Viele der heimischen Fledermausarten sind in ihrem Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Ihr Aussehen, die nächtliche Lebensweise und ihr lautloser, auch in stockfinsterer Nacht zielsicherer Flug, waren in unserem Kulturkreis Gründe genug, sie mit dem Teufel oder anderen dunklen Mächten in Verbindung zu bringen. In anderen Kulturen, z.B. China, stehen Fledermaussymbole für Glück, Reichtum und Gesundheit.

Die ersten Urfledermäuse gab es schon vor ca. 60 Millionen Jahren. Das Ilztal, die Leitenwälder und Bauwerke sind Lebensraum für verschiedenste Fledermausarten. Die Rauhaut-, die Wasser- und die Bechsteinfledermaus und auch der seltene Klein- abendsegler sind z.B. typische Waldfledermäuse. Sie benötigen als Sommerquartiere alte Bäume mit Höhlen, abstehenden Rindenstücken und Spalten. Stehendes, abgestorbenes Holz im Wald ist deshalb ein wichtiger Lebensraum und kann zur Zeit auch finanziell gefördert werden. Daneben gibt es die Gebäudefledermausarten wie die Kleine Hufeisennase, das Mausohr oder die Bartfledermaus, die alte Dachböden in Kirchen und Schlössern oder Holz-verschalungen an Häusern als Quartier beanspruchen.

Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt am Freitag den 05.06.2015 zu einer geführten Fledermauswanderung am Rande des Naturschutzgebietes „Obere Ilz“ ein. Treffpunkt ist um 21:00 Uhr am Parkplatz von Schloss Fürsteneck. Zusammen mit der Fledermausexpertin Susanne Morgenroth und dem Ilzgebietsbetreuer Stefan Poost erkunden die Teilnehmer das Fledermausvorkommen in den Ilzleiten und am Schloßberg. Auf der Wanderung erfahren Sie mehr über die Biologie und Lebensweise der dämmerungs- und nachtaktiven Fledermäuse. Daneben können Sie sich Informationen zum Fledermausschutz an Gebäuden oder fledermaus-freundlichen Gebäuderenovierungen einholen. Sie können mittels Technik den Ultraschallrufen lauschen und über die jeweilige Frequenz auch die unterschiedlichen Fledermausarten heraushören. Lassen Sie sich inspirieren von den kleinen Schatten der Nacht, die als nützliche Insektenvertilger das Ihnen seit Jahrhunderten anhaftende Negativ-Image nicht verdient haben

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