Gründlanderhaltung durch Traktoren mit Mähwerk oder durch Ziegen? Die landschaftspflegerischen Qualitäten von Tieren macht sich der geprüfte Natur- und Landschaftspfleger und Bio-Landwirt Ludwig Scherm zunutze: Auf einigen Flächen, die mit landwirtschaftlichen Maschinen nicht oder nur schwer zu bewirtschaften sind, setzt er Ziegen und Esel dazu ein, das Grünland offenzuhalten. Die Ziegen beißen Gehölze zurück und die Esel knabbern das Gras kurz. Seit kurzem geht der Landwirt sogar noch einen Schritt weiter und untersucht pionierhaft auf Probeflächen, inwieweit sich auch seine Bio-Schweine zur Landschaftspflege eignen.

Einer bunt gemischten Gruppe aus Erwachsenen und Kindern zeigte Ludwig Scherm kürzlich seine Weidetiere und die dazugehörigen Weideflächen. Während die Erwachsenen über die Rentabilität eines solchen Beweidungsprojektes diskutierten, waren die Kinder vor allem von den Ziegen und Eseln fasziniert. Es war den Teilnehmenden nämlich exklusiv erlaubt, über die Umzäunungen zu klettern und hautnah Kontakt zu den Weidetieren aufzubauen. Auch die kleine Wanderung von Weide zu Weide war spannend gestaltet: Sie führte recht abenteuerlich über einige Gräben und Wasserlöcher, vorbei an malerisch überschwemmtem Grünland. Für die Überschwemmung dieses Grünlands war der Biber verantwortlich. Und im Grunde war er auch die Ursache für die Suche nach alternativen Landschaftspflegekonzepten um Höllmannsried in der Gemeinde Kirchberg im Wald. Durch die Überschwemmungen, die sein Damm- und Burgenbau verursachten, wurde eine rentable landwirtschaftliche Nutzung der betroffenen Flächen nahezu unmöglich. Im Zuge der Entwicklung eines Landschaftspflegekonzeptes wurde festgestellt, dass auf einigen Flächen eine maschinelle Bearbeitung nur schwerlich durchzuführen ist. Für hanglagiges, unwegsames Gelände, das schwer zugänglich, häufig überschwemmt oder stark bebuscht war, wurden also Alternativen benötigt. Die Lösung hieß: Beweidung. Daher kaufte die Untere Naturschutzbehörde, wo es möglich war, die Flächen auf und sorgte dafür, dass sie extensiv bewirschaftet wurden, aber dennoch den Charakter offener Grünflächen behielten. Ludwig Scherm erklärte sich bereit, seine Tiere auf den Flächen grasen zu lassen. Und so erhielten die Teilnehmer durch Ludwig Scherm viele interessante Informationen zu alternativen Landschaftspflegekonzepten. Bei bestem Sommerwetter kamen alle auf ihre Kosten und konnten viele lebendige und praktische Eindrücke von der Landschaftspflege mitnehmen.

 

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