Ulrich Teuber referierte im Naturparkhaus

Zwiesel. Der pensionierte Apotheker und Moosforscher Ulrich Teuber hat in den Jahren 2014 bis 2016 im Auftrag der Regierung von Niederbayern die Mooswelt der Todtenau bei Kirchberg untersucht. Darüber berichtete er nun vor zahlreichen Interessierten im Zwieseler Naturparkhaus.

Die Todtenau ist eines der bedeutendsten Moore des Bayerischen Waldes und steht seit 1983 unter Naturschutz. Der etwa 145 Hektar große Moorkomplex liegt auf 710 bis 728 Meter Meereshöhe. Die Niederschläge sind mit bis zu 1300 Millimeter im Jahr reichlich. Eine von Weitem bereits sichtbare Besonderheit ist die Spirke – die aufrechte Form der Latsche und typisch für Hochmoore.

Die Mooswelt beherbergt aber zudem etliche Besonderheiten, die Teuber allgemein verständlich und mit schönen Bildern erläuterte. Weil sich Moose nicht immer gleich zeigen, wurden als Untersuchungszeitraum drei Jahre angesetzt. Oft ist die Witterung feuchter, manchmal trockener, bisweilen findet man die Arten zu verschiedenen Jahreszeiten besser, in manchen Jahren sind Arten ganz verschwunden. Auch Teuber berichtete vom Phänomen, dass er Arten erst im dritten Jahr wieder entdeckte; andere sollten eigentlich laut früheren Kartierungen vorhanden sein, waren aber nicht aufzufinden.

Der Moosforscher muss ohnehin geduldig sein, mit der Lupe im Gelände unterwegs und bereit, zu Hause am Mikroskop nachzubestimmen. Einige Arten ertragen gar keinen Schatten, andere brauchen Rohbodenstellen, wieder andere findet man auf Bäumen. Bei den Moosen auf Bäumen lieben einige das saure Milieu, andere hingegen kommen auf basischer Rinde, etwa auf Buche, Pappel oder Weide vor. Eines ist ihnen gemeinsam: Feuchtigkeit mögen sie alle.

Torfmoose bestehen weit überwiegend nur aus Wasser. Etwa 200 Arten davon gibt es weltweit, in Deutschland immerhin 37. Der Bayerische Wald kann mit 33 Arten und die Todtenau alleine mit 24 verschiedenen Torfmoosarten aufwarten.löf 

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