rannersdorf. Auf dem etwas steileren Anstieg sind auf nördlicher Seite des Flusses der Turm der Burgruine Neunussberg und der malerische Ort Schönau zu entdecken. Eine dort aufgestellte Bank lädt zur Rast und zum Verweilen ein.

Nach Erreichen der Straße auf Höhe Rannersdorf wird der Flusswanderweg verlassen und die Runde führt nach links entlang der ruhigen Nebenstraße in Richtung Seigersdorf. Auf dieser Strecke sind die Nordseiten und die grünen Gipfel der Vorwaldberge um Predigstuhl, Pröller und Käsplatte zu entdecken. Ab Seigersdorf folgt die Runde dem Wanderweg mit der roten Nummer 2 über Oberleiten und einen letzten etwas steileren Anstieg in Richtung der Burgruine Altnussberg. An der Burgruine angekommen ergeben sich traumhafte Aussichten auf Geiersthal sowie auf die Vorwaldberge um Vogelsang und Dreitannenriegel. Die letzten Meter führen dann etwas steiler bergab zurück zum Ausgangspunkt.


PM 08/2021: Naturpark Wandertipp der Woche

Ringelai. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche in die schöne Ohetalgemeinde Ringelai. Die 7,5 km lange Runde führt vom Ortszentrum von Ringelai auf den höchsten Punkt der Gemeinde, dem Geistlichen Stein auf 731 Metern. Im Aufstieg sind dabei mehr als 300 Höhenmeter zu bewältigen. Damit wird die Ausdauer im Frühling gleich auf die Probe gestellt. Der Weg ist mit den grünen Naturparkschildern und der Nummer 2 von der Gemeinde hervorragend ausgeschildert und der Markierung ist leicht zu folgen.

Rund um den Geistlichen Stein erwartet die Wanderer ein im Moment herrlich lebendiger Mischwald. Entlang des Weges rascheln die Mäuse durch das Laub auf der Suche nach Bucheckern. Die Bussarde balzen mit lauten Schreien über dem Kronendach. Buntspechte trommeln auf morsche Holzstämme und den ganzen Tag über findet ein Konzert der Singvögel des Waldes statt. Zitronenfalter schwirren um die ersten Blüten und sonnen sich erstaunlich gut getarnt im alten Laub. An jeder Ecke verkünden die Bewohner des Waldes in diesen Tagen: Der Winter ist vorbei. Es wird Frühling!

Gerade jetzt ist es also eine großartige Zeit, um in unsere Laubwälder einzutauchen. Viele für Buchenwälder typischen Pflanzenarten nutzen die kurze Zeit zwischen dem Ende des Winters und dem Austrieb der Laubbäume, in der die Sonne fast ungehindert den Waldboden erreicht. Jetzt schießen Bingelkraut & Co aus dem Boden. Einige, wie das Lungenkraut oder die Weiße Pestwurz blühen schon bevor sie überhaupt die Blätter entwickelt haben. Ziel dieser wahren Frühblüher ist es, schnell zu sein. Im Moment ist jede Blüte noch eine absolute Rarität, auf die sich die wenigen schon aktiven Insekten stürzen. In der kurzen sonnigen Zeit am Grund der Laubwälder können die Kräuter die Photosynthese nun auf das Maximum hochfahren. Alles wird in kürzester Zeit erledigt: Blühen, Samen ausbilden und Energie für die dunkle Zeit des Jahres in die Wurzeln verlagern.

Auch wir Wanderer können nun selbst im Wald Sonne tanken. Durch die kahlen Baumkronen hindurch ergeben sich zudem ganz ungewohnte Fernblicke, rund um den Geistlichen Stein bei klarer Sicht sogar bis in die Alpen. Was es mit dem geistlichen Stein auf sich hat, wird nicht verraten. Am sprichwörtlichen Höhepunkt der Tour wird das Geheimnis allerdings auf einer Infotafel gelüftet.

Noch zwei Tipps: Der Anstieg ist gleichmäßiger, wenn man die Runde gegen den Uhrzeigersinn wandert. Und festes Schuhwerk ist im Moment notwendig. Der Waldboden ist noch sehr feucht und durch die Waldarbeiten teilweise auch etwas matschig.


