• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Sonderausstellung zum Vogel des Jahres 2013 im Naturparkhaus LBV Kreisgruppe Regen und Naturpark präsentieren die Bekassine mit Vortrag und Ausstellung


Im Rahmen eines gemeinsamen Vortrages stellten Naturpark und LBV den Vogel des Jahres 2013, die Bekassine etwas näher vor. Die Referentin Ruth Waas von der Bezirksgeschäftsstelle des LBV in Niederbayern ging im Rahmen eines bebilderten Vortrages auf Aussehen, Verwandtschaftsbeziehungen, Lebensraum, Nahrung, Brutverhalten, Verbreitung, Bestandsentwicklung und Schutz des Vogels ein. „Allein am Körperbau, so Waas, sieht man wo der Vogel lebt“. Mit kurzen, kräftigen Beinen – wichtig für einen „Fußgänger“- und einem langen, geraden Schnabel ist er sehr gut an den Lebensraum im Moor angepasst. Die hell-dunklen Streifen am Kopf und das Gefieder bieten eine perfekte Tarnung. Die Nahrung wird im Boden, häufig im Wasser stehend, ertastet. Erstaunlich ist, dass sich der Oberschnabel vorne bewegen lässt, zur besseren Nahrungsaufnahme. Die Nester werden auf die kleinen Pulte gelegt, das sind die erhöhten Grasbüschel in Moorbereichen. Weil 95 % der Moore in Deutschland bereits verschwunden sind, werden oft auch nasse Wiesen als Ersatz angenommen. Regenwürmer, Stechmückenlarven und die Blüten und Pflanzenteile von Fingerseggen sind die Hauptnahrung. Neben Ruf und Gesang ist das „Meckern“, ein Instrumentallaut der über die Schwanzfedern im Flug erzeugt wird, charakteristisch. Den älteren Leuten im Bayerischen Wald ist der Vogel vielleicht noch unter dem Namen „Moosgoas“ bekannt. Vier Eier legt das Weibchen in ein Grasnest am Boden. Die Eier haben Birnenform und sind gesprenkelt. Eine große Besonderheit ist die Möglichkeit zum fliegenden Kückentransport. Nur wenige Vogelarten weltweit beherrschen dies. Ein großes Problem stellt der Torfabbau in den Mooren dar. Deswegen sollte man im Gartenbau darauf achten, dass man nur „torffreie“ Erde kauft. Listen mit Betrieben, die torffreie Gartenerde liefern können, wurden dazu erstellt. Die Entwässerung von Wiesen, die moderne Güllewirtschaft, die frühe Marhd und der oft übertriebene Maisanbau für Biogasanlagen sind weitere Gefahrenpunkte. In Wiesenbrütergebieten haben zudem freilaufende Hunde zur Brut und Aufzuchtszeit nichts verloren. Leider werden in den Nachtbarländern Spanien, Frankreich und Großbritannien noch alljährlich bis zu 500.000 Bekassinen geschossen. Auch das Verbuschen von Mooren wirkt sich ungünstig aus. Bleibt zu hoffen, dass die Lebensraumverluste für den Zugvogel künftig eigedämmt werden können. Die Sonderausstellung ist bis zum Sonntag, 07.04.2013 täglich von 09:30 bis 16:30 Uhr im Naturparkhaus in Zwiesel zu besichtigen.

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