Wertvolle Informationen über die nützlichen „Schatten der Nacht“ – Exkursion durch das nächtliche Eisenstein

Bayer. Eisenstein. Der Naturpark Bayerischer Wald und der Landesbund für Vogelschutz haben zu einer Veranstaltung anlässlich der Europäischen Fleder-mausnacht in den Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein eingeladen. Zahlreiche Fledermausinteressierte waren der Einladung gefolgt.

Zunächst konnten Kinder zusammen mit Commerzbank-Umweltpraktikant Fabian Roser Fledermauskästen bauen und Papierfledermäuse basteln. Anschließend gab es eine Führung durch die Fledermaus-Ausstellung im Kellergewölbe der Naturpark Welten durch den Arbergebietsbetreuer Johannes Matt.

Höhepunkte des Abends waren der Vortrag der Fledermausexpertin Susanne Morgenroth im historischen Wartesaal und die anschließende Exkursion durch das nächtliche Eisenstein. Susanne Morgenroth konnte mit interessanten Informationen zu Fledermäusen aufwarten. Beispielsweise halten die Fledermäuse im Winter nicht Winterschlaf, sondern überdauern die kalte Jahreszeit in einer Art „Wachkoma“ aus dem sie nur aufwachen, um ihren Hangplatz zu ändern. Zudem sind die Fledermäuse im Winter in Stollen und Höhlen häufig mit Wasser überzogen, was sie vor dem Austrocknen schützt.

Für Menschen sind Fledermäuse sehr nützlich. Bis zu 1500 Insekten pro Stunde verspeist eine Fledermaus. Den Nutzen versuchte man für alle Obstkulturen Bayerns einmal auszurechen. Die Pflanzenschutzmitteleinsparungen dürften etwa 50 Millionen Euro pro Jahr betragen. Auch gibt es bereits Anfragen von Hotels zum Aufhängen von Fledermausbrettern, damit die Gäste weniger von Fliegen und Stechmücken geplagt werden.

Unter den Fledermausarten gibt es richtige „Waidler“. Dazu gehören die Nordfledermaus, die Zweifarbfledermaus und die Breitflügelfledermaus, da sie einerseits in Bayern selten sind, andererseits im Bayerischen Wald relativ häufig anzutreffen sind. Bemerkenswert ist auch, dass die Mopsfledermaus im Silberberg bei Bodenmais ihr europaweit größtes Winterquartier hat.

Am Ende des Vortrags durften die Kinder einen Abendsegler-Pflegling mit Mehlwürmern füttern. Bei der Abendexkursion mit Taschenlampen und Fledermausdetektoren, die die Rufe für das menschliche Ohr hörbar machen, konnten etliche Arten im Wanderpark und am Großen Regen gehört und auch gesehen werden. So waren in dieser Nacht vor allem Zwergfledermäuse unterwegs, aber auch Wasserfledermäuse oder Abendsegler konnten gesichtet werden. Mit einem großen Mehr an Wissen und um einen spannenden Abend reicher, endete für die Teilnehmer die diesjährige Europäische Fledermausnacht. bbz 

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