Erfahrungsaustausch zu Natur ohne Grenzen
Naturpark Bayerischer Wald zu Gast im Nationalpark Bayerischer Wald
Ludwigsthal. Ein grünes Abzeichen ziert die Brust, beim Anderen ein blaues. Die Kleidung, mattes grasgrün oder sandfarben. Die Uniformen wirken gleich, der Arbeitgeber ist jedoch unterschiedlich. Schaut man sich die Ranger nicht genau an, fallen einem diese kleinen Unterschiede nicht gleich ins Auge.
Es ist einige Zeit vergangen, seit der Nationalpark, genauer gesagt das Sachgebiet I, zu Gast im Naturpark war. Jetzt hat der Nationalpark Bayerischer Wald zum Gegenbesuch aufgerufen. Von den Nationalpark Rangern geplant waren ein Vortrag über die Rangerarbeit im Nationalpark und eine anschließende Exkursion in die Mittelsteighütte, um abends Urwaldreliktkäfer zu suchen.
Der Vortrag startete im Haus zur Wildnis und alle Nationalpark-Ranger konnten ihren Themen- und Arbeitsbereich vorstellen. Die Gebiete sind unterschiedlich, reichen sie doch von Mooren bis zu den Berggipfeln. Manche Ranger belegen auch Sonderpositionen, wie Michael Waldhauser, der sich als Digital Ranger zu 50 % am Laptop um digitales Besuchermanagement kümmert.
Leider spielte das Wetter an diesem Tag nicht mit und es regnete wie aus Kübeln. Schlechte Bedingungen also, Urwaldreliktkäfer zu suchen, die gerne laue Sommerabende mögen. Im Nationalpark Bayerischer Wald leben 16 seltene Urwaldrelikt-Käferarten, darunter der nach über 100 Jahren wiederentdeckte Raue Flachkäfer (Peltis grossa) und der Rindenschröter. Diese Insekten sind wichtige Zeugen ursprünglicher, unberührter Waldgebiete mit viel Totholz.
Der Referent der Exkursion hatte vorgesorgt. Lukas Haselberger, Fotograf und Ranger-Neuzugang im Park, packte kurzerhand einen bildgewaltigen Vortrag über diese seltenen Arten im Park aus. So konnte auch der Abend gut und interessant gefüllt werden.
Es stehen weitere Treffen an, um mögliche Verknüpfungspunkte zu erarbeiten und gegenseitigen Austausch zu fördern, denn: Natur macht auch an der Schutzgebietsgrenze nicht halt!
Bild: Die Ranger des Naturparks und des Nationalparks gemeinsam auf einem Bild © Reinhold Gaisbauer