Zur mittlerweile traditionell stattfindenden gemeinsamen Exkursion von Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Naturkundlichem Kreis Bayerischer Wald e.V. konnte Bildungsreferent Hartwig Löfflmann 36 Teilnehmer am Kaltecksattel begrüßen. Unter der Leitung von Fritz Pfaffl aus Zwiesel erkundete man im Rahmen einer etwa dreistündigen Exkursion die geologischen Verhältnisse und die Blockmeere am Rahen Kulm etwas näher und beleuchtete die Spuren der letzten Eiszeiten. An drei Haltepunkten gab es anschauliche Informationen. Anhand einer geologischen Karte und von verschiedenen Gesteinsschliff-Präparaten erläuterte Pfaffl die Entstehung des Grundgebirges. Der Vordere Bayerische Wald ist überwiegend aus Perlgneis aufgebaut. Damit existiert zwischen dem Brotjacklriegel und der Käsplatte ein Gestein mit hohem Quarzanteil und großer Verwitterungsbeständigkeit. Perlgneis gilt als Härtling, in der Vergangenheit wurde er kaum verwendet, weil er zum Bearbeiten viel zu hart und beschwerlich war. Blockmeere sind durch Frostsprengungen entstanden. Wild durcheinander gewirbelte Gesteinsblöcke liegen hier oft bis zu zehn Metern mächtig übereinander. Sehr ausgedehnte Blockmeere gibt es auch auf dem Dreisessel oder auf dem Zwercheck, das prominenteste Beispiel ist der Lusen im Inneren Bayerischen Wald. Hier am Rauhen Kulm gibt es jedoch verschiedene, häufig vom Wald bedeckte Blockmeere. Auch der Vordere Bayerische Wald hat von den letzten Eiszeiten einiges abbekommen, wenn auch seine Vergletscherung nicht sicher nachgewiesen werden kann. Die letzten Eiszeiten begannen vor etwa 600.000 Jahren und endeten vor ca. 10.000 Jahren. Die Eiszeiten wurden nach den oberbayerischen Flüssen Günz, Mündel, Riss und Würm benannt. Die Würm Eiszeit war die allerletzte. Erst seit dieser Zeit fand wieder Bodenbildung statt und hat sich unsere heutige Vegetation mit den Pflanzen und Baumarten entwickelt. Zum Abschluss ging Pfaffl noch auf die verschiedenen Böden ein, die sich über dem Ausgangsgestein entwickelt hatten. Zum Schluss beendete man die Fachexkursion mit einer gemeinsamen Einkehr.

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