Rund fünfunddreißig Naturliebhaber aus Nah und Fern nahmen an der Naturpark-Veranstaltung „Vom Tal des schwarzen Regen zum weißen Quarzriff Großer Pfahl“ teil. Von weither reisten manche Teilnehmer an und waren von dem vielfach unberührten Tal des „Schwarzen Regen“, durch das die Bahnstrecke nach Viechtach führt, besonders beeindruckt. Der stellenweise schnell fließende Fluss liegt mit einem stein- und geröllreichen Bett in einem steilen Flusstal. Am Bahnhof Viechtach begrüßte Heinrich Schmidt, 1. Vorsitzender des Naturparks, die Teilnehmer. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern des Wanderbahn-Vereins, die diese Ausflugsbahnfahrt am Wochenende ehrenamtlich ermöglichten. Dabei forderte der Naturpark-Vorsitzende eine Wiederaufnahme des täglichen Bahnverkehrs im Zweistunden-Takt nach Viechtach. „Eine Anreise mit der Bahn ist nicht nur umwelt- und klimafreundlich, sondern lädt dazu ein, die Natur und Kultur weiter zu erkunden“, betonte Heinrich Schmidt die Bedeutung einer regelmäßigen Bahnverbindung für den Tourismus und versprach das Führungsangebot des Naturparks noch stärker darauf abzustimmen. Nach der Begrüßung wanderten die Teilnehmer vom Stadtzentrum auf dem Pfahl-Steig zum Großen Pfahl. Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher führte die Gruppe auf diesem reizvollen Wanderweg. Unterwegs, im schattigen Riedbachtal, säumten knorrige Hangwälder, beschauliche Bachwiesen und ein weiträumiger Naturweiher den Weg. Nach einer kleinen Rast beim Schaubienenstand ging es über heckenreichen Streuobstwiesen zum weithin sichtbaren, hoch aufragenden Quarzriff Großer Pfahl. Der Quarzfelszug ist nicht nur das landschaftliche Wahrzeichen von Viechtach, sondern als bayerisches und nationales Geotop ein erdgeschichtliches Naturdenkmal mit überregionaler Bedeutung. Erstaunt waren die Teilnehmer der Wandergruppe über das bunte Farbenspiel an manchen Felspartien. Grünlich leuchtende Schwefelflechten überdauern neben blaugrauen Silikatfelsflechten auf den stellenweise rostrot überlaufenen Quarzfelsen. Die bizarren Pfahlkiefern wachsen wie Bonsaibäumchen in manchen Felsritzen. Vogelbeeren und Birken stehen auf kleinen Felsvorsprüngen. Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher berichtete auch über einige besondere Tierarten, die am Felsen vorkommen. Flugakrobaten wie die nachtaktiven Fledermäuse übertagen in den Ritzen und Spalten im Felsen. In den sogenannten „Wochenstuben“ bringen die Fledermausweibchen hier ihre Jungen zur Welt. Am Felsenfuß wartet im einem Fangtrichter der Ameisenlöwe auf seine Beute. Weiter wanderte die Gruppe zum bis zu 40 Meter tiefen Steinbruch und zu den heute restaurierten Steinbruchgebäuden. Die Verladestation und die Alte Schmiede informieren über die einhundert jährige Abbaugeschichte des Pfahls. Sie sind Zeugnisse des Quarzabbaus und geben Einblicke in das harte Leben der „Schudderschloger“. So wurden die Steinbrucharbeiter genannt, die in schwerster körperlicher Arbeit das sehr harte Quarzgestein abbauten. Zum Abschluss der Wanderung nahmen einige Teilnehmer als Andenken ein Quarzmineral vom sogenannten „Klopferplatz“ mit – nur hier ist die Mitnahme von Quarzen aus dem Naturschutzgebiet erlaubt.

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