52. Jahreshauptversammlung des Vereins „Naturpark Bayerischer Wald“ – Viele Projekte

Teisnach. Lob und Anerkennung von Seiten der Politik für die Arbeit und Leistungen des Vereins „Naturpark Bayerischer Wald“: Bei der Jahreshauptversammlung, die gestern Vormittag im Brauereigasthof Ettl in Teisnach stattfand, wurde hervorgehoben, dass der Naturpark nicht nur „unsere Naturschätze schützt“, sondern durch Projekte und touristische Einrichtungen auch die Lebensverhältnisse auf dem Land verbessert.

Seit 1967 gibt es den Naturpark Bayerischer Wald, dem die kompletten Landkreise Regen und Freyung-Grafenau sowie alle links der Donau gelegenen Gemeinden der Landkreise Deggendorf und Straubing-Bogen (insgesamt 89) angehören. Die Geschäftsstelle unter Führung von Hartwig Löfflmann hat ihren Sitz in Zwiesel, mittlerweile zählt der Naturpark 40 Mitarbeiter.

Vorsitzender ist seit 2005 der Viechtacher Bezirksrat und ehemalige Forstamtsrat Heinrich Schmidt, der gestern auch die 52. Jahreshauptversammlung in Teisnach leitete. Sein besonderer Gruß galt Landrätin Rita Röhrl, den stellvertretenden Landräten Helga Weinberger (Freyung-Grafenau), Roman Fischer (Deggendorf) und Xaver Eckl (Straubing-Bogen), Staatsminister a. D. Helmut Brunner sowie zahlreichen Gästen von Naturschutzorganisationen. Mit am Vorstandstisch saßen Geschäftsführer Hartwig Löfflmann und der 3. Vorsitzende, Bürgermeister Rudi Seidnader aus Neukirchen (Lkr. Straubing-Bogen).

Gleich eingangs hob Vorsitzender Schmidt hervor, dass der Naturpark Bayerischer Wald dank der Förderung durch Staatsregierung und Landkreis im vergangenen Jahr sein Fachpersonal wesentlich aufstocken konnte und sich jetzt noch intensiver um die vielen Aufgaben im Bereich Landschaftsschutz, Artenvielfalt und Tourismusförderung kümmern könne. Mit seinen vielen Projekten und den Umweltstationen in Viechtach und Bayerisch Eisenstein nehme der Naturpark Bayerischer Wald eine Sonderstellung unter den 19 Naturparken Bayerns ein, die einer Vorbild-Funktion gleichkomme, sagte Schmidt.

Dies wurde auch in den Grußworten der Ehrengäste unterstrichen. So hob Landrätin Rita Röhrl den Ausbau des Grenzbahnhofs Bayerisch Eisenstein zu Museum und Umweltstation hervor. „Dazu gehört Mut“, wandte sie sich direkt an Heinrich Schmidt. Der Naturpark trage dazu bei, dass die Menschen in einer intakten Umgebung leben und arbeiten können, sagte sie.

Staatsminister a. D. Helmut Brunner wies darauf hin, dass der Verzicht auf einen dritten Nationalpark in Bayern jetzt den Naturparken zugute komme, weil sie wesentlich besser gefördert werden können. Es gelte nicht nur, „unsere Naturschätze zu schützen und zu erhalten“, sondern auch durch Freizeiteinrichtungen den Tourismus zu fördern und durch dieses „Wohnwertgefühl“ der Landflucht entgegenzuwirken.

Im Namen der Marktgemeinde Teisnach nutzte Zweiter Bürgermeister Gerhard Ebnet die Gelegenheit, die Bedeutung der wieder eröffneten Waldbahn und die Notwendigkeit einer schnelleren Verkehrsanbindung für Gewerbegebiet und Campus herauszustellen. Es gehe darum, Wirtschaft, Arbeitsplätze und Natur in Einklang zu bringen, sagte Ebnet.

In seinem umfangreichen Jahresbericht mit vielen Bildern dokumentierte Vorsitzender Heinrich Schmidt, was seit der 2018er-Hauptversammlung in Hunding (Landkreis Deggendorf) alles geleistet worden ist. Dabei stellte er heraus, dass der Naturpark „kein Schutzgebiet betreut, sondern die Regionalentwicklung unterstützt“. Nächste Schwerpunkte seien die Errichtung eines dritten Infozentrums in Haidmühle sowie eine Initiative zur Verbesserung der Wanderwege. Als Zukunftsprojekte kündigte er die Aktionen „Blühender Naturpark“ und „Kampf gegen Lichtverschmutzung“ an.

Nicht unerwähnt ließ Heinrich Schmidt, dass sich die 19 Naturparke Bayerns zum Naturparkverband zusammengeschlossen haben und er zum Stellvertreter des Vorsitzenden, Landrat Anton Knapp (Eichstätt) gewählt worden ist.

Geschäftsführer Hartwig Löfflmann erläuterte Einnahmen und Ausgaben des Jahres 2018, die sich auf knapp 1,4 Millionen Euro belaufen. Nach der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft durch die 40 stimmberechtigten Mitglieder wurde auch der Haushaltsplan 2019 gebilligt, der ein Gesamtvolumen von gut zwei Millionen Euro vorsieht.

Unter „Wünsche und Anträge“ gab es dann noch eine längere Debatte über die Landschaftspflege im Landkreis Deggendorf, ausgelöst durch eine Anfrage von Bürgermeister Jürgen Roith (Winzer). Er möchte gerne einen eigenen Landschaftspflegeverband installieren, was aber von der Naturpark-Führung als „doppelt gemoppelt“ abgelehnt wird.

Schließlich kam man überein, dieses Thema nochmals intensiv zu erörtern, um zu „einer gemeinsamen Lösung“ zu kommen.hl

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