„Steinalte Naturdenkmäler und Meisterwerke der Erde – Geotope im Bayerischen Wald “ lautete der Titel eines Vortrages in der Naturpark-Infostelle im Bahnhof Bogen. Zahlreiche Besucher füllten die Infostelle bei diesem spannenden Vortrag bis auf den letzten Platz und wurden vom Naturpark-Geschäftsführer Hartwig Löfflmann und Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher begrüßt. Dr. Johann Rohrmüller vom Bayerischen Landesamt für Umwelt berichtete in seiner reich bebilderte Präsentation über die regionale Erdgeschichte. Der Bayerische Wald gehört zu den ältesten Mittelgebirgen Europas. Im Erdaltertum entstanden, war das heutige Waldgebirge zur damaligen Zeit ein echtes Hochgebirge. Ehemalige Steine vom Südpol verschoben sich durch die Wanderung der Urkontinente nach Mitteleuropa. Der Zahn der Zeit formte im Laufe der Jahrmillionen die geschwungenen Höhenzüge des Vorderen und Inneren Bayerischen Waldes. Eine Vielzahl von erdgeschichtlichen Naturdenkmälern – den sogenannten Geotopen – kamen dabei zum Vorschein. Die interessantesten und spektakulärsten wurden in die Bestenliste der einhundert schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. Dazu zählen beispielsweise die Felsentürme am Dreisessel, das Blockmeer am Lusen, der Berggipfel am Osser, die Wildbachklamm Buchberger Leite in Freyung oder das Quarzriff Großer Pfahl in Viechtach. Der zum Donaurandbruch gehörende Bogenberg wurde ebenso vor zwei Jahren in die Bestenliste der einhundert schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. Der Bogenberg als der „Heilige Berg Niederbayerns“ ist damit mit einem weiteren Preis und Gütesiegel ausgezeichnet. Am Natur- und Kulturdenkmal Bogenberg finden sich die zermahlenen und geschieferten Gesteine des Donaurandbruches besonders eindrucksvoll. Zahlreiche Fragen an den Referenten zeigten das rege Interesse der Zuhörer an den „Meisterwerken der Erde“ im Bayerischen Wald. Wie hoch war im Erdaltertum das Waldgebirge? Gab es vulkanische Ausbrüche ? Wie erdbebensicher ist unsere Region heute ? Diese und viele weitere Anfragen wurden von Dr. Johann Rohrmüller beantwortet. Zum Anschluss der Veranstaltung wies Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher auf die zahlreichen weiteren Veranstaltungen des Naturparks in Bogen hin. Als nächstes wird im April eine botanische Frühjahrsexkursion auf den Bogenberg angeboten. Einige Besucher nutzten noch die Gelegenheit sich in der Ausstellung und Infotheke zu informieren. Naturkundliche Themen sind der Schwerpunkt der kleinen Ausstellung in der Naturpark-Infostelle, die ganzjährig geöffnet ist. Dabei kann man Wissenswertes und Interessantes über Entstehung, Geologie und Lebensräume der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt am Donaurandbruch erfahren. In einer kleinen Kinderlinie kann man durch Schauen, Tasten, Riechen und vieles mehr die Ausstellung interaktiv erleben. Für Schulklassen und Gruppen werden Führungen angeboten.

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