Gemeinde Schöfweg als Landschaftspflege-Leuchtturm im Naturpark
Schöfweg – Vorbild für gelebten Naturschutz: Die Gemeinde Schöfweg gilt im Naturpark Bayerischer Wald als einer der „Landschaftspflege-Leuchttürme“. Bei einer gemeinsamen Ortseinsicht auf einer gepflegten Fläche machten sich Vertreter aus Kommunalpolitik, Naturschutz und Landwirtschaft ein Bild der erfolgreichen Maßnahmen.
Mit dabei waren der scheidende Bürgermeister Martin Geier, seine Nachfolgerin Nadine Aulinger, Naturpark-Vorsitzender Charly Bauer, Naturschutzreferentin Marie-Therese Ragger vom Landratsamt sowie die Landwirte Josef Baumann und Cosmo Lepšik und Marco Müller vom Naturpark.
Seit vielen Jahren werden in der Gemeinde Landschaftspflegemaßnahmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Volumen von rund 10.000 Euro umgesetzt. Die Beantragung von Fördermitteln sowie die Organisation der Maßnahmen übernimmt dabei der Naturpark Bayerischer Wald. Die Finanzierung erfolgt zu 40 Prozent durch den Freistaat Bayern, zu weiteren 40 Prozent durch die Europäische Union (EFRE), während der Landkreis 10 Prozent beisteuert und die Gemeinde einen Eigenanteil von ebenfalls 10 Prozent trägt.
Naturschutzreferentin Marie-Therese Ragger hob die besondere Bedeutung der Naturausstattung hervor: „Mit zahlreichen Biotopen und dem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet sticht die Gemeinde Schöfweg auch innerhalb des Landkreises hervor.“ Besonders bedeutsam wären hierbei die artenreichen Wiesen.
Im Fokus der Landschaftspflegemaßnahmen stehen daher auch Feuchtwiesen, die aufgrund ihrer Nässe aus der regulären landwirtschaftlichen Nutzung gefallen sind. Diese Flächen werden entbuscht und mit spezieller, nassflächengeeigneter Technik gemäht, um sie langfristig zu erhalten.
Die Vorteile der Landschaftspflege sind vielfältig: Sie trägt wesentlich zur Bewahrung der Kulturlandschaft und des charakteristischen Landschaftsbildes bei – ein Anliegen, das Bürgermeister Martin Geier stets besonders wichtig war. Gleichzeitig werden gefährdete Lebensräume geschützt und die Artenvielfalt gefördert – zentrale Bausteine für eine lebenswerte Gemeinde und ein attraktives touristisches Angebot.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bedeutung der Nassflächen für den Wasserhaushalt: Sie speichern große Mengen Wasser, können Hochwasserspitzen abmildern und tragen in Trockenzeiten zur Feuchtigkeit in der Landschaft bei. Zudem unterstützen sie den natürlichen Wasserkreislauf, da ein erheblicher Teil des Niederschlags aus der Verdunstung über Landflächen entsteht. Da die Maßnahmen von lokalen Landwirten umgesetzt werden, profitiert auch die lokale Landwirtschaft von der gezielten Pflege.
Bürgermeister Martin Geier setzte sich über Jahre hinweg mit großer Überzeugung für die Landschaftspflege ein. Ihm war das Thema so wichtig, dass er auch seine Nachfolgerin Nadine Aulinger für die Teilnahme an der gemeinsamen Ortseinsicht gewinnen konnte. Naturpark-Vorsitzender Charly Bauer nutzte das Beisein der künftigen Bürgermeisterin, um dieses Engagement einzuordnen: „Die Gemeinde Schöfweg ist eine der Landschaftspflege-Leuchttürme im Naturpark-Gebiet“ und dankte der Gemeinde sowie Geier persönlich für die langjährige Unterstützung. Marco Müller, der für den Naturpark die Landschaftspflege im Landkreis Freyung-Grafenau organsiert, unterstrich dabei die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten: „In Schöfweg greifen die Rädchen besonders gut ineinander.“ Das Ergebnis seien hervorragend gepflegte Flächen.
Am Ende der Ortseinsicht herrschte Einigkeit unter allen Beteiligten: Die Landschaftspflege wird angesichts der besonderen Naturausstattung auch künftig eine zentrale Rolle für die Gemeinde Schöfweg spielen.