Das Gefühl, auf einem Berggipfel zu stehen, zählt für viele Menschen zum Schönsten, was es gibt. Besonders intensiv ist dieses Gefühl entweder, wenn es sich um einen hohen oder besonders „formschönen“ Berg handelt, wenn man sich mit diesem „Gipfelsieg“ einen lang gehegten Traum erfüllt oder wenn man dabei miterleben darf, wie intensiv kleine Kinder ihren ersten „Gipfelsieg“ erleben.

Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald lud daher kürzlich besonders Familien zu einer Naturerlebniswanderung vom Brennes zum Arbergipfel ein. Mehrere Spiele, die den Teilnehmern einen „anderen Blickwinkel“ auf die Arberwelt ermöglichten, erleichterten besonders den jüngsten Teilnehmern, darunter beispielsweise dem erst zweijährigen Richard, den Aufstieg über die rund 400 Höhenmetern. Dass man bei diesen Naturerlebnisspielen auch viel über sich selbst erfahren kann, zeigte besonders das Spiel „Blinde Raupe“, bei dem der Führende – also der sehende „Raupenkopf“ – seine „blinde Schlange“ – die Geführten, die ihre Augen geschlossen halten – durch teilweise etwas schwieriges Gelände leitet. Gleichzeitig wird die Umgebung bei diesem Spiel durch das verstärkte Angewiesensein auf den Hör- und Tastsinn anders, meist intensiver erfahren. Wie gut ihr Orientierungsinn ist, konnten die Teilnehmer beim folgenden Spiel „Baumfreund“ testen, bei dem ein Sehender seinen „blinden“ Partner zu einem Baum führt, den der „Blinde“ im Anschluss wiederfinden muss.

Auf diese Weise abgelenkt, reichte die Gruppe nach ungefähr drei Stunden ihr Ziel, das Arbergipfelkreuz, „das“, wie Dr. Isabelle Auer betonte, „ höchstgelegene Gipfelkreuz Deutschlands außerhalb der Alpen, da der höchste Mittelgebirgsberg Deutschlands, der Feldberg, kein Gipfelkreuz hat.“ – Ein Gipfelsieg, von dem vor allem die kleinsten Bergsteiger der Gruppe und ihre Eltern noch lange zehren werden.

Zurück