Die spätwinterliche Stille am Arber erleben, scheinbar fern vom Pistentrubel die Natur genießen und dabei noch viel Neues über den „König des Bayerischen Waldes“ erfahren, kann man am besten auf einer naturverträglichen Schneeschuhwanderung durchs Arbergebiet. Doch wann wird eine Schneeschuhtour „naturverträglich“? Um das zu erfahren, trafen sich kürzlich rund 30 naturbegeisterte Arberfans am Großen Arbersee, um zusammen mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald über den „Goldsteig“ zum Arbergipfel zu wandern. Warum es aus Arten- und Naturschutzgründen wichtig ist, dass sich Natursportler besonders im Winter an bestimmte Regeln halten, verdeutlichte die Arbergebietsbetreuerin bereits zu Beginn der Wanderung: Nicht nur, weil es sich um ein Naturschutzgebiet mit ganzjährigem Wegegebot handelt, ist das Eisklettern in der Arberseewand verboten: Eiskletterer könnten den Wanderfalken in seiner Brutvorbereitung stören. Darüber hinaus ist die Arberseewand das einzige Gebiet im Bayerischen Wald, in dem abbrechende Eiszapfen Eislawinen bilden und Natursportler verletzten könnten. Naturschutz schützt also auch den Menschen. Was eine Route „naturverträglich“ macht, erfuhren die Teilnehmer während des Aufstiegs: Ziel einer jeden Routenplanung im Winter sollte sein, möglichst zu vermeiden, dass bedrohte Tierarten gestört werden. Da beispielsweise das Auerhuhn, der Wappenvogel des Bayerischen Waldes, sich im Winter von sehr energiearmen Baumnadeln ernährt, würde dem größten Waldvogel ein Aufgeschreckt-Werden so viel Energie kosten, dass er schlimmstenfalls daran sterben müsste. Um solch ein plötzliches Zusammentreffen zwischen Natursportler und diesem natürlichen Arberbewohner zu vermeiden, sollte man entweder Aufstiegsrouten außerhalb des Auerhuhnlebensraums, wie etwa den Goldsteig zwischen dem Großen Arbersee und dem Gipfel, oder besonders häufig begangene Routen auf beschilderten Wanderwegen wählen. Bereits vor einigen Jahren haben Vertreter des Naturschutzes, des Forstes und des DAVs einige naturverträgliche Routen im Arbergebiet konzipiert, die im Faltblatt „Erleben und Leben lassen“ zusammengestellt sind und unter www.naturpark-bayer-wald.de -> „Gebietsbetreuung Arber“ heruntergeladen werden können. Nach einer halbstündigen Gipfelrast, bei der die Teilnehmer selbst auf dem Arbergipfel einen „Hauch von Vorfrühling“ erleben durften und einem entspannenden Abstieg zum Großen Arbersee waren sich die Teilnehmer einig, dass man bei dieser Schneeschuhwanderung nicht nur viel Neues über die Arberwelt erfahren hatte, sondern bestimmt noch lange im Alltag zehren würde von dieser Wanderung durch die unbekanntere winterliche Arberwelt, abseits des hektischen Pistenrummels.

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