Die Märchenwiese, ein ehemaliger Schachten zwischen Großem und Kleinem Arber, ist heute weitgehend von Heidelbeersträuchern bedeckt. Nur hin und wieder deuten die mit Borstgrasrasen bedeckten Stellen darauf hin, dass hier einst Rinder weideten. Doch auch ihr Name erinnert daran, dass sich hier früher Schachtenhirten beim Lagerfeuer Märchen, Geschichten und Sagen erzählten. Ziel des Naturschutzes ist es, diese ehemaligen Schachten vor der Wiederbewaldung zu schützen: Die Artenvielfalt auf diesen offen Stellen ist zum einen größer ist als im dichten Forst, zum anderen profitiert vor allem das bedrohte Auerhuhn von lichteren Waldbeständen mit einem großen Nahrungsangebot. Ziel des zweiten Arbernaturschutztages am letzten Mittwoch war es daher, die Märchenwiese von kleineren Fichten zu befreien. Damit die 14 Kinder und Jugendlichen, die bei dieser Naturschutzaktion mithelfen wollten, bereits auf der Wanderung vom Brennes zur Märchenwiese spielerisch einiges über den Natur- und Artenschutz im Arbergebiet erfahren konnten, hatten sich die beiden Arbergebietsbetreuerinnen Caroline Stautner (Naturpark Oberer Bayerischer Wald) und Isabelle Auer (Naturpark Bayerischer Wald) ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm ausgedacht. Die Gruppe erfuhr spielerisch, wie Luchse jagen, fanden Borkenkäfer in einem Holzstoß am Wegrand und lernten, wie man den Buchdrucker vom Kupferstecher unterscheiden kann. Aber auch auf die Lebensweise der anderen Bewohner des Waldes – Rehe, Füchse, Wildschweine usw. - wurde spielend eingegangen. An der Märchenwiese angekommen, erzählte Förster Herrmann Kastl vom Forstbetrieb Bodenmais den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen viel Spannendes über seine Aufgaben und erklärte ihnen, welchen Sinn das sogenannte „Fichtenzupfen“ für das „Ökosystem Wald“ hat. So informiert und motiviert, schaffte es die Gruppe, innerhalb kürzerster Zeit über 500 Jungfichten auszuzupfen. Über die Chamer Hütte wanderte die jugendlichen Naturschützer zum Kleinen Arbersee, wo sie noch einiges über den Biber erfuhren. Als Dankeschön erhielt jeder Helfer am Ende dieses erlebnisreichen Tages von den beiden Arbergebietsbetreuerinnen wiederum die Arberverdienstmedaillie 2009 verliehen.

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