Lichtverschmutzung war Thema beim Astronomietag

Zwiesel. Das Motto des jährlich von der Vereinigung der Sternfreunde ausgerufenen Astronomietages lautete in diesem Jahr „Möge die Nacht mit Euch sein“. Mit diesem leicht abgewandelten Filmzitat sollte auf das Problem der zunehmenden Lichtverschmutzung aufmerksam gemacht werden. Bundesweit fanden zahlreiche Veranstaltungen zu diesem Thema an Sternwarten und Umwelteinrichtungen statt.

Aus diesem Anlass hatte auch der Naturpark Bayerischer Wald e.V. zusammen mit der Sternwarte Spiegelau vergangenen Samstag zu einem Infoabend mit anschließender Sternenbeobachtung eingeladen. Vor etwa 25 interessierten Gästen beschrieb die Koordinatorin des Interreg-Projekts „Lichtverschmutzung – gemeinsame Lösungsansätze“ im Naturpark, Dr. Julia Freund, die allgemeinen Auswirkungen von zu viel Licht in der Nacht auf Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie führte weiter aus, wie eine gute Planung der öffentlichen Beleuchtung diesem Problem entgegenwirken könnte und gab einen Überblick über den Stand des Projekts sowie die künftigen Ziele.

Josef Bastl von der Bayerwald-Sternwarte in Spiegelau schloss sich an mit einem anschaulichen Vortrag über die Qualität des Nachthimmels im Bayerischen Wald und erklärte, wie die Lichtverschmutzung in den letzten Jahrzehnten die Himmelsbeobachtung zunehmend erschwere. Anschließend zeigte er den Gästen den derzeit beobachtbaren Sternenhimmel mithilfe eines vor dem Haus aufgebauten Teleskops. Die Sicht war am Samstag vergleichsweise klar, so dass die Besucher die gezeigten Sternbilder gut erkennen konnten. An den gezeigten Beispielen wurde jedoch deutlich, wie sehr die Sichtbarkeit der Himmelsobjekte, vor allem in Horizontnähe, unter dem Streulicht der umgebenden Nachtbeleuchtung leidet.

Das Projekt Lichtverschmutzung hat es sich zur Aufgabe gemacht, in der breiten Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und der Lichtverschmutzung entgegenzuwirken. Zusammen mit dem tschechischen Lead-Partner, der Umweltorganisation Aktivity Pro, sowie verschiedenen Projektpartnern, zu denen auch die Sternwarte Spiegelau zählt, sollen in der Projektlaufzeit 2019 bis 2021 verschiedene Infoveranstaltungen folgen. Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Union.bbz

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