Sektionsmitglieder erkunden NaturparkWelten im Grenzbahnhof

Zwiesel/Bayer. Eisenstein. 26 Mitglieder der Sektion Zwiesel des Wald-Vereins haben jüngst die NaturparkWelten im Eisensteiner Grenzbahnhof besucht. Angereist wurde natürlich mit dem Zug.

Hartwig Löfflmann vom Naturpark nahm die Gruppe gleich am Bahngleis in der historischen Tracht eines Bahnhofvorstehers in Empfang und führte sie dann durch das vom Naturparkerworbene und renovierte Gebäude. In einer Ausstellung wird die Geschichte des Eisenbahnbaus durch den Bayerischen und den Böhmischen Wald gezeigt, es gibt ein interessantes Skimuseum, eine Ausstellung zum König Arber und das Europäische Fledermauszentrum mit Freiflugvoliere im Kellergewölbe des Hauses.

Eine 260 Quadratmeter große Modelleisenbahn befindet sich im Dachgeschoss und ist bereits zu 60 Prozent aufgebaut; unter anderem sind Originalnachbauten der Stadt Klattau und der unmittelbaren Umgebung von Bayerisch Eisenstein zu sehen. Zusätzlich gibt es noch zwei Sonderausstellungen zum Thema „Grenze – Kalter Krieg“ und über „Stadln – das verschwundene Dorf im Böhmerwald“.

Die Wald-Vereinler erfuhren, dass mit den ersten Dampfzügen das Eisensteiner Tal 1877 einen gewaltigen Aufschwung nahm und Glas und Holz nun problemloser transportiert werden konnte. Auch Sommer- und Winterurlauber entdeckten mit der Bahn die Naturschönheiten des Bayerischen Waldes und brachten den ersten Tourismus in diese Gegend.

Das Skimuseum fand bei den Gästen besonders reges Interesse. Viele berühmte und bekannte Namen, die den Skisport im Bayerischen Wald etabliert und teils große Erfolge gefeiert haben, sind hier zu finden. Zahlreiche Exponate sind der Sammelleidenschaft von Erhard Gattermann und Horst Wimmer zu verdanken. Elisabeth Sjöström-Oberst, eine gebürtige Eisensteinerin, die bei der Besichtigung mit in der Gruppe war, konnte viele wissenswerte Details zu den einzelnen Gegenständen und Bildern beisteuern. Denn sie war in den Fünfzigerjahren selbst aktive und sehr erfolgreiche Skisportlerin. Gewonnene Medaillen und einen gläsernen Skistock, den sie als Geschenk erhalten hatte, vermachte Elisabeth Sjöström-Oberst dem Museum.

Beeindruckt waren die Gäste auch vom Europäischen Fledermauszentrum, in dem 21 Fledermausarten unter anderem mit interessanten Filmaufnahmen dargestellt sind.

Nach dieser lehrreichen und interessanten Führung begab man sich zum Kaffeetrinken in den ehemaligen historischen Wartesaal der 1. Klasse. Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde dieser Raum inklusive der historischen Holzkassettendecke nach den alten Vorlagen liebevoll restauriert. Diese Wartesäle wurden seinerzeit, dem Stil der K&K-Monarchie entsprechend, sehr repräsentativ gestaltet, um den Reisenden einen angenehmen Aufenthalt in den Bahnhöfen zu ermöglichen. Auf der Heimreise mit dem Zug waren sich die Vereinsmitglieder einig, dass dies nicht der letzte Besuch im Grenzbahnhof war.mhb 

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