Bereits seit vielen Jahren laden der Naturpark Bayerischer Wald und der Naturkundliche Kreis Mitte August besonders alle naturwissenschaftlich Interessierten zu gemeinsamen Exkursionen ein. Traditionell stehen dabei immer die in den Eiszeiten geformten Landschaftsbestandteile im Mittelpunkt, beispielsweise die bayerisch-böhmischen Karseen oder – wie im letzten Jahr - das Toteisfeld bei Bodenmais. Dass die sogenannten „Eiszeitrelikte“ nicht nur für Naturwissenschaftler, Erholungssuchende oder Touristiker von Bedeutung sein können, zeigte das diesjährige Exkursionsziel, die eiszeitlichen Löss-Ablagerungen bei Kumreut, die zu den fruchtbarsten Böden des Bayerischen Waldes gehören.

Bereits zu Beginn der Führung, zu der Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und Fritz Pfaffl vom Naturkundlichen Kreis rund 20 Teilnehmer begrüßen konnten, verdeutlichte Pfaffl im Großwiesener Talkessel unterhalb von Kumreut, wie diese – wegen ihrer Fruchtbarkeit auch als „Kornkammer des Bayerischen Waldes“ bezeichneten - Lössböden entstanden sind: In den Zwischen-Eiszeiten wurden von den Hochlagen besonders feiner Löss abgeweht und zum Teil an den windstillen Seiten des Großwiesener Tals wieder abgelagert. Durch den Niederschlag wurde der Löss-Staub an diesen Talhängen zu Lösslehm verdichtet. Ein Teil des besonders feinen „Erdstaubs“ wurde jedoch durch den Wind über die Talränder hinaus zum Ödhof, dem zweiten Ziel dieser Exkursion, verfrachtet und bildete dort bis zu einem Meter mächtige Lössböden.

Als Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt der Exkursion führte Pfaffl die Teilnehmer zum wohl besten Boden des ganzen Bayerischen Wald. Fritz Pfaffl: „Da der Löss hier - in einem heute mit Mais bepflanzten Feld zwischen Prombach und Auggenthal – mit einem Oberboden aus besonders fruchtbarer Schwarzerde angereicht ist, ist dieses Feld nicht nur bodenkundlich etwas besonders, sondern auch wirtschaftlich gesehen.“

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