Nachbericht zur Naturpark-Exkursion ins Schuttholzer Moor
Schöllnach. Eine Entdeckungstour durch das Schuttholzer Moor erlebten am vergangenen Samstag 16 Teilnehmer aus der Gemeinde Schöllnach. Gemeinsam mit Rangerin Carina Kronschnabl vom Naturpark Bayerischer Wald und Barbara Leon von der LBV-Kreisgruppe Deggendorf erkundeten sie das seit 1983 ausgewiesene Naturschutzgebiet und erhielten dabei interessante Einblicke in die dortigen Streuwiesen und Niedermoore.
Ausgangspunkt der Exkursion war der Parkplatz bei Tiefendobl. Von dort führte die Wanderung zunächst über den Donauradweg und durch den Wald, bevor die Gruppe das Schuttholzer Moor erreichte. Vor Ort erläuterte die Rangerin zunächst die wichtigsten Regeln der Naturschutzverordnung. So dürfen beispielsweise keine Pflanzen entnommen und Tiere nicht gestört werden, um das Schutzgebiet dauerhaft zu erhalten.
Bei einem Spaziergang über die artenreichen Pfeifengraswiesen wurden die wertvollen und geschützten Pflanzen dieses Lebensraums, wie Heil-Ziest und Sumpf-Stendelwurz, vorgestellt. Im Anschluss standen die Besonderheiten des Moores und seiner Pflanzenwelt im Mittelpunkt. Die Teilnehmer erfuhren, wie Niedermoore entstehen und wodurch sie sich von Hochmooren unterscheiden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Exkursion war die Pflege der Wiesen im Schutzgebiet, die durch den Naturpark Bayerischer Wald organisiert wird und durch die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie gefördert wird. Die Rangerin erklärte, dass die Flächen zu großen Teilen einmal jährlich im Herbst gemäht werden. Diese extensive Bewirtschaftung verhindert die Verbuschung und erhält im Schuttholzer Moor die traditionelle Kulturlandschaft. Von der späten Mahd profitieren zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter auch der stark gefährdete Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Zu dieser Jahreszeit kann im Schuttholzer Moor beobachtet werden, wie die Weibchen des Tagfalters ihre Eier in die Blüten des Großen Wiesenknopfs legen. Nur durch die späte Mahd im September kann der Falter seinen vollständigen Lebenszyklus durchlaufen.
Am Ende der kurzweiligen Führung zeigten sich die Schöllnacherinnen und Schöllnacher begeistert von der Artenvielfalt und der ökologischen Bedeutung dieses recht unbekannten Naturschutzgebietes.