Dem „König des Bayerischen Waldes“ mit viel Spaß etwas Gutes zu tun und außerdem viel Interessantes über die besondere Pflanzen- und Tierwelt des Arbers zu erfahren, war das Ziel des ersten diesjährigen Arberabenteuertags mit Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald. Standen in den letztjährigen Arber-Naturschutztagen der Große Arbersee und die Märchenwiese im Mittelpunkt, so lernten die 31 Teilnehmer diesmal die besondere Pflanzenwelt des Arbergipfels kennen. Dass es aber auch über ganz gewöhnliche häufig zu findende Pflanzen Interessantes zu berichten gibt, erfuhren die jungen Naturschützer bereits zu Beginn des achtstündigen Arberabenteuertages auf dem Weg vom Brennes zum Arbergipfel: Bei der Weißen Pestwurz beispielsweise, die man besonders an feuchten Stellen findet , handelt es sich um eine wahre „Zauberpflanze“. Sie hat im Frühjahr kleine längliche Blätter, die sich erst nach dem Verblühen zu großen runden Blättern entwickeln. Wie bereits im vergangenen Jahr sollten die Teilnehmer des Arberabenteuertags aber nicht nur viel Neues über die Natur am „König des Bayerischen Waldes“ erfahren, sondern ihm auch auf ihrer Art und Weise helfen können. Der Arbergipfel ist Heimat vieler bedrohter Pflanzenarten. Einige von ihnen - wie etwa der Krause Rollfarn - sind der ständigen Gefahr ausgesetzt, von den Tritten unachtsamer Wanderer zerstört zu werden. Andere, wie der im Bayerischen Wald stark gefährdete Alpen – Flachbärlapp oder selbst der Ungarische Enzian, werden am Arbergipfel von den sich ausbreitenden Heidelbeersträuchern bedrängt. Um sie zu schützen, müssen in regelmäßigen Abständen die Heidelbeersträucher zurückgeschnitten werden. Dabei mussten die sensiblen, normalerwiese abgesperrten Bereiche des Arbergipfels betreten werden. Ausgerüstet mit Gartenscheren und mit dem notwendigen Wissen über das naturverträgliche Verhalten, machten sich die sechs- bis zwölfjährigen Landschaftspfleger an die Arbeit, die sie sich hin und wieder mit Heidelbeeren versüßen konnten. Nebenbei erfuhren die Kinder auch, dass Naturschutz nicht nur körperliche Arbeit bedeutet, sondern dass die Natur nur geschützt werden kann, wenn alle zusammenarbeiten oder zumindest den guten Willen haben, Naturschutzregeln einzuhalten, da diese Regeln einen Sinn haben. Besonders deutlich wird dies am Arbergipfel, den jährlich über eine Million Ausflügler – Bergbahnbenutzer, Wanderer und Mountainbiker - besuchen. Die meisten der Fußgänger akzeptieren das Wegegebot. Dass das Radfahren im Gipfelbereich jedoch verboten ist, da Mountainbiker zum Einen die Fußgänger gefährden, zum Anderen sich die Summe von Mountainbikebremsspuren unweigerlich zu Erosionsrinnen entwickeln, die den Bodenabtrag fördern, ist leider vielen Sportlern nicht bewusst. Damit keiner – weder Berg, Fußgänger oder Radfahrer – unter den Bedürfnissen des anderen leidet, muss sich jeder an die Regeln, die es in den Naturschutzgebieten und am Arbergipfelplateau nun einmal gibt, halten. Als Dankeschön erhielten alle Teilnehmer nach getaner Arbeit von Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer die „Arberverdienstmedaille 2010“ verliehen. Den besonderen ideellen Wert dieser Holzmedaille drückte die achtjährige Michelle so aus: „ Ich habe ja schon zwei Leichtathletik-Goldmedaillen und einen Pokal gewonnen, aber das ist die schönste Medaille von allen!“

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