Altes Handwerk lebt wieder auf
Dengel- und Sensenkurs des Naturparks in Niederwinkling
Niederwinkling. Die Besucher des Niederwinklinger Freibades staunten nicht schlecht, als letzten Samstagvormittag auf der nebenan gelegenen Streuobstwiese des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) fröhlich geklopft wurde. Bereits zum zweiten Mal stellte der OGV Niederwinkling sein Vereinsheim und den Obstgarten dem Naturpark Bayerischer Wald e.V. für einen Dengel- und Sensenkurs zur Verfügung.
12 Teilnehmende lernten bei dem Kurs, wie eine Sense gepflegt, rasiermesserscharf hergerichtet und eingesetzt wird. Nebenbei konnte man sogar noch etwas für die eigene Gesundheit und Beweglichkeit tun. Der Theorieteil des Kurses fand im Vereinsheim des OGV statt, wo der Vorsitzende Andreas Reisinger und Kursleiter Georg Zellner die Teilnehmenden begrüßten. In konzentrierter Runde drehte sich alles um die historischen und handwerklichen Hintergründe der Sensenmahd und deren Einfluss auf die Entwicklung unserer Kulturlandschaft und die Artenvielfalt.
Dabei wurden grundlegende Fragen geklärt: Wie ist eine Sense aufgebaut? Was für Sensen gibt es und wann kommt welche Sense zum Einsatz? Warum muss man Dengeln und wie dengelt man richtig? Aufgezeigt wurde der ökologische Wert der Sensenmahd im Vergleich zu den heute üblichen Mähweisen, gerade im Garten oder auf kleineren Flächen.
Im Anschluss zur Theorie folgte die Praxis. Dabei war zuerst das Dengeln an der Reihe. Unter Anleitung des Kursleiters konnten alle Teilnehmenden verschiedene Techniken und Werkzeuge ausprobieren. Schnell wurde dabei klar: Mit etwas Übung und dem richtigen Werkzeug ist das Dengeln gar nicht so schwer.
Nach der Brotzeit ging es zum Mähen auf die Streuobstwiese. Zuerst bauten die Teilnehmenden die zur Verfügung gestellten Sensen zusammen und richteten diese individuell auf sich ein. Dafür standen Sensen und -stiele in verschiedenen Größen zur Verfügung. Das ist sehr wichtig, um in entspannter Haltung und ermüdungsfrei arbeiten zu können. Nach kurzen Trockenübungen wurden die Sensen unter Anleitung gewetzt und so gut gerüstet ging es ans Mähen.
Die Begeisterung aller Teilnehmenden war groß, als sie merkten, wie leicht und schnell die Sensenmahd mit einer hochwertigen und individuell eingestellten Sense von der Hand geht und wie schnell dabei eine relativ große Fläche gemäht werden kann. Anschließend zeigte Zellner noch spezielle Techniken wie das Mähen am Hang und um Hindernisse wie Bäume herum.
Wer nun Lust bekommen hat, das alte Handwerk zu erlernen oder aufzufrischen, hat noch dieses Jahr Gelegenheit dazu. Ein Ganztageskurs findet am 12. September in Waldkirchen statt. Einen reinen Dengelkurs gibt es am 05. September in Zwiesel. Die Kurse sind für alle Interessierten mit und ohne Vorkenntnisse und auch für Kinder ab 12 Jahren geeignet. Anmeldung und nähere Informationen beim Naturpark unter 09922-802480.