PM 07/2021: Naturpark organisiert Auflichtung der Gehölze in Moosbach

Prackenbach. Unter Federführung des Naturparks Bayerischer Wald wurde im Februar eine Auflichtung der Gehölzbestände am Moosbacher Pfahl durchgeführt. Ziel war dabei der Erhalt der typischen sonnigen Lebensräume für schützenswerte Tiere und Pflanzen entlang der markanten Pfahl-Felsen. Die Maßnahmen wurden durch Fördermittel des Naturparks und durch Eigenmittel des Landkreises Regen finanziert.

Der Moosbacher Pfahl ist eines der schönsten Gebiete entlang des über 150 Kilometer langen, geradlinig verlaufenden Quarzriffs des Pfahls. Dieser ist die wichtigste geologische Besonderheit im Naturpark Bayerischer Wald. Der in der Gemarkung Moosbach verlaufende Abschnitt zeichnet sich durch die vorkommenden Lebensraumtypen mit schützenswerten Lebensgemeinschaften von Pflanzen, Tieren und Flechten aus. Die Flächen entlang der exponierten, weißen Quarzfelsen sind deshalb in großen Teilen Naturschutzgebiet und zugleich Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH).

Der häufig zur Naherholung genutzte Bereich verdankt seinen hohen Wert für die heimische Natur vor allem der sorgsamen und kleinteiligen Nutzung unserer Vorfahren. Während Flächen um den Pfahl herum über die letzten Jahrhunderte gerodet und in Wiesen oder Äcker umgewandelt wurden, blieben die Flächen direkt an den Felsbereichen davon ausgenommen. Jedoch wusste die Bevölkerung auch diese abschüssigen, steinigen Flächen für ihre Zwecke zu gebrauchen. Als Weideflächen für Ziegen und zur Brennholzgewinnung fanden diese Bereiche früher Verwendung. Dadurch wurden besondere Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen.

Seit Aufgabe der traditionellen Beweidung sowie Mahd der Pfahlfelsen und -heiden hat der Anteil an Gehölzen auf den Flächen natürlicherweise stark zugenommen. Die wertvollen Lebensräume am Quarzriff drohten durch Beschattung zu verschwinden. Ohne Landschaftspflege würden die lichten Felsbereiche, Heiden und Magerwiesen mit wertvollen Arten innerhalb weniger Jahre durch Sträucher und Bäume überwachsen werden.

Der in der Landschaftspflege tätige Franz Wenzl aus Moosbach übernahm diesen Winter die wichtige Aufgabe, in südlicher Richtung den Felsen vorgelagerte Gehölze aufzulichten. „Als Landwirt kann ich einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, die heimatliche Natur langfristig zu erhalten und zu pflegen“, äußert sich Wenzl über seine Arbeiten am Pfahl. Wichtig ist dem Landwirt dabei auch Bewusstsein in der Bevölkerung dafür zu schaffen, dass eine angepasste Bewirtschaftung wesentlich zum Erhalt wertvoller Bestandteile der Kulturlandschaft, wie der am Moosbacher Pfahl, beiträgt. Bei der Pflegemaßnahme hat er Sträucher und kleine Bäume abgeschnitten und anschließend abtransportiert. Somit wurde das Feldgehölz behutsam aufgelichtet. Wertvolle Bäume wie alte Eichen und Vogelbeeren, blieben dabei grundsätzlich stehen. Matthias Rohrbacher, Naturpark Projektbetreuer für Landschaftspflege, hat die Maßnahmen organisiert und angeleitet: „Neben dem Auflichten der randlichen Feldgehölze ist eine regelmäßige Mahd der Heiden und Magerwiesen am Pfahl besonders wichtig“. Der Naturpark Mitarbeiter bedankte sich dabei auch bei Peter Fischer aus Voggenzell, der regelmäßig im Spätsommer und Herbst diese Mahden und Nachentbuschungen am Moosbacher Pfahl durchführt.

