Sternenpark zieht Forscher an

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Team der TU München im Naturpark Bayerischer Wald unterwegs

Auf der Suche nach dunklem Himmel sind Mitarbeiter des Lehstuhls für Spacecraft Systems der Technischen Universität München in den Sternenpark Bayerischer Wald gekommen. Sie haben während einer viertägigen Kampagne mit einer neuartigen Kamera Messungen am Nachthimmel gemacht.

Ein Team an diesem Lehrstuhl unter der Leitung von Prof. Golkar, beschäftigt sich mit satellitengestützten Kamerasystemen auf kleinen Satelliten. Sie testen dafür eine sogenannte “Event-Kamera”. Diese liefert nur dann Daten, wenn sich im Bild etwas verändert. Das hat den Vorteil, dass nur wenig Daten übertragen werden müssen. Gleichzeitig können die Daten sehr viel schneller aufgenommen werden. Gerade für Anwendungen im Weltraum ist das hilfreich: Satelliten können oft nur wenig Daten übertragen, bewegen sich aber sehr schnell (7 km/Sekunde (!) in einer typischen Erdumlaufbahn). Um die Empfindlichkeit der Kamera auszutesten, kann man sie einfach mit einem handelsüblichen Objektiv bestücken und den Sternenhimmel anschauen.

Allerdings zeigte sich bei Tests im Münchener Raum, dass nicht die Kamera, sondern der helle Nachthimmel der limitierende Faktor ist. Auf der Suche nach einem dunklen Ort fiel die Wahl auf den Sternenpark Bayerischer Wald. Mitte Februar schlug ein fünfköpfiges Team des Lehrstuhls für Satellitensysteme für vier Nächte ihr Lager in Haidmühle im südöstlichen Bereich des Sternenparks auf. “Zwar war das Wetter nicht perfekt – es war immer nur kurzzeitig klar. Trotzdem konnten wir in den Wolkenlöchern die Kamera bis an ihre Grenze ausreizen” sagt Teamleiter Jaspar Sindermann. “Ein Test im Sternenpark ist für uns ein wertvoller Versuch, um zu simulieren, was wir von unserem Satelliten erwarten können. Ohne den Sternenpark Bayerischer Wald wären wir auf Computersimulationen und weite Anreisen angewiesen, damit wir unsere Kamera testen können”.

Das Team ist noch am Auswerten der Daten; erste Ergebnisse zeigen, dass die Eventkamera sehr viel empfindlicher sein kann als normale Kameras. Diese Tests waren nur wegen dem im Sternenpark noch einigermaßen dunklen Himmel möglich. “Dunkler Himmel ist eine wichtige Ressource. Nicht nur wir Menschen, sondern auch nachtaktive Tierarten wie Fledermäuse und Insekten profitieren davon, wenn wir den Himmel möglichst wenig beleuchten” meint Sindermann.

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