Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zu einem Vortrag mit Marek Parkmann in den Grenzbahnhof Eisenstein geladen. Der Archäologe vom Museum in Prachatiz ging auf die Besiedelungsgeschichte des Böhmerwaldes, speziell des Raumes um Prachatiz ein. Als Dolmetscher hatte er Josef Štemperk mitgebracht. Der Schwerpunkt seiner Ausführungen umfasste den Raum Prachatiz bis Netoliz. Er ging auf die ältesten Besiedelungsspuren seit der Steinzeit ein. Viele Besiedelungsspuren findet man in tieferen Lagen und speziell an den Flüssen. Mit primitiven Werkzeugen konnten die Leute damals kein schwieriges Land bewirtschaften. Sie brauchten gutes, fruchtbares, und flaches Land. Für Archäologen sind immer Straßenbauten oder größere Eingriffe in die Landschaft sehr spannend. Ein Straßenbau in Zusammenhang mit dem Hochwasser 2002 das eine Brücke bei Strazny weggerissen hatte, führte dazu, dass man Siedlungen aus dem Mesolithikum entdeckte. Zahlreiche Beispiele zeigte der Referent auch aus der älteren, mittleren und jüngeren Bronzezeit. Immer wieder gab es dabei auch Querverbindungen zum Donauraum oder zum westlichen Bayern. In seinem Umfangreichen Vortrag ging Marek Parkmann auch auf die Kelten, die Römer und die Slaven ein. Zum Schluss schilderte er die Entstehung von „Alt – Prachatiz“. In diesem Zusammenhang war auch interessant, dass zum Beispiel in Netoliz eine zweite romanische Kirche an der Burgstätte gestanden hat und bis 1780 verwendet wurde, dann jedoch niedergerissen wurde. Erst im Jahr 2008 hatte man dies entdeckt. Im Anschluss an den sehr ausführlich Vortrag schloss sich eine rege Fragerunde an. Zum Schluss bedankte sich Hartwig Löfflmann beim Referenten sowie beim Dolmetscher und lud zu den weiteren Naturparkveranstaltungen ein.

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