Jedes Jahr kommt eine illustre Gesellschaft an den Großen Arber. Ein Schäfer mit seiner Herde, bestehend aus rund 800 Schafen, 120 Ziegen, drei Eseln, einem Minipferd und mehreren Hütehunden. Die Schafherde besteht größtenteils aus Merino- und Landschafen, es werden aber auch Schwarzkopf-, Brillen- und Bergschafe mitgeführt. Jedes der Muttertiere hat ein oder zwei Jungtiere im Schlepptau. Die Schafherde grast die Pisten auf natürliche Art und Weise ab. Diese Art der Landschaftspflege sichert nachhaltig die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und verbessert die Lebensräume und Lebensgemeinschaften der heimischen Tier- und Pflanzenwelt am Arber. Die mitgereisten Ziegen sollen die Sträucher zubeißen. „Was die Schafe nicht anrühren und stehen lassen, das beißen die Ziegen nieder“, erklärt der Schäfer Julian Schlitz. So können bereits verbuschte Bereiche aufgelichtet und wieder für die Beweidung verendet werden. Seine altdeutschen Hirtenhunde haben gut zu tun, die Herde stets zusammen zu halten. Er hat sie selber ausgebildet und kann sich ganz auf seine vierbeinigen Gehilfen verlassen.

Die Tiere beginnen zunächst auf der Chamer Seite im Bereich der Mooshütte, bevor sie dann in den tieferen Lagen bei Arberhütte weiden. Dort werden auch teilweise die Ausgleichsflächen der Arber-Bergbahn abgeweidet, die dadurch ihrem ökologischen Zielerreichungsgrad im Lauf der Zeit näherkommen. Anschließend geht es hinauf zu den Skipisten am Großen Arber. Dort werden die Schafe seit Jahren von den Mitarbeitern der ARBER-BERGBAHN unter anderem mit Wasser bestens versorgt und der Schäfer stets unterstützt. Nachdem die Beweidung in den letzten Jahren hier kontinuierlich fortgeführt wurde, konnten nun Bereiche der Skipisten in das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm übernommen werden. „Damit unterstützen wir die Beweidung finanziell und erhalten so ökologisch wertvolle Flächen am Arber“, so Rosemarie Wagenstaller von der Unteren Naturschutzbehörde.

„Sensible Bereiche mit beispielsweise Arnika, Orchideen, oder vergleichbaren Arten werden im ersten Weidegang ausgezäunt, damit sie aussamen können. Im zweiten Durchgang werden die gesamten Flächen beweidet, damit diese konkurrenzschwächeren Pflanzenarten sich gegenüber den Grasarten durchsetzen und wachsen können“, erklärt Johannes Matt, Gebietsbetreuer für die Arberregion, der die Beweidung naturschutzfachlich vor Ort begleitet. Daher wird auch der botanisch sehr bedeutende Gipfelbereich des Arbers relativ spät, erst im Hochsommer beweidet. Darüber freut sich ebenfalls Thomas Liebl von der ARBER-BERGBAHN und ergänzt. „Auch die Gäste am Arber sind ganz begeistert von den lebenden Landschaftspflegern und dem besonderen Anblick dieser grasenden Gemeinschaft“.

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