Eines der seltensten, aber doch imposantesten Tiere im Bayerischen Wald ist das Auerhuhn. In einem Vortrag präsentierte Johannes Matt, Gebietsbetreuer für die Arberregion beim Naturpark Bayerischer Wald, neben den Monitoring-Ergebnissen, die Lebensräumvielfalt und die Gefährdungen des Auerhuhns im Arbergebiet.

Die Gesamtpopulation im Bayerischen Wald und Böhmerwald kann aktuell als stabil eingestuft werden. Neben dem Hauptvorkommen in den beiden Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava sind die Vorkommen außerhalb, wie in der Arberregion, essentiell für den Fortbestand des Auerhuhns. In der Arberregion finden sich die verschiedenen Habitatstrukturen, wie größere Freiflächen, Altholzbestände, Dickungen, hohe Deckung an Zwergsträuchern und anmoorige Bereiche teils engräumig und mosaikartig verzahnt. Diesen hohen Anspruch an den Lebensraum stellt das Auerhuhn. Neben den natürlichen Fressfeinden wie Wildschwein, Fuchs, Marder, Dachs und Habicht wird es zunehmend durch den Menschen beeinträchtigt. Denn, wenn ein Auerhuhn im Winter durch abseits der markierten Wanderwege, Schneeschuh- und Skitourenrouten gehende Wintersportler aufgeschreckt wird und flüchten muss, verbraucht es das Zwölffache an Energie als ohne Störung. Wichtig ist also, die Tiere vor solchen Einflüssen zu schützen. Daher wurden in der Arberregion ein Vogelschutz- und ein Wildschutzgebiet für das Auerwild ausgewiesen. Hier gilt von November bis Ende Juni ein Wegegebot und eine ganzjährige Anleinpflicht für Hunde.

Als weitere Maßnahmen werden Besucherlenkung, Beschilderung mit Infotafeln, und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Beispielsweise wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alpenverein zum zweiten Mal der Aktionstag "Natürlich auf Tour" veranstaltet, sowie die erste Alpenvereinskarte für ein Mittelgebirge „Arberregion.Kaitersberg.Osser“ herausgegeben. Durch diese und viele weitere Informationsmaßnahmen wird weiterhin ein Bewusstsein für den Naturschutz geschaffen, wie Johannes Matt den Zuhörern im Naturparkinformationshaus erläuterte.

Die Wanderausstellung umfasst fünf Roll-Up-Displays mit wichtigsten Informationen zum Auerhuhn im Bayerischen Wald auch Präparate und einen Flyer. Die Auerhuhn-Ausstellung kann täglich von 9.30 bis 16.30 Uhr zu den Öffnungszeiten des Naturparks-Informationshaus in Zwiesel besichtigt werden. Sie steht zudem interessierten Vereinen, Verbänden und Einrichtungen, sowie Schulen zur Ausleihe zur Verfügung.

Bild: Gebietsbetreuer für die Arberregion Johannes Matt stellte das Auerhuhn in seinem Vortrag als auch anhand der neuen Naturpark-Ausstellung vor. (Bildautor: Naturpark Bayerischer Wald).

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