Grenzübergreifende Bildung

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Junior Ranger zu Gast an der Umweltstation Bay. Eisenstein

Bayerisch Eisenstein. Während der Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein einst ein Leuchtturmprojekt bayerisch-österreichischer Zusammenarbeit war, kam der florierende Personen- und Warenverkehr mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges jäh zum Erliegen. Aus der prunkvoll verzierten Eingangshalle wurde ein abgesperrtes Niemandsland, welches der Eiserne Vorhang in Form einer Bretterwand durchschnitt. Ein Bild, welches wir heute fast vergessen haben und junge Menschen gar nicht mehr kennen, zum Glück.

Umso wichtiger ist die Aufarbeitung und Thematisierung dieser düsteren Zeit, um eine erneute Wiederholung zu verhindern. Zu diesem Zweck waren die Junior Ranger des Nationalparks Bayerischer Wald zu Gast in Bayerisch Eisenstein. Mit 17 Teilnehmern ging es los zu einer Grenzwanderung in Richtung Železná Ruda, bei der Naturpark-Rangerin  Samantha Biebl spannende Einblicke in die Nachkriegszeit gab. Unterstützt wurde sie dabei von der stellvertretenden Geschäftsführerin der Junior Ranger Nationalpark-Rangerin Kristin Biebl, und den Volunteer-Rangern Simon Probst und Sebastian Zitzelsberger. Die Fotos wurden von Woidlifephotography angefertigt.

Die Wanderung bot einige Relikte aus der Zeit des Kalten Krieges. Panzersperren, Stacheldrahthindernisse und die Kaserne Deffernik konnten von außen bestaunt werden. Ziel der Tour waren zwei noch begehbare Bunker in Železná Ruda. Einer davon war ein Beobachtungs-Schartenstand PŽ –1, welcher in den Jahren 1956 – 1961 erbaut wurde. Der Innenraum hat einen Grundriss von 1,20 auf 1,80 m und eine Deckenhöhe von 195 cm. Ein sehr kleiner Raum, wenn man bedenkt, dass die Besatzung darin im Verteidigungsfall zwei Mann umfassen sollte.

Alle Kinder trauten sich in die Bunker und im Anschluss ging es wieder in Richtung Eisenstein. Aufgrund des schlechten Wetters wurde der geplante Workshop im Grenzbahnhof in Eisenstein abgehalten. Bei diesem Workshop sollte besprochen werden, was eine gute Welt für die Junior Ranger bedeutet. Sie sollten in Kleingruppen ihre eigene Utopie bilden. Eine Utopie ist der Entwurf einer fiktiven, idealen Gesellschaftsordnung, die als Gegenentwurf zur bestehenden Realität besteht.

Zum Schluss waren sich alle einig: Wir brauchen ein respektvolles Miteinander, ein aufeinander Aufschauen und Verstehen damit sich die Geschichte nicht wiederholt.

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