Bayer. Eisenstein. Die Teilnehmer der Europäischen Fledermausnacht staunten nicht schlecht, als die Biologin und Fledermausexpertin Susanne Morgenroth und ihr Kollege Daniel Lewanzik einige lebendige Mopsfledermäuse aus ihren mitgebrachten Jutebeuteln hervorzauberten. Lewanzik, der zu den Tieren forscht, war auf dem Weg zum Silberberg, um die Fledermäuse in die Freiheit zu entlassen und so bot sich für die Teilnehmer die Möglichkeit, die „kleinen Schatten der Nacht“ einmal aus nächster Nähe zu betrachten.
Der Naturpark Bayerischer Wald hatte zusammen mit der LBV-Kreisgruppe Regen wie bereits in den vergangenen Jahren wieder zur Europäischen Fledermausnacht geladen. Zahlreiche Interessierte, die teils extra von München und Passau angereist sind, waren am Samstagabend der Einladung in die Umweltstation im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein gefolgt.
Zu Beginn des Abends hatten die Besucher die Möglichkeit, eigene Fledermauskästen zu bauen und so einen aktiven Beitrag zum Schutz der Tiere zu leisten. Auch die Jüngsten kamen auf ihre kosten, als sie gemeinsam mit der aktuellen Commerzbank-Umweltpraktikantin Jana Lütke Föller bunte Papier-Fledermäuse basteln durften.
Bei einem Rundgang mit dem Team der Umweltstation, Antje Heideroth und Johannes Matt, durch die Fledermaus-Ausstellung der Naturparkwelten lernten die Zuhörer im Anschluss viel Spannendes über die geheime Welt der Fledermäuse, beispielsweise, warum die Tiere nachts nicht herunter fallen, wenn sie sich kopfüber zum Schlafen aufhängen. Für den nötigen Halt sorgt dabei nämlich ein spezieller Sehnenapparat in den Füßen der Fledermäuse, der es ihnen ermöglicht, sich komplett ohne Kraftanstrengung fest zu halten.
Ein Höhepunkt im Programm war dann der Vortrag der Fledermausexpertin Susanne Morgenroth. Hier konnten die Zuhörer nicht nur einiges über den Fledermausschutz im Bayerischen Wald erfahren, sondern auch die Gründe, warum Fledermäuse so nützlich für uns Menschen sein können. Denn eine einzige Fledermaus kann bis zu 1 500 Insekten pro Stunde vertilgen, was sie zu einem wichtigen Schädlingsbekämpfer macht. Die Hinterlassenschaften der Tiere eignen sich zudem hervorragend als Gartendünger.
Als die Nacht dann schließlich vollständig hereingebrochen war, machte sich die Gruppe, ausgestattet mit Taschenlampen und Fledermausdetektoren, auf zu einem Rundgang durch Bayerisch Eisenstein. Die Detektoren halfen, die Ultraschall-Rufe der Fledermäuse für das menschliche Ohr hörbar zu machen und es zeigten sich tatsächlich einige Fledermäuse verschiedener Arten, darunter eine Gruppe Zwergfledermäuse im Balzflug.
Die Teilnehmer der Fledermausnacht waren sichtlich begeistert. Auch der Naturpark zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung und verwies bereits auf die nächste europäische Fledermausnacht, die Ende August 2020 erneut in den Naturparkwelten stattfinden wird. Interessierte können auf der kürzlich überarbeiteten Internetseite www.fledermaus-bayern.de weitere Informationen zu den „kleinen Schatten der Nacht“ und dem Schutzprojekt im Bayerischen Wald erfahren.  − jm

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