Rund zwanzig Naturliebhaber aus Nah und Fern nahmen an der Naturpark-Veranstaltung „Vom Tal des schwarzen Regen - zum weißen Quarzriff am Großer Pfahl“ teil. Bis aus München reisten die Teilnehmer an fuhren mit der Wanderbahn von Gotteszell nach Viechtach. Das meist unberührte Tal des „Schwarzen Regen“, durch das die Bahnstrecke führt, beeindruckte die Teilnehmer besonders. Der stellenweise schnell fließende Schwarze Regen ist mit seinem stein- und geröllreichen Flussbett im Bereich Gumpenried vom Zug aus schön zu sehen und diese Fahrt für die Teilnehmer ein Naturerlebnis. Am Bahnhof in Viechtach begrüßte Heinrich Schmidt, 1. Vorsitzender des Naturparks, die Wanderfreunde. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern des Wanderbahn-Vereins, die auch diese Ausflugsbahnfahrt ehrenamtlich ermöglichten. Dabei forderte der Naturpark-Vorsitzende eine Wiederaufnahme des täglichen Bahnverkehrs auf dieser landschaftlich sehr reizvollen Strecke und versprach, das Führungsangebot des Naturparks noch stärker mit dem öffentlichen Personennahverkehr abzustimmen. „Wir brauchen diese attraktive Bahnstrecke, um vor allem auch Familienurlauber in unsere schöne Region zu holen“, so Schmidt. Nach der Begrüßung wanderten die Teilnehmer vom Stadtzentrum auf den Pfahl-Steig zum Großen Pfahl. Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher führte die Gruppe auf diesem reizvollen Wanderweg. Unterwegs im schattigen Riedbachtal säumten knorrige Hangwälder und beschauliche Bachwiesen den Weg. Am Naturweiher bei der Sporer Quetsch legten sie eine kleine Rast ein und konnten dabei auch Wasservögel beobachten. Vorbei am Schaubienenstand ging es entlang heckenreicher Streuobstwiesen zum weithin sichtbaren, hoch aufragenden Quarzriff am Großer Pfahl. Der Quarzfelszug ist nicht nur das landschaftliche Wahrzeichen von Viechtach, sondern als bayerisches und nationales Geotop ein erdgeschichtliches Naturdenkmal mit überregionaler Bedeutung. Erstaunt waren die Teilnehmer der Wandergruppe über das bunte Farbenspiel an manchen Felspartien. Grünlich leuchtenden Schwefelflechten überdauern neben blaugrauen Silikatfelsflechten auf den stellenweise rostrot überlaufenen Quarzfelsen. Die bizarren Pfahlkiefern wachsen wie Bonsaibäumchen in manchen Felsritzen. Matthias Rohrbacher berichtete auch über einige besondere Tierarten, die am Felsen vorkommen. Flugakrobaten wie die nachtaktiven Fledermäuse übertagen in den Ritzen und Spalten im Felsen. In den sogenannten „Wochenstuben“ bringen die Fledermausweibchen hier ihre Jungen zur Welt. Am Felsenfuß wartet im einem Fangtrichter der Ameisenlöwe auf seine Beute. Weiter wanderte die Gruppe zum bis zu 40 Meter tiefen Steinbruch und zu den heute restaurierten Steinbruchgebäuden. Diese Zeugnisse des Quarzabbaus wie Verladestation und Alte Schmiede informieren über die einhundertjährige Abbaugeschichte des Pfahls und geben Einblicke in das harte Leben der „Schudderschloger“. So wurden die Steinbrucharbeiter genannt, die in schwerster körperlicher Arbeit das sehr harte Quarzgestein abbauten. Zum Abschluss der Wanderung nahmen einige Teilnehmer als Andenken ein Quarzmineral am sogenannten „Klopferplatz“ mit – nur hier ist die Mitnahme der Quarze im Naturschutzgebiet erlaubt.

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