Einfach nur hell war gestern!

Lichtverschmutzung entsteht bei falscher Beleuchtung durch verschiedenste Lichtquellen. Insbesondere bei der öffentlichen Beleuchtung, Fassadenbeleuchtung, aber auch im privaten Bereich werden oft flutlichtartige Lichtmengen sowie blendend hohe Leuchtdichten verwendet. Durch die „LED-Revolution“ setzen sich mittlerweile immer mehr innovative und intelligente Lösungsansätze in allen Bereichen durch:

 

Straßenbeleuchtung – „Eine Frage der Sicherheit?“

Sicherheit ist keine Frage der Beleuchtung, sondern Kriminalität ist ein soziales Problem © Lutz Stallknecht / pixelio

Durch schlechte Beratung, fehlende Sensibilisierung und übertriebenes Sicherheitsbedürfnis findet man in fast allen Dörfern und Städten schlechte Straßenbeleuchtungen, welche besonders für die Zunahme der Lichtverschmutzung verantwortlich sind.

  • Straßenbeleuchtung nur „wo“ und „wann“ nötig, entsprechend Intensität des Verkehrsaufkommens
  • Dimmung oder Nachtabschaltung
  • Sicherheit ist keine Frage der Beleuchtung, sondern Kriminalität ist ein soziales Problem

 

Fassadenbeleuchtung – „Erleuchtung rund um die Uhr?“

Ist Straßen- und Fassadenbeleuchtung über die ganze Nacht notwendig? © Bernd Kasper / pixelio

Gebäudeanstrahlungen sind vielfach im Zentrum von Städten anzutreffen, wo sie einen großen Beitrag zur Lichtglocke über der Stadt leisten. Die Beleuchtung von wichtigen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten ist in vielen Städten alltäglich geworden. Würde nicht der bewusste, nicht alltägliche Einsatz der Beleuchtung, die Illumination wieder zu etwas Besonderem machen?

  • Konturgenaue Gebäudeanstrahlung über Maskentechnik
  • Fassadenbeleuchtung nur zu besonderen Anlässen
  • Zeitliche Beschränkung der Beleuchtun

Foto: Frank Hollenbach / pixelio

Lichtwerbung – „Immer größer und greller?“

Licht macht aufmerksam und wird daher besonders in der Werbeindustrie eingesetzt. Die Beleuchtung sollte an die Betriebsöffnungszeiten angepasst und ausschließlich von oben nach unten beleuchtet werden. Im Außenbereich von Siedlungen sollten leuchtende oder beleuchtete Werbeanlagen gar nicht eingesetzt werden.

  • Sparsamer und maßvoller Umgang mit Lichtwerbung
  • Verwendung von dunklen Werbeoberflächen
  • Anpassung an die Betriebsöffnungszeiten

 

Hausbeleuchtung – „Hilfe, es weihnachtet sehr“

Weihnachtsbeleuchtung sollte nur sparsam verwendet werden © Kurt Bouda / pixelio

Beleuchtung im Garten, auf der Terrasse oder vor der Haustüre sollte nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie wirklich benötigt wird und dann am besten mit einem Bewegungsmelder und einer Zeitschaltuhr gekoppelt werden.

  • Beleuchtung von Haus und Garten nur wenn wirklich notwendig
  • Sparsame Weihnachtsbeleuchtung
  • Verwendung von Zeitschaltuhren und Bewegungsmeldern

 

Kirchenbeleuchtung - „Gott will im Dunklen wohnen“

Bei der Platzierung, Ausrichtung und der Wahl des Abstrahlwinkels ist darauf zu achten, dass die Beleuchtung ausschließlich auf das zu beleuchtende Objekt der Kirche ankommt. Und könnte anstatt dem hell beleuchtetem Gotteshaus, nicht der nächtliche Sternenhimmel für die Größe Gottes sprechen?

  • Richtige Ausrichtung der Beleuchtung, um nicht über Kirchturm hinaus zu leuchten
  • Sparsame Akzentbeleuchtung bevorzugen
  • Zeitliche Beschränkung der Kirchenbeleuchtung

 

Sportstätten – „TV-Übertragung vom Dorffußballplatz?“

Falsch beleuchtete Sportplätze tragen stark zur Lichtverschmutzung bei © Slicer / pixelio

Das Freizeitangebot verlagert sich immer mehr in die Nachtstunden. Flutlicht-Scheinwerfer strahlen oft große Lichtmengen, geeignet für TV-Übertragungen, in den Nachthimmel und die Umgebung, obwohl sie doch eigentlich nur den Sportplatz des Ortes beleuchten sollten.

  • Verwendung asymmetrischer Planflächenstrahlern, welche waagrecht montiert sind
  • Anpassung der Beleuchtungsintensität dem Bedarf
  • Zeitliche Beschränkung der Sportstättenbeleuchtung

 

Gesetzliche Regelungen in Deutschland

Der Einsatz von Skybeamern und Laserlicht sollte gesetzlich verboten werden © Stefan Kollekowski / pixelio

Lichtimmissionen gehören nach § 3 Abs. 2 und 3 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zu den schädlichen Umwelteinwirkungen, wenn sie nach „Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren (z. B. Gefährdung der Straßenverkehrssicherheit durch Blendung), erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder für die Nachbarschaft herbeizuführen“.

Die Beleuchtung der Straßen wird europaweit durch die Norm EN 13201 geregelt, die Mindestbeleuchtungsstärken und –dichten vorgibt. Obere Grenzwerte oder Höchstwerte für die Beleuchtungsstärke oder Streuung sind allerdings nicht festgesetzt. Allein nur für nicht-öffentliche Beleuchtung in reinen Wohngebieten gibt es Regelungen.

 

Fördermöglichkeiten für Kommunen

Moderne Natriumdampflampen und LEDs sind besonders energieeffizient, ein Hauptgrund für viele Gemeinden, jetzt umzurüsten. Wenn bei der Umrüstung auf LEDs ein Großteil der CO2-Emmisionen eingespart und zeitgesteuerte Dimmung und Bedarfsschaltung angewendet werden, ist eine Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt möglich. In Zusammenarbeit mit den Planungsbüros, Energieversorgern oder Leuchtenherstellern ist eine Ausweitung der Fördermöglichkeiten und der finanziellen Unterstützung der Kommunen anzustreben, um langfristig Lichtverschmutzung zu vermeiden.

 

Bei falscher Straßenbeleuchtung ist nicht mehr als der Mond am Nachthimmel zu sehen © Lutz Stallknecht / pixelio