Für den 1. Vorsitzenden des Naturparks Bayerischer Wald, Heinrich Schmidt, ist das Naturschutzgebiet Moosbacher Pfahl bereits seit Jahrzehnten ein besonderes Anliegen. In den 1990er Jahren hat er die ersten Auflichtungen und Felsfreistellungen am Pfahl organisiert. Besonders wichtig ist ihm dabei auch immer die Information der örtlichen Bevölkerung über die schützenswerten Lebensräume und die notwendige Pflege. „Viele Leute sind gerne bereit, etwas zu schützen oder sich dafür einzubringen, wenn sie Zusammenhänge erklärt bekommen und besser verstehen“, so Heinrich Schmidt.

Foto: Gemeinsame Besichtigung der Landschaftspflegeflächen am Moosbacher Pfahl mit den Verantwortlichen des Naturparks (Mitte: Projektbetreuer Landschaftspflege, Matthias Rohrbacher, rechts: 1. Naturparkvorsitzender, Heinrich Schmidt) und dem Landwirt Franz Wenzl (links). (Foto: Lukas Maier, Naturpark Bayerischer Wald)


PM 06/2021: Naturpark organisiert Tümpelentlandung

Schöllnach. Die Natur in der Marktgemeinde Schöllnach zeigt sich besonders vielfältig: Steile Bergwiesen am Ölberg beim Brotjacklriegel präsentieren im Frühjahr ihre Blütenpracht. Sumpfige Flachmoore und weiten Bachwiesen finden sich versteckt im Talgrund in der Hügellandschaft südlich von Schöllnach. Ein besonderes Kleinod ist das  „Riedener Himmelreich“ mit kleinen Bächen, flachen Tümpeln, urigen Wäldern und artenreichen Mähwiesen. Die ehemals verbrachten Wiesen wurden in den letzten Jahren entbuscht und werden heute wieder meist sehr spät im Sommer und Herbst gemäht. Sehr zur Freude von Flora und Fauna, die in diesem Natura 2000 Gebiet ihren Lebensraum finden. Seltene Schmetterlinge wie der Wiesenknopfameisenbläuling oder rare Blumen wie Knabenkräuter sind hier beheimatet. Diese Landschaftspflege-maßnahmen werden vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. organisiert, der hier gemeinsam mit dem Markt Schöllnach, dem Landkreis Deggendorf und den Naturschutzbehörden aktiv ist. Der Naturparkvorsitzende Heinrich Schmidt freut sich über diese gelungene Zusammenarbeit: „Im Jahr 2020 konnten alleine in der Marktgemeinde Schöllnach Landschaftspflegemaßnahmen von mehr als 40.000 Euro umgesetzt werden, die der Naturpark organisiert hat. Und aktuell sind auch schon wieder neue Flächen dazugekommen“, betont Heinrich Schmidt und lädt alle Interessierte ein: „In einigen Führungen in diesem Jahr wird Naturpark Rangerin und Biologin Lea Stier diese Gebiete noch intensiver vorstellen.“  

In diesem Winter wurden im Riedener Himmelreich alte zugewachsene Tümpel wieder entlandet und das Aushubmaterial abtransportiert. Der Landwirt Xaver Weiß hat dies  gemeinsam mit dem Baggerbetrieb Christian Schreiner durchgeführt: „Von diesen Naturschutzprojekten können auch örtliche Landwirte profitieren und die heimatliche Landschaft wird gepflegt“, sagt Landwirt Xaver Weiß, der bereits seit Jahrzehnten in der Landschaftspflege tätig ist. Die kleinen Tümpel dienen Amphibien wie der sehr seltenen Gelbbauchunke als Laichplätze. Gerade die kleine Unke mit dem knallgelben Bauch braucht diese ganz flachen und gut besonnten Laichtümpel. Aber auch Reptilien und Vögel nutzen dies als Jagdrevier und Insekten wie Prachtlibellen haben hier ihre Kinderstube. „Dies ist einer von vielen kleinen Bausteinen, um vielfältige Lebensnischen in der heimatlichen Natur zu entwickeln“, freut sich Matthias Rohrbacher, der als Naturpark Projektbetreuer diese Landschaftspflegemaßnahmen organisiert: „Damit kann auch der Biotopverbund und der landschaftliche Erholungswert mit vielen großen und kleinen Naturschätzen verbessert  werden.“

