Europäische Fledermausnacht im Grenzbahnhof Eisenstein

Bayer. Eisenstein. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. und der Landesbund für Vogelschutz e.V. hatten jüngst zu einer Veranstaltung anlässlich der europäischen Fledermausnacht in den Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein eingeladen. Zahlreiche Interessierte kamen.

Zunächst startete eine Aktion für Kinder, bei der Fledermauskästen zusammengebaut wurden. Anschließend gab es eine Führung durch die Kellergewölbe in den NaturparkWelten im Bahnhofsgebäude durch Naturpark-Geschäftsführer Hartwig Löfflmann. Höhepunkt des Abends war der Vortrag der Fledermausexpertin Susanne Morgenroth im historischen Wartesaal 1. Klasse und die anschließende Exkursion in der Dämmerung.

Susanne Morgenroth konnte wieder mit einigen interessanten Informationen über die „Schatten der Nacht“ aufwarten. Obwohl Fledermäuse sehr alt werden können – Einzeltiere nachweislich bis zu 60 Jahre –, bekommt eine Fledermaus meist erst im siebten Jahr erstmals Nachwuchs. Nur drei bis fünf Junge kann ein Fledermausweibchen in seinem Leben großziehen. Das heißt, die Fortpflanzungsrate ist entsprechend gering und jedes einzelne Tier ist für den Bestandserhalt von Arten wichtig.

Für den Menschen sind Fledermäuse nützlich – zum Beispiel verspeist eine Fledermaus in einer Nacht bis zu 3000 Mücken. Den Nutzen der Tiere versuchte man einmal für alle Obstkulturen Bayerns auszurechen. Die Pflanzenschutzmitteleinsparungen dürften demnach etwa 50 Millionen Euro pro Jahr betragen.

Die größte bei uns vorkommende Art, das Mausohr, hat eine Wochenstube in der Kirche in Roggersing im Landkreis Deggendorf mit über 1000 Individuen. Damit liegt die größte Mausohrkolonie Bayerns im Gebiet des Naturparks Bayerischer Wald. Kinder durften zum Schluss des Vortrags mit Mehlwürmern einen Pflegling, den großen Abendsegler „ Erwin“, füttern.

Der trocken-warme Sommer 2015 stellte ideale Voraussetzungen für Fledermäuse dar. Bei der Abendexkursion mit den Fledermausdetektoren, die die Rufe der Tiere für menschliches Ohr hörbar machen, konnte man dann etliche Arten im Wanderpark und am Großen Regen hören und auch sehen.löf

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