Ein Stück "wilde Natur" haben 19 Wanderer bei einer Führung durch die Risslochschlucht erlebt. Sowohl einheimische Arberkenner als auch Urlaubsgäste waren der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald gefolgt und erkundeten mit Arbergebietsbetreuer Johannes Matt das Naturschutzgebiet und Naturwaldreservat.

Welche Kraft das Wasser hat, wurde den Teilnehmern – trotz der zur Zeit geringen Wasserführung des Rissbachs – bereits zu Beginn des Rundgangs bewusst: Glatt geschliffene Felsen im Bachbett, aber auch die Steile und Tiefe der Schlucht zeigen besonders eindrucksvoll, dass zwar eine Schwachstelle in der Erdkruste dafür entscheidend war, dass die Schlucht ausgerechnet an dieser Stelle entstehen konnte, es jedoch das Wasser war, das dieses Gebiet entscheidend prägte.

Neben der Entstehungsgeschichte der Risslochschlucht führte der Gebietsbetreuer in den "Kreislauf des Waldes" ein. An alten Buchen und Birken finden sich Zunderschwämme, im Dialekt auch "Hodernsau" genannt, die, wenn der Stamm umgefallen ist, auch um 90 Grad verdreht wachsen können. Der Holzpilz wächst zunächst am stehenden und später am liegenden Totholz, die Unterseite des Pilzhutes richtet sich immer horizontal aus, damit sich die Pilzsporen bestmöglich verbreiten. Darüber hinaus stellte der Arbergebietsbetreuer diverse Moos- und Farnarten vor, die in der kühl-feuchten Schlucht in besonderer Artenvielfalt vorkommen. Fasziniert von der ursprünglichen Natur, ausgestattet mit viel Wissenswertem und mit dem Rauschen des tiefen Rißbaches im Ohr verließen die Teilnehmer den schattig-kühlen Wald, um wieder in den allzu oft hektischen Alltag zurückzukehren.

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