Vierjährige, die die rund 400 Höhenmeter vom Brennes zum Arbergipfel spielerisch und mit viel Spaß überwinden, interessierte Erwachsene, die viel Neues über die Welt des „König des Bayerischen Waldes“ erfahren, Schulkinder, die sich auch in den Ferien für naturkundliche Themen begeistern – all das erlebten die 33 Teilnehmer einer Naturerlebniswanderung mit Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald. Dass man die Natur nur mit allen Sinnen begreifen kann, wenn man entweder einen ungewohnten Blickwinkel einnimmt oder einzelne Sinnesorgane bewusst nicht einsetzt, zeigte die Gebietsbetreuerin gleich zu Beginn der dreistündigen Führung: Legt man sich etwa einen Taschenspiegel auf den Nasenrücken, so konzentriert sich der Blick entweder nur nach oben oder nur auf den Erdboden. Man entdeckt plötzlich Dinge, die eigentlich leicht zu sehen wären, die man beim normalen „Blick nach vorne“ aber nicht entdecken würde: Die Baumwipfel, die Muster, die Licht und Schatten auf den Boden zeichnen, werden normalerweise weniger beachtet. Beim „Raupengang“, bei dem die Teilnehmer unter Führung eines sehenden Gruppenleiters hintereinander durch den Wald gehen, werden den Spielteilnehmern – Kindern wie Erwachsenen – auch kleinere Bodenunebenheiten, leisere Geräusche oder Gerüche bewusster. Intensive Naturerfahrungen sind jedoch nur möglich, wenn man sich sowohl auf sich selbst als auch auf seine Mitwanderer verlassen kann. Das wurde auch beim „Baumfreund“ – Spiel deutlich, bei dem jeweils ein Teilnehmer mit verbundenen Augen von einem Spielpartner zu einem Baum geführt wurde, seine besonderen Merkmale ertasten musste und anhand dieser Besonderheiten diesen „Baumfreund“ sehend wieder erkennen sollte. Besonders Spaß machte der Gruppe jedoch das Zapfenwurfspiel, bei dem die Teilnehmer kurz vor dem Gipfelsturm noch einmal ihre Geschicklichkeit und vor allem ihre Treffsicherheit so beweisen konnten. Nach drei Stunden hatten so nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder, selbst der gerade vierjährige Nico, spielerisch den „König des Bayerischen Waldes“ erklommen. – Ein „Gipfelsieg“, der besonders den Jüngsten noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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