Vor kurzem geboten die Wald-Vereins-Sektion Bischofsmais und der Naturpark Bayerischer Wald e.V.  am Landshuter Haus auf der Oberbreitenau der Ausbreitung der Vielblättrigen Lupine (Lupinus polyphyllus) mit Sichel, Sense und Hand Einhalt.

Die aufrechte, einjährige Staude mit erbsenähnlichen Blütenständen stammt ursprünglich aus dem pazifischen Nordamerika und kam im Jahre 1837 nach Deutschland. Hier wurde die ansehnliche Pflanze als Gartenpflanze kultiviert und heutzutage aufgrund ihrer tief in den Untergrund reichenden Wurzeln oft zur Böschungsbefestigung genutzt. Die vielblättrige Lupine zeigt eine starke Ausbreitungstendenz. Nach der Bestäubung von Hummeln und Bienen kann die Pflanze zwischen 150 und 2000 Samen bilden, welche bis zu 5 m weit ausgeschleudert werden. Aufgrund der festen Hülle und Reservestoffe sind ihre Keimblätter über 50 Jahre keimfähig. Da sich die ehemals gebietsfremde Art unkontrolliert ausbreiten und zu unerwünschten Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften und Biotopen führt, gilt sie als „invasiv“. Die konkurrenzstarke Lupine ist sehr anspruchslos an ihren Wuchsstandort, lediglich Kalk und Staunässe verträgt sie nur in Maßen. Besonders betroffen sind daher Mittelgebirge mit saurem Ausgangsgestein, wie der Bayerische Wald. Mit Hilfe von Knöllchenbakterien kann die Vielblättrige Lupine bis zu 100 kg Stickstoff pro Hektar aus der Luft im Boden fixieren. Damit verändert sie den Nährstoffhaushalt betroffener Ökosysteme. Ehemals magere Böden werden nährstoffreicher. Seltene und gefährdete Pflanzenarten, die sich auf nährstoffarme Standorte spezialisiert haben, werden – wie am Landshuter Haus - verdrängt. Hinzu kommt der dichte und hohe Wuchs der Vielblättrigen Lupine. Auch andere zum Teil weitverbreitete, konkurrenzstärkere Pflanzen, wie das am Landshuter Huas beobachtete Kletten-Labkraut, besiedeln dann verstärkt die Flächen, kurz gesagt es kommt zu einem Wandel der Pflanzengesellschaften.

Bereits seit mehr als 10 Jahren führt der Wald-Verein, in Zusammenarbeit mit dem Naturpark und der unteren Naturschutzbehörde, jährliche Pflegeaktionen auf den Flächen rund um das Landshuter Haus durch. Mit Mitteln des Bayerischem Umweltministeriums wird die aufwendige Arbeit der Landschaftspfleger finanziell unterstützt. Ohne eine regelmäßige Mahd und Entbuschung wären die Flächen innerhalb von kurzer Zeit verbracht und würden immer mehr zuwachsen. Umso wichtiger war dieser kurzfristige Arbeitseinsatz, bei dem Waldverein und Naturpark gemeinsam die Lupinen entfernten um die besonderen Flächen auf der Oberbreitenau zu bewahren. An dieser Stelle vielen Dank, an alle Freiwilligen die mitangepackt haben.

Zu guter Letzt der Hinweis, dass auf die Ausbringung und das Aussäen von Vielblättrigen Lupinen in der freien Landschaft verzichtet werden sollte.  Gartenbesitzer*innen, welche die Vielblättrige Lupine nicht missen möchten, können bedenkenlos sterile Sorten nutzen. Allerdings sind für Insekten heimische, blühende Wildpflanzen wesentlich wertvoller.

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