Großen Anklang fand die geführte Herbstwanderung des Naturparks Bayerischer Wald e.V. in die Dießensteiner Leite im Ilztal. Naturpark Gebietsbetreuer Stefan Poost konnte an der Schneidermühle über 70 naturinteressierte Wanderer begrüßen. Von Bad Birnbach bis Vilshofen kamen die Teilnehmer, die den herrlichen Oktobernachmittag in der freien Natur verbringen wollten. Mit dabei war auch Josef Eichinger, der eine Ausbildung zum Waldpädagogen macht, und den Wanderern an der Dießensteinmühle Informationen zum Wasser, Wasserverbrauch und Einfluss des Waldes auf den Wasservorrat näher brachte. Ein Dauerthema an der Ilz, die Neophyten indisches Sprinkkraut und schlitzblättriger Sonnenhut, waren ebenfalls Themen der geführten Wanderung. Überall in den Leiten, wo das Sturmtief Felix im Jahr 2009 den Waldbestand um gedrückt hat, wuchert nun flächig das indische Springkraut. Die Nachtfröste der vergangenen Tage haben der Dominanz der Pflanze für dieses Jahr ein Ende bereitet. Entlang der Ilz war der Blick auf den Fluss wieder frei, „aber auch in den Leiten, wenn die gepflanzten Bäumchen oder Naturverjüngung sich in ein paar Jahren schließen, wird es dem Sprinkraut schwer fallen, sich weiter in dieser Dominanz zu behaupten“, so der Gebietsbetreuer Stefan Poost. Ein ganz anderes Thema war das Eschentriebsterben, das leider auch im Ilztal mittlerweile überall zu sehen ist. Dabei sterben die neuen Triebe junger und älterer Esche einfach ab, Zwiesel- oder Mehrfachbildung von Trieben erfolgen im nächsten Jahr, wobei diese teilewise wieder absterben und in der Folge weitere Verzweigungen entstehen. „Das normale Höhenwachstum eines einzelnen Haupttriebes wird somit verhindert“. Eine Nebenfruchtform des Pilzes „Eschenblatt-Stengelbecherchen“, ein Pilz der normalerweise im Herbst die abgefallenen Eschenblätter zersetzt, soll dafür verantwortlich sein. „ Warum sich diese Pilzart plötzlich derart zerstörerisch gegen die Baumart Esche verhält, ist bislang völlig unbekannt“. Die mittlerweile in die Jahre gekommene Beschilderung des Naturschutzgebietes an den Parkeinstiegsstellen war ein weiteres Thema der Wanderung. Eine neue Beschilderung mit Bildern, Piktogrammen zu Verhaltenshinweisen und Informationen zum Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ steht kurz vor Abschluss. Der erst kürzlich abgeschlossene Ausbau eines Teiles des Ilztalwanderweges blieb den Wanderern natürlich auch nicht verborgen. „Die Maßnahme war aber im Vorfeld mit allen Beteiligten abgesprochen und hielt sich auch im Rahmen des vereinbarten Ausbaues,“ so der Gebietsbetreuer Poost, „auch wenn der Charakter des Wanderweges momentan für den einen oder anderen Wanderer noch nicht wieder da ist, wo er vor dem Eingriff war, das verwächst sich wieder“. Nach gut zweieinhalb Stunden waren die Wanderer wieder an der Schneidermühle zurück. Das der Rückweg mangels einer Brücke auf die andere Seite der Ilz derselbe war, wurde von einigen Teilnehmern aber bedauert.

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