Der „rauschende“ Arber, das Naturschutzgebiet Riesloch und das Naturdenkmal Hochfall, standen kürzlich im Mittelpunkt einer fünfstündigen Naturpark-Exkursion. Bei sonnigem Herbstwetter konnte Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer rund 40 Wanderer am Rieslochparkplatz begrüßen, die sich nicht nur in die Naturschätze der Rieslochschlucht einführen lassen, sondern auch den selbst unter Einheimischen eher unbekannten Hochfall-Wasserfall kennenlernen wollten. Besonders über die Kraft des Wassers, aber auch die tierischen und pflanzlichen Bewohner des Arbergebiets wusste die Gebietsbetreuerin diesmal viel zu berichten: Fledermauskästen am Beginn des „steinigen Weges“ sind – neben alten Spechthöhlen oder Baumspalten im Totholz - die sommerlichen „Übertagungsquartiere“ männlicher Fledermäuse. Da in großen Teilen des Rieslochs nie Forstwirtschaft betrieben wurde, ist es zum einen sehr totholzreich, zum anderen wegen seiner natürlichen Vielfalt an Baumarten weniger für Borkenkäfer anfällig. Verschiedene Baumpilze – wie der holzzersetzende Zunderschwamm, Korallenpilze oder Schwefelporlinge – sind manchmal bizarr anmutende Zeugen für den Kreislauf des Lebens. Isabelle Auer: „In diesem Urwaldrelikt lässt sich immer wieder Neues entdecken, aber auch über das Leben an sich lernen“. Besonders an Wasserfällen und Schluchten lässt sich die häufig unterschätzte Kraft des Wassers gut erkennen: Glatt geschliffene Steine, rund ausgespülte Becken, aber auch die Steilheit der Schluchtwände sind Zeugen des sich noch immer in den harten Paragneis des Arbergebiets hinein meißelnde Wassers der Rieslochzuflüsse Schwellbach, Kleinhüttenbach und Wildauerbach. Das kleine Elektrizitätswerk an der unteren Kaskade inmitten des Naturschutzgebiets zeigt noch heute, wie sich der Mensch die Kraft des Riesbach-Wassers zu nutzen macht. Nach einer Mittagsrast am Aussichtspunkt „Schweiklruhe“ oberhalb von Bodenmais und einem weiteren etwa einstündigen Fußmarsch konnten die Teilnehmer am Hochfall, dem zweithöchsten Wasserfall des Bayerischen Waldes diese formende Kraft des Wassers besonders eindrucksvoll erkennen: Das Wasser stürzt hier im Gegensatz zum Riesloch nicht in mehreren, räumlich voneinander getrennten Kaskaden den Berg hinab. Die Gumpen scheinen hier tiefer, schüsselartiger ausgeformt zu sein. Da der Hochfall-Wasserfall jedoch abseits der bekannteren Routen im Arbergebiet liegt, gilt er jedoch selbst unter Kennern noch als „Geheimtipp“. Gebietsbetreuerin Isabelle Auer: „Um Einheimschen und Urlaubern die kleinen und großen Naturschätze des Arbergebiets zu zeigen, werden die beiden Naturpark Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald auch fürs nächste Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammenstellen, das jedem etwas bieten wird: Rundgänge durch die Naturschutzgebiete, Tageswanderungen, Arberabenteuertage für die ganze Familie und weitere naturkundliche Schmankerl. Alle Informationen über terminlich bereits festgelegte Veranstaltungen, aber auch über andere interessante Themen, wie z.B. über naturverträgliches Verhalten im Winter im Arbergebiet findet man auf der Naturpark-Homepage www.naturpark-bayer-wald.de .

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