Neue Chance für eine seltene Auenpflanze
Gemeinsam für den Knoblauch-Gamander: LBV und Naturpark starten Wiederansiedlung
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. (LBV) und der Naturpark Bayerischer Wald e. V. haben sich das Ziel gesetzt, gemeinsam den Knoblauch-Gamander in der Gundelau wiederanzusiedeln.
Der stark gefährdete Knoblauch-Gamander (Teucrium scordium) ist eine typische Auenart. Der Lippenblütler ist an Ufer- und Überschwemmungsbereichen anzutreffen, die zeitweise trockenfallen beziehungsweise nur begrenzt überflutet werden. Die Rote-Liste-Art bevorzugt nährstoff- und basenreiche Böden und findet sich in der Aue vor allem auf Streuwiesen sowie in feuchten Mulden und Gräben mit offenen Vegetationsbereichen.
Die LBV-Fläche beherbergt bereits mehr als 40 Rote-Liste-Arten auf einem 12 Hektar großen Komplex aus Wiesenlebensräumen. Sie stellt ein bedeutendes Fauna-Flora-Habitat an der Donau bei Niederalteich dar und bietet durch die frühere Streunutzung, das vielfältige Grabensystem sowie die grundwasserbeeinflussten Wiesen ideale Bedingungen für den Knoblauch-Gamander. Die ausdauernde krautige Pflanze kommt in der näheren Umgebung nur noch an wenigen Wuchsorten im Bereich der Isarmündung vor – sozusagen vis-à-vis der Donau.
Auf ausgewählten LBV-Flächen führt der Verein weitere Wiederansiedlungen von gefährdeten Pflanzenarten durch. Die gezielte Nachzucht stark gefährdeter Pflanzen erfolgt in Kooperation mit der Universität Regensburg. Für die Ansiedlung vor Ort werden Fachkräfte hinzugezogen, die die Aussaat beziehungsweise Einsetzen der Pflanzen übernehmen. In diesem Fall ist dies der Naturpark Bayerischer Wald, der bereits seit Jahrzehnten die Landschaftspflege in der Gundelau erfolgreich koordiniert. Gemeinsam soll nun eine vor Ort verschwundene Pflanzenart wieder in einem typischen Wiesenlebensraum etabliert werden.
Die Landschaftspflegemaßnahmen zur Wiederansiedlung werden im Rahmen des Projekts Blühender Naturpark über die Regierung von Niederbayern als Höhere Naturschutzbehörde mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz unterstützt.