Seit über 30 Jahren organisiert der Naturpark hier in dieser Region die Landschaftspflege und Naturschutzaufgaben. Darüber hinaus werden auch Erholungs- und Besucherlenkungsmaßnahmen unterstützt und gefördert. Dieses breite Dienstleistungsangebot für die Gemeinden soll in Zukunft noch stärker forciert werden.

Bild: Naturpark mit Text (Personen von links nach rechts): Matthias Rohrbacher, Naturpark Projektbetreuer und Heinrich Schmidt, 1. Naturparkvorsitzender und Landwirt Xaver Weiß bei der Entlandung eines Flachtümpels  im Riedener Himmelreich


PM 05/2021: Naturpark Wandertipp der Woche 

Schönberg. Wilde Wälder, wilde Ilz.

Diese Woche legen wir allen Aktiven und Ausflüglern eine Wanderung im Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ in der Gemeinde Schönberg ans Herz. Die 5,5 Kilometer lange Rundwanderung mit circa 120 Höhenmetern folgt immer der Markierung 2 und beginnt in Ettlmühle, wo Kleine und Große Ohe zusammenfließen und zur Ilz werden. Am Wanderparkplatz (48°48'55.8"N 13°22'18.1"E) angekommen folgen wir dem Wanderweg 2 hinein in den vielfältigen Mischwald. Gesäumt von Kiefern geht es abwechselnd bergauf und bergab durch den Wald. Bald schon wird eine größere Lichtung erreicht, den perfekten Ort für ein sonniges Päuschen mitten in den idyllischen Ilzauen.

Nun geht’s weiter über die Brücke und ein Stückchen steiler bergauf durch ein strukturreiches Waldstück. In solch einem Mischwald mit alten und jungen Bäumen fühlen sich viele Vogelarten wohl. So gibt es hier – im Gegensatz zu mancher Fichtenmonokultur - genügend Nahrung und reichlich Nistplätze. Kein Wunder also, dass man auf dieser Wanderung einige Zeit zum Lauschen und Beobachten einplanen sollte. Schwarzspecht, Tannenmeise und Misteldrossel sind nur einige der Arten, die man hier entdecken und zurzeit insbesondre hören kann. Auch das winzige Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) ist in diesem Abschnitt super zu beobachten, wenn auch - durch sein typisches, rastloses Gehopse bei der Nahrungssuche an zumeist Fichtenästen - schwer zu fotografieren. Nach ausgiebigem „Birding“ und einem gemächlichen Abstieg kommen wir nach ungefähr 1,5 Stunden zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung bei Ettlmühle.


PM 04/2021: Naturpark Wandertipp der Woche

Regen. Flussauen am Schwarzen Regen mit Wasseramsel, Biber & Co.

Diese Woche starten wir unsere 6 Kilometer lange Tour mit nur 80 Höhenmetern mitten am Stadtplatz in Regen. Von dort geht’s zur Ludwigsbrücke, wo wir nach rechts abbiegen und uns auf den Flusswanderweg begeben. Bei der Brauerei Falter angekommen queren wir die Brücke. Dabei lohnt sich ein Blick auf das Nest hoch oben auf der Brauerei: Ist das Storchenpaar der Stadt bereits aus dem Winterurlaub zurück? Rechts an der Tierzuchthalle vorbei geht’s nun auf der anderen Seite des Flusses weiter durch die schöne Auenlandschaft. Gleich im ersten Abschnitt lassen sich wunderbar Wasseramseln beobachten und fotografieren. Im weiteren Verlauf kann man auch immer wieder Fraßspuren des Bibers (Castor fiber) entdecken, der die Landschaft am Schwarzen Regen mitgestaltet und sozusagen „kostenlos renaturiert“. So schafft der Nager durch seine Stau- und Grabarbeiten besonders vielfältige Lebensräume, in denen sich eine Vielzahl anderer Tier- und Pflanzenarten wohlfühlt. Biberschutz ist somit Lebensraumschutz.

Im Ortsteil St. Johann angekommen wird die Brücke überquert und der Pfad folgt auf anderer Seite dem Flusswanderweg in gleicher Richtung. Bald schließt sich an die Flussauen ein dichter Fichtenwald an. Dort gibt es immer wieder kleine Bänke zur Rast, mit Blick übers Wasser. Hier ist auch der perfekte Ort für jede/n Hobby-Ornithologen/in, um ein paar seltenere Arten wie den Baumläufer zu entdecken, da es sich in den Sträuchern nur so vor Vögeln tummelt, die den Frühling verkünden. Die Wanderung zweigt nun bald mit der Markierung 1 rechts ab und führt in den Waldfrieden. An der kleinen Lichtung mit den Häusern angekommen, folgen wir dem Forstweg geradeaus weiter. In der Dämmerung können hier oft Rehe und Feldhasen erblickt werden. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, auch auf Wanderungen und Spaziergängen in stadtnähe Hunde immer anzuleinen! Nun geht es leicht bergauf bis man die Hauptstraße erreicht. Dort halten wir uns links und nehmen auf der anderen Straßenseite die Abzweigung in die Pfleggasse. Diese führt an den historischen Postkellern vorbei zurück zum Stadtplatz.


PM 03/2021: Naturpark- Wandertipp der Woche

Frauenau. Vom Glasmuseum zur St. Hermann-Kapelle und zurück.

Diese Woche geht es in die schöne Gemeinde Frauenau. Los geht die 8 km lange Wanderung mit etwa 100 Höhenmetern am Parkplatz des Glasmuseums, das auch im Außenbereich tolle Glaskunst zeigt. Vom Glasmuseum weg folgen wir dem Wanderweg 4 der Flanitz entlang gen Westen. Der Weg wird gesäumt von Weiden, Erlen und unterschiedlichen Sträuchern. Dies gibt ihm einen sehr urtümlichen Charakter und schafft eine Umgebung, in der sich die Tierwelt wohl fühlt. Auch Vogelbeobachter*innen kommen hier voll auf ihre Kosten und mit etwas Glück lässt sich der selten gewordene Eisvogel (Alcedo atthis) beobachten.

Hierzu ein kleiner Abstecher in die Ornithologie: Der Eisvogel, auch blauer Blitz oder fliegender Edelstein genannt, ist eine absolute Flaggschiffart für saubere, naturnahe Fließgewässer. Er erbeutet hauptsächlich kleine Süßwasserfische und baut seine Nisthöhlen in Steilhängen an Gewässern. Dass ein Eisvogel gerade in der Nähe ist, bemerkt man vor allem am durchdringenden Ruf, den er beim Flug über das Wasser ausstößt. Denn obwohl er mit seinem blau und orange schillerndem Gefieder sehr farbenfroh – ja fast exotisch - wirkt, ist er doch äußert gut getarnt und an seine Umwelt angepasst. Beim Flug über Gewässer verschmilzt sein blauer Rücken mit dem Blau des Wassers, im Baum sitzend ist er durch den orangebraunen Bauch nur schwer auszumachen.

Aber zurück zur Wanderung: Mit leichtem Anstieg führt der Wanderweg nun weiter in Richtung Kneippbecken und von dort aus durch das „Kollerbergerl“ bis kurz vor Flanitzmühle. Dort angekommen, muss ein steilerer Aufstieg durch einen Hohlweg gemeistert werden. Aufmerksame Beobachter*innen können hier diverse Baumpilze und Vogelarten wie den Baumläufer entdecken. Die Vegetation der Umgebung unterscheidet sich durch die Nutzung des Menschen stark von der Pflanzenwelt am Anfang der Wanderung. Welche verschiedenen Nutzungsintensitäten kann man erkennen? Ziel der Tour ist die kleine Kapelle des Künstlers Erwin Eisch auf der Zell. Hier erwartet uns ein Rastplatz von dem aus ganz Frauenau überblickt werden kann. Höchste Zeit für eine kleine Pause mit Tee und Brotzeit, bei der der Ausblick ausgiebig genossen wird. Ausgeruht und voller neuer Eindrücke folgen wir nun auf der Teerstraße dem Rundwanderweg Nummer 3. Dieser bringt uns an Feldern und Wiesen vorbei zurück nach Frauenau, das man bereits in der Ferne sehen kann. Für die Wanderung sollte man mit Pause etwa 2 Stunden einplanen.

Übrigens: Den Startpunkt Frauenau erreicht man wunderbar mit der Waldbahn von Zwiesel aus (2-Stunden-Takt).


(Bildautor: Karl-Heinz Schindlatz).

PM 02/2021: Rücksichtnahme in den Hochlagen des Naturparks gefragt

Der bisherige Winter hat es mit den Skitouren- und Schneeschuhgehern gut gemeint. Am Arber und dem Dreisessel fanden sie in den letzten vier Wochen gute Bedingungen vor. Leider mussten der Gebietsbetreuer für die Arberregion und der Naturpark-Ranger vom Dreisessel regelmäßig feststellen, dass es durch abseits der zulässigen Routen in den Auerhuhnschutzgebieten zu zahlreichen Störungen der Tiere kam.

Der Winter ist für die Tiere eine große Herausforderung. Energie, die durch Störungen durch uns Menschen verloren geht, kann mit der derzeit verfügbaren, energiearmen Nahrung wie Nadeln und Knospen oft nicht kompensiert werden. Durch Auffliegen und der hohen Fluchtdistanz muss das Auerhuhn rund den zwölffachen Energieaufwand aufbringen als im normalen Zustand. Wiederholen sich die Störungen, kann dies bis zum Tod des Auerhuhns führen.

Auch wenn das Wetter im Moment für Anfang Februar viel zu mild ist, bedeutet das für die Auerhühner und Haselhühner nicht, dass sie den Winter schon überstanden haben. Im Gegenteil, ein solcher nasskalter Winter stellt sie vor noch größere Herausforderungen. Sie haben im Moment nicht die Möglichkeit sich in die kompakte Schneedecke einzugraben, um so vor Wind und Temperaturen geschützt zu sein. Das heißt sie müssen dem Wetter im Moment in den feuchten und windigen Baumkronen trotzen. Um die Tiere nicht noch weiter zu schwächen, sollten Störungen durch Schneeschuh- und Skitourengeher deshalb auch weiterhin auf ein Minimum, das heißt die ausgewiesenen, zulässigen Routen beschränkt werden.

An diesem Samstag hätte, wie in den Vorjahren, der bayernweite Aktionstags „Natürlich auf Tour“ stattgefunden. Dabei wären etliche ehren- und hauptamtliche Naturfreunde am Arber und Dreisessel unterwegs gewesen, um mit den Wintersportlern ins Gespräch zu kommen und um sie mit genau diesen Informationen zu versorgen. Da dies Corona bedingt nicht möglich ist, appellieren die Mitarbeiter des Naturparks Bayerischer Wald an die Rücksichtnahme der Wintersportler ihre Aktivitäten auf das weitverzweigte markierte Wegenetz zu beschränken und die Ruhezonen der Wildtiere zu respektieren. Jeder Erholungssuchende kann einen Beitrag zum Erhalt des Auerhuhns leisten, indem er bei Schneeschuh- und Skitouren auf die als umweltverträglich ausgewiesenen Routen und markierten Wegen bleibt Mit dieser Rücksicht kann es gelingen, dass der eindrucksvollste Waldvogel des Bayerischen Waldes erhalten bleibt.

Bild: Störungen durch Wintersportler sind aktuell für das Auerhuhn neben den harten Witterungsbedingungen besonders herausfordernd. (Bildautor: Karl-Heinz Schindlatz).


PM 01/21: Infofilm über die NaturparkWelten

Veranstaltungen und Führungen können weiterhin Corona bedingt nicht stattfinden, Fortbildungen müssen entfallen. An der Umweltstation Bayerisch Eisenstein sind im Jahr 2020 diverse Aktionen entfallen. Um im neuen Jahr ein Zeichen für die Umweltbildung zu setzen, hat sich das Team am Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein dazu entschlossen, die für den 05.02. geplante Fortbildung für Touristiker und Vermieter digital zu gestalten. Frei nach dem Motto: „Könnt ihr nicht zu uns kommen, dann kommen wir zu euch“. Zu diesem Zweck wurde im Grenzbahnhof ein kleiner Infofilm gedreht, welcher die verschiedenen Ausstellungsebenen der NaturparkWelten präsentiert. Unterstützt durch den FÖJler und Kameramann Sebastian Stinzing führen Samantha Biebl und Johannes Matt von der Umweltstation Bayerisch Eisenstein die Zuschauer im Wechsel durch die unterschiedlichen Ausstellungsebenen und gehen auf interessante Aspekte der Ausstellungen ein. Der etwa zehnminütige Film ist ab dem 05.02. online auf dem Youtube- Kanal, der Facebook-Seite und auf der Internetseite des Naturparks Bayerischer Wald unter: https://www.naturparkwelten.de/NaturparkWeltenBayerischEisenstein.html einsehbar. Touristiker und Vermieter aus der Region oder überregional, als auch alle Interessierten sind herzlich eingeladen diesen kurzweiligen Film anzusehen und die NaturparkWelten sowie die dortige Umweltbildung zu bewerben.

Bild: FÖJler Sebastian Stinzing und Johannes Matt, Mitarbeiter an der Umweltstation Bayerisch Eisenstein bei den Dreharbeiten zum kurzen Infofilm über die NaturparkWelten.


Die Wanderung kann in der Ortsmitte von Arnbruck bei der Touristinfo begonnen werden. Zunächst folgt man dem Zielwanderweg „Blaue 7“ über die Waldschmidt- und Badstraße durch Arnbruck, bevor es stetig in Richtung Eck ansteigt. Nach der Straßenüberquerung kommt man zunächst zum „Skywalk“. Dieser kleinerer Aussichtssteg lädt zu einer ersten Rast ein und bietet einen schönen Ausblick in das Zellertal. Kurz vor dem Eck trifft man auf den Goldsteig, dem nun gefolgt wird. Durch abwechslungsreichen Bergmischwald durchsetzt mit einigen Felsen erreicht man den ersten Gipfel. Der Mühlriegel mit seinen 1.080 m Höhe bietet einen weiten Blick über die Bayerwaldberge. Nach einem kurzen Abstieg, folgt der Gegenanstieg hinauf auf 1.156 m zum Ödriegel. Dort stehen die felsigen Wächter des Zellertales. „Bei dieser Wanderung bekommt man sowohl einen Einblick in den Lebensraum der Hochlagen am Arberkamm als auch weite Ausblicke vom Osser über Zwercheck bis zum Großen Arber“, so der Gebietsbetreuer für die Arberregion Johannes Matt vom Naturpark Bayerischer Wald. Beim Waldwiesmartel mit einer kleinen Schutzhütte biegt man recht ab auf den Zielwanderweg „Blaue 10“ in Richtung Arnbruck. Dieser Weg wird auch „Steinernes Gaßl“ genannt. Dort findet sich ein steinernes Marterl, dass von einer Gräueltat zeugen soll. Zum sogenannten „Sebastianstein“ wird aus mündlicher Überlieferung berichtet, dass um 1860 ein Mensch, wahrscheinlich männlich, hier hingerichtet worden sein soll. Laut der Erzählung wurde dieser an einen Pfahl in einem Ameisenhaufen gebunden und den Ameisen überlassen bis er tot war. Wir verlassen den schaurigen Ort und wandern die letzten Meter über die Scharebenstraße zurück zum Ausgangspunkt in Arnbruck.

Bei dieser größeren Wanderung sind etwa 650 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, sowie insgesamt 15 km zurückzulegen. Eine gute Kondition, sowie ausreichend Brotzeit sollten für diese Runde mitgebracht